Zwei Jahre Start-up-Förderung im W-tec

Sieben Start-ups aus dem Wuppertaler Technologiezentrum haben ihre Geschäftsideen vor Publikum vorgestellt. Anlass war das zweijährige Jubiläum des hauseigenen Unterstützungsprogramms für Existenzgründer*innen.

Von links: Simeon Ignatov & Serdar Sahin (ControlliQ), Lisa Köller (W-tec), Kaif Ali & Elmar Thyen (Space Era Germany), Martin Hebler (W-tec), Nils Demming & Nils Eynöthen (sharpnote), Mario Fluck (fairmischt), Benjamin Mohr (5mART) ©Wirtschaftsförderung Wuppertal

Das Technologiezentrum W-tec feiert ein kleines Jubiläum. Seit zwei Jahren bietet es Existenzgründer*innen ein eigenes Akzelerator-Programm an. Akzelerator bedeutet so viel wie Beschleuniger. Durch vielfältige Unterstützungsleistungen werden die teilnehmenden Start-ups bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen gefördert. „Wir helfen den Start-ups, erfolgreich zu sein. Das bedeutet aber mehr, als nur neue Kunden zu finden. Es geht auch darum, Kooperationen und Synergien zu fördern“, sagt Gründungsberaterin Lisa Köller. Und das Programm kommt gut an, bestätigt W-tec Geschäftsführer Martin Hebler. Aktuell nehmen 27 Start-ups teil.

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Als besondere Geburtstagsfeier richtete das W-tec ein Pitch-Event für die Gründer*innen aus. Sieben Start-ups bekamen die Möglichkeit sich vor dem Unterstützernetzwerk des W-tec zu präsentieren. Die Bandbreite der vorgestellten Geschäftsmodelle war groß – von Data Science über smarte Textilien bis zum Analysetool für energetische Sanierungen.


Lösungen für Industrie und Gewerbe

Das Team von ControlliQ unterstützt mittelständische Unternehmen durch ein spezielles Datenauswertungsverfahren bei der Entscheidungsfindung. Dazu haben sie einen Algorithmus entwickelt, der Auswertungen aus der Kapitalmarktanalyse mit klassischem Controlling vereint. So können zum Beispiel Lagerbestände besser im Blick behalten, Bestellvorgänge optimiert und Kosten gesenkt werden. „Datenbasierte Entscheidungen helfen, Unternehmen sicher in die Zukunft zu führen“, sagt Gründer Serdar Sahin.

Kinemo prüft Bauteile wie Motoren auf Schwachstellen im Inneren. Dabei wird eine zerstörungsfreie, röntgenbasierte Videoanalyse durchgeführt. Mit dem innovativen Verfahren können Fehler bereits vor der Prototypenherstellung oder Serienfertigung aufgedeckt werden. „Durch unser Verfahren sparen Unternehmen eine Menge Zeit bei der Fehlersuche“, verspricht Sercan Atesoglu. Was sonst rund 16 Wochen dauert, könne auf 48 Stunden reduziert werden. Auch Kosten werden dadurch gespart.

5mART bietet Ingenieursdienstleistungen für Textilunternehmen. Das Start-up hilft seinen Kunden dabei, das Angebotsportfolio Richtung smarter Textilien zu entwickeln. Zum Beispiel kann Kleidung durch integrierte Lichtfunktionen aufgewertet werden, um im Straßenverkehr für mehr Sicherheit zu sorgen. „Wir wollen Lieferant für Plug & Play Systeme werden“, sagt Benjamin Mohr. 5mArt begleitet bei der Strategieberatung über die Produktentwicklung bis zum Produktionsprozess.

Gründer Kaif Ali ist bereits durch seine Teilnahme am Programm von Circular Valley bekannt. Unter dem Namen Space Era Germany bietet der gebürtige Inder nun 3D-Visualisierungen für Bauprojekte und Produktdesign an. „Dank unseres hochqualifizierten Teams können wir schnell nahezu real aussehende Grafiken in hoher Qualität zu kostengünstigen Preisen anbieten“, so Kaif Ali. Dabei kann vom Gebäude bis zur Inneneinrichtung alles abgebildet werden.


Produkte und Services für Endkunden

Das Start-up Energiequartier hat eine App entwickelt, die die Energieversorgung und den -verbrauch von Gebäuden abbildet und entsprechende Modernisierungsmaßnahmen ableitet. Die Daten werden aus öffentlichen Datenbanken und durch eine Kooperation mit der Stadt Wuppertal eingespeist. Damit können Immobilieneigentümer*innen ganz einfach Sanierungsmaßnahmen planen und mit Partnern von Energiequartier finanzieren und umsetzen. „Die Umsetzung startet in Wuppertal, aber das System ist deutschlandweit auf alle Kommunen übertragbar“, sagt Pascal Biesenbach

Einfach und schnell Gitarre spielen lernen – das verspricht Sharpnote. „Für Anfänger fühlt sich Gitarre lernen an wie das Tippen auf einer Computertastatur ohne Buchstaben“, erklärt Nils Eynöthen. Deshalb hat das Team das Instrument konfiguriert. Bei der Sharpnote-Gitarre sind Noten in das Griffbrett eingraviert. So sollen Anfänger die Handgriffe leichter verinnerlichen. Zudem werden die Lernenden durch einen neu entwickelten Online-Lernkurs begleitet.

Das Haferdrink-Konzentrat von fairmischt steht seit zwei Wochen in den ersten Supermarktregalen. Mit seinem Getränk greift das Start-up nicht nur den veganen Ernährungstrend auf, sondern leistet auch einen Beitrag zu Klimaschutz und Ressourceneffizienz. „Durch die konzentrierte Hafermilch haben unsere Produkte ein geringeres Volumen und Gewicht. Das spart 76 Prozent CO2-Emmission beim Transport und 65 Prozent Müll bei der Verpackung“, so Mario Fluck. Nach dem Anmischen mit Wasser ist kein Unterschied zu unkonzentrierter Hafermilch feststellbar.


Breites Unterstützungsangebot im W-tec

So unterschiedlich die Start-ups auch sind, sie alle profitieren von den Leistungen des Akzeleratorprogramms. Dazu gehören eine betriebswirtschaftliche Beratung und vergünstigte Arbeitsplätze im Workspace. Sie haben zudem die Chance auf das Wuppertaler Gründungstipendium W-stip. Außerdem hilft ein eigenes Kreditprogramm bei der Finanzierung von ersten Aufträgen. Und nicht zu vergessen, Netzwerk-Veranstaltungen wie der Startup-Pitch. Gründer Benjamin Mohr bringt es auf den Punkt: „Der schnelle Zugriff auf die Infrastruktur des W-tec hilft enorm. Ohne das wäre vieles nicht möglich gewesen.“

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