Wuppertal für Bergische und Nichtbergische

Heimatkunde vom Feinsten, gut erzählt, bunt illustriert und mit vielen, vielen Fakten – unser Buch der Woche.

Das ist selten: Dass man eine Veröffentlichung ohne jede Einschränkung für Angehörige aller Generationen empfehlen kann, auch wenn das Buch entstanden ist, um eine schmerzliche Lücke für Grundschüler zu schließen, die sich mit ihrer Stadt beschäftigen sollen.

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Tusch! Das Defizit hat nämlich maßgeblich der Bergische Geschichtsverein respektive dessen Abteilung Wuppertal bemerkt und 2013 beschlossen, dem Mangel abzuhelfen. Zu Recht dankt die Vorsitzende des BGV, Dr. Sigrid Lekebusch, in ihrem Vorwort der Stadtverwaltung, den Autorinnen und Korrekturlesern, dem Verlag (also der Managerin Sandra Balcke und dem Verleger Thomas Helbig, der ein eigenes Vorwort beisteuert) sowie den zahlreichen Spenderinnen und Spendern, die im Anhang namentlich erwähnt werden, weil sie eine kostenlose Abgabe des Werks an Grundschulen ermöglichen.

Geschichte, so Lekebuschs Fazit, muss „Spaß machen“. Versprochen wird Alt und Jung „eine Entdeckungsreise durch das Wuppertal“. Tatsächlich ist in den mit zahlreichen Fotos, Vignetten, Karten und Zeichnungen versehenen 13 Hauptkapiteln eine Unmenge an Informationen enthalten, sei es zum Thema Urzeiten, als ungefähr dort, wo heute der Alte Markt ist, ein Krokodil auf Beute lauert (Seite 8), seien es kleine Stichworte zur Zeitrechnung, zu Schloss Burg (einschließlich eines Arme-Ritter-Rezepts), zu den einzelnen Wuppertaler Stadtteilen und Stadtbezirken, seien es kurze Erzählungen über den Tod von Erzbischof Engelbert 1225 oder über die Samba- und die Nordbahntrasse.

Man erfährt, wie das Bergische Land zu seinem Namen kam (bergisch statt bergig). Gut gelungen sind die Kapitel über Friedrich Engels und Wuppertal zur Zeit des Nationalsozialismus. Sehr ansprechend aufgemacht ist das Kapitel über Religionen und Kirchen: Stichworten zu der Zahl der im Tal vertretenen Glaubensgemeinschaften (rund 80), dem Bibelmuseum, der ersten Kirche überhaupt (um das Jahr 1000: die Alte Reformierte und jetzige Citykirche), Adolf Kolping, der Synagoge und der Gemarker Kirche folgen Darlegungen über die Ökumene und darüber, was Glaubensdinge „mit dem Leben zu tun haben“. Ausführlich werden dann die Weltreligionen Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus vorgestellt.

Auf dem Cover finden sich unter anderem die Schwebebahn, eine Frau mit Regenschirm, der nicht fehlen durfte, und ein Bleicher, nicht zu vergessen eine kecke Katze. Alles in allem ein Beweis dafür, dass viele Köche einmal nicht den Brei verdorben, sondern eine vorzügliche Speise angerichtet haben!

MATTHIAS DOHMENerklär-mir

Susann Fiedler/Simone Jacken/Manuela Sanne, Erklär mir mal Wuppertal. Geschichte und Geschichten. Herausgegeben vom Bergischen Geschichtsverein Abt. Wuppertal. Illustrationen: Ariane Rudolph, Wuppertal: Edition Köndgen 2014, ISBN 978-3-939843-50-4, 191 S., Euro 22,00, www.edition-koendgen.de.

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