Wuppertaler GenZ-Demo: „Merz muss weg!“

Von den Organisatoren der Generation Z angemeldet waren 150 Teilnehmer, erwartet eher 300 bis 400. Laut Wuppertaler Rundschau hat die Polizei die Anzahl auf 500 geschätzt. Das könnte daran liegen, dass nicht nur Schüler*innen und Student*innen teilnahmen, sondern auch Leute in mittlerem und im Rentenalter.
Die Demo startete am Alten Markt und endete nach einem Marsch längs der Talachse mit einer Kundgebung auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Sie verlief, wie erwartet, friedlich. Vermummung oder gezündet Feuerwerkskörper, wie in Köln, gab es fast nicht.
Bei der abschließenden Kundgebung gab es inhaltliche Beiträge – nicht nur von jungen Leuten. Kritisiert wurde z.B. die Verschiebung des Baus neuer Schulen in Wuppertal und die befürchtete Wehrpflicht., Gefordert wurde u.a., dass die Jugend von den Politikern gehört wird, wenn es um sie geht.
Immer wieder kamen Sprechhöre auf. „Merz muss weg!“ war neu gegenüber den Klimademos von „Fridays for Future“. Aber „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ wurde auch jetzt wieder skandiert. Es gab auch antikapitalistische und antifaschistische Sprechchöre, die von jungen Leuten angestimmt wurden. „Wer hat uns verraten, Sozialdemokraten!“ wurde allerdings von zwei Herren mittleren Alters angestimmt, die bald danach die Demo verließen.
Am Ende der Kundgebung gab es noch zwei kurze Beiträge von Teilnehmerinnen mittleren Alters, die auf das gemischte Alter der Demonstrant*innen eingingen. Abschließend wurde zu dem offenen Planungstreffen von „GenZ regelt“ eingeladen.
Einen ganz leichten Anflug von „Aufruhr“ gab es während des Marsches auf der B7. Die WZ berichtete: „Auf Höhe des Polizeipräsidiums wurde ein Böller gezündet – laut Organisator mutmaßlich von Außenstehenden –, kurz vor der Wicküler City stieg etwas rosafarbener Rauch von Pyrotechnik empor.“ Verglichen mit dem, was in anderen Großstädten wie Köln und Frankfurt lief, war das lächerlich wenig. Der Einsatz von Wasserwerfern war hier nicht erforderlich. Das könnte sich aber ändern, wenn „Falken“ auf beiden Seiten überreagieren auf das, was die jeweils andere Seite tut.
Die Unruhen von 1968 sind jetzt rund ein halbes Jahrhundert her.
Ein Ergebnis der Radikalisierung auf studentischer Seite war die Bader-Meinhof-Gruppe. Auf der staatlichen Seite war der Radikalenerlass exzessiv. Angesichts der Polarisierungsneigung der CDU/CSU ist zu befürchten, dass es zu einer von der Bundesregierung, insbesondere des Innenministers, befeuerten Verschärfung kommt.
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