15.01.2026Rüdiger Blaschke
Von Gandhi lernen: Gewaltfreiheit und Nicht-Kooperation

Mahatma Gandhi ist der Nationalheld Indiens des 20. Jahrhunderts. Gegen die militärisch überlegene Kolonialmacht Großbritannien erreichte er die staatliche Selbständigkeit. Und das mit friedlichen Mitteln. Das könnte ein Vorbild für den Umgang mit den USA von heute sein. Das gilt für politische und wirtschaftliche Akteure, aber auch für Einzelne als Verbraucher
Bei seinem Staatsbesuch in Indien wurde Bundeskanzler Friedrich Merz am 12.01.2026 in der Metropole Ahmedabad empfangen. Diese Stadt liegt nicht nur in dem Bundestaat, in dem der indische Regierungschef Narendra Modi geboren wurde. Dort wohnte auch Mahatma Gandhi nach seiner Rückkehr aus Südafrika. Schon dort hatte er gegen die Benachteiligung von Indern durch den von Weißen regierten Staat gekämpft, und gegen die britische Kolonialherrschaft kämpfte er dann in Indien. Nicht als Anführer von Guerilla-Kämpfern, sondern mit Festhalten an der Wahrheit und Gewaltfreiheit (indisch: Ahimsa).
Gewaltfreiheit ist offensichtlich nicht die Sache des US-Präsidenten Donald Trump und seiner engeren Mitarbeiter. Das beginnt bei Strafzöllen und der Drohung, den Partnern im Verteidigungsbündnis den vereinbarten Schutz zu entziehen, Weiter geht es in der Kommunikation mit Demütigungen, negativen Falschbehauptungen und Drohungen. Und es geht bis zu Waffengewalt, mit Bombardierung, Piraterie und Entführung. Indiens Regierung bevorzugt in einer solchen Situation leise Töne, beginnt aber, sich der Kooperation mit den USA zu entziehen. Als ein Mittel der Distanzierung kann die Anbahnung oder Beschleunigung einer Verstärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zu EU-Staaten wie der Bundesrepublik dienen,
Eine Hinwendung zur wirtschaftlichen Nicht-Kooperation mit den USA scheint es auch in der EU zu geben. Darauf deutet hin, dass der Freihandelsvertrag der EU mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten (Argentinien, , Brasilien, Paraguay, Uruguay) jetzt nach 25 Jahren der Verhandlung tatsächlich geschlossen werden soll. Entsprechende Verhandlungen der EU mit Indien laufen noch nicht ganz so lange, aber der äußere Druck könnte auch hier zu einem baldigen Abschluss führen.
Diese politischen Veränderungen werden den Exportunternehmen den Handel über Grenzen hinweg erleichtern und somit auch US-amerikanische Waren aus ihren Mörkten zu verdrängen. Aber auch Verbraucher können Importe aus ´den USA drosseln, indem sie inländische Produkte oder Importware aus anderen Ländern als den USA kaufen.
Damit politische Konflikte nicht entstehen oder verstärkt werden, ist es wohl besser, für einen solchen Verbraucherboykott Mundpropaganda mit sachlichen Argumenten zu betreiben. Und es ist auch besser, wenn sich unsere Politiker in der Öffentlichkeit gemäßigt und sachlich äußern., sich aber hinter verschlossenen Türen zwar auch sachlich, aber wesentlich deutlicher äußern.
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