1. Startup Night: Mittelstand und Startup-Szene haben ein Match

Rund 30 Unternehmensvertreter*innen und 17 Startups aus NRW kamen bei der ersten Wuppertaler Startup Night zusammen. Im Mittelpunkt standen konkrete Lösungen für die Herausforderungen mittelständischer Unternehmen.

Im abendlich beleuchteten Sparkassenturm stehen Gruppen an Tischen und sprechen miteinander.30 Unternehmensvertreter*innen und 17 Startups aus NRW kamen bei der ersten Wuppertaler Startup Night zusammen. ©Wirtschaftsförderung Wuppertal

Rund 30 Unternehmensvertreter*innen und 17 Startups aus NRW kamen bei der ersten Wuppertaler Startup Night zusammen. Im Mittelpunkt standen konkrete Lösungen für die Herausforderungen mittelständischer Unternehmen.

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Der Bedarf ist da. Das passende Angebot vielleicht auch. Aber beides muss auch zueinanderfinden. Bei der ersten Startup Night von Wirtschaftsförderung Wuppertal und Stadtsparkasse Wuppertal stand deshalb das Matching zwischen Mittelstand und Gründungsszene im Mittelpunkt. 17 ausgewählte Startups trafen im 19. Stock des Sparkassenturms auf rund 30 Vertreter*innen der lokalen Wirtschaft.

Mit dabei waren hochkarätige Unternehmensvertreter*innen, insbesondere aus den Kompetenzfeldern Gesundheit, Automotive, Materials und Digital Technology. Zu den Gästen gehörten unter anderem Dr. h.c. Josef Beutelmann, Aufsichtsratsvorsitzender der BarmeniaGothaer, Matthias Laumann, Geschäftsführer der Aptiv Services Deutschland GmbH, Pierre Roth, Geschäftsführer von Bohnen IT und Markus von Blomberg, Geschäftsführer der mello GmbH. Auch die Netzwerkpartner aus der Bergischen Universität Wuppertal oder dem Technologienzentrum W-tec nahmen teil.

„Wir wollten einen Raum schaffen, in dem aus einem ersten Kontakt möglichst schnell ein konkretes Gespräch über unternehmerische Herausforderungen und innovative Lösungen aus der Gründungsszene werden kann“, sagt Sven Wagner aus der Start- & Scale-up Unit der Wirtschaftsförderung Wuppertal. „Wir haben den Wunsch nach mehr Vernetzung mit etablierten Unternehmen aus der Startup-Szene aufgenommen und mit der Startup Night ein passendes Angebot geschaffen.“

Eva Platz, Vorständin der Wirtschaftsförderung Wuppertal freute sich darüber, dass sich Startups aus vielen Teilen NRWs auf den Weg nach Wuppertal gemacht haben, um den lokalen Mittelstand kennenzulernen. Dabei ging es vor allem darum, Potenziale für eine Zusammenarbeit auszuloten.

„Der Mittelstand und die Startup-Szene können sich gegenseitig sehr viel geben“, betont Eva Platz, Vorständin der Wirtschaftsförderung Wuppertal. „Etablierte Unternehmen verfügen über langjährige Erfahrung, Marktzugang und effiziente Strukturen. Startups bringen neue Perspektiven und innovative Technologien für bestehende Herausforderungen mit. Wenn beide Seiten miteinander ins Gespräch kommen, kann daraus für beide ein echter Mehrwert entstehen.“

Sieben Tische, vier Runden, unzählige Gespräche
Statt Vorträge oder Pitches gab es ein aktives Matchmaking. An mehreren Tischen trafen je zwei Gründer*innen auf mehrere Unternehmensvertreter*innen. Zudem hatte jeder Tisch einen „Tabel Captain“, der das Matching moderierte. Nach 15 Minuten wechselten die Startups den Tisch. Insgesamt gab es vier Gesprächsrunden.

Die Startups waren im Vorfeld aus zahlreichen Bewerbungen ausgewählt worden. „Uns war es wichtig, Startups einzuladen, die passende Lösungen für die Wuppertaler Unternehmen anbieten. Somit ist die Chance, dass eine Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Startups stattfindet, viel höher als bei Pitch- oder offenen Networking-Events“, so Wagner. Die Lösungen reichten von Digitalisierung über Robotik und Automatisierung bis hin zu Logistik und Energie.

Für die Gründer*innen bot sich bei dem Format die Gelegenheit, ihre Lösungen unmittelbar mit potenziellen Anwender*innen zu diskutieren. Holger Iborg aus dem Vorstand der Stadtsparkasse Wuppertal sieht in dem Format eine wichtige Ergänzung für den Wirtschaftsstandort: „Ideen sind der Motor unserer Wirtschaft. Aber um erfolgreich wachsen zu können, brauchen sie Menschen, die ihre Erfahrungen teilen, die Sparringspartner sind und die Türen öffnen. Deshalb stellen wir mit der Startup Night die persönlichen Begegnungen in den Vordergrund.“

Wuppertaler Startups mittendrin
Dafür reisten die ausgewählten Startups u.a. aus Aachen, Düsseldorf und Paderborn an. Auch Wuppertaler Gründer waren natürlich dabei. Am Thementisch für Sicherheit und Infrastruktur saßen zwei lokale Startups, die sich auf die effiziente Energieversorgung spezialisiert haben. Volterica präsentierte eine KI-gestützte Plattform, die Energieströme in Industrieunternehmen simuliert. BMU Energy Consulting bietet energiewirtschaftliche Beratung für Unternehmen und Kommunen.

Aus Wuppertal kommen auch digitale HR-Lösungen. Das Wuppertaler „Unternehmen für bessere Arbeit“ stellte sein Matching-Portal für Recruiting vor. FairUp zeigte eine Software, mit der Karriere-Events automatisiert geplant und durchgeführt werden können.

Basis für neue Impulse
Nach dem Event zeigten sich die Startups zufrieden. Das Format sei gut kuratiert, weniger statisch als Pitch-Events und die persönlichen Gespräche näher an der Praxis. Dafür habe sich auch der längere Anfahrtsweg nach Wuppertal gelohnt, bestätigte Tim Reuscher von Aachener Startup aiXopt: „Gemessen an der Anzahl der Unternehmen, war es eine sehr gute Veranstaltung. Ich habe selten so viele spannende Kontakte von solch einem Event mitgenommen“.

Ob aus den Gesprächen tatsächlich Kooperationen entstehen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Eva Platz warb für Geduld: „Startups stehen für Flexibilität und Schnelligkeit, während größere Unternehmen ihre etablierten Strukturen haben und längerfristig planen. Da bitte ich um Verständnis auf beiden Seiten.“ Die Grundlage für neue Impulse ist jedoch geschaffen.

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