Rundum amerikanisch zum Super Bowl?

Oder lieber echt italienisch zur Winterolympiade? Im Ernst. Wie sieht es mit der Zukunft des Handels zwischen den USA und der EU aus.

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(Un-)passend zur „USA-Werbung“ Donald Trumps beim Weltwirtschaftsforum in Davos kommt jetzt auf betriebswirtschaftlicher Ebene deutsche Werbung für US-Lebensmittel. In der Wuppertaler Rundschau vom 24.01.2026 hat Akzenta zwei ganze Seiten mit Lebensmittelwerbung geschaltet: die erste für EU-Lebensmittel unter „Rundum starke Preise“, die zweite unter „rundum amerikanisch bei Akzenta!“ In dem bunten Wochenangebot von Penny gibt es zwei Seiten mit °Unsere Snacks zum Super Bowl“ und eine weitere untern „Noch mehr Snacks zum Super Bowl.“„
Weil gerade ein hochrangiger Vertreter des DFB eine Diskussion über einen Boykott der Fußball-WM in den USA angeregt hat, kommt der Super Bowl als möglicher Ersatz gerade richtig. Am zweiten Sonntag im Februar ist das Endspiel um die Meisterschaft im American Football. Vorbeugend könnte man anlässlich dieses Events Bekannte und Verwandte zu einer Grillparty einladen. Als Leckerei könnte es „Frische ‚Borgmeier‘ Chicken Drums oder Chicken Wings natur oder mariniert“ von Akzenta oder „Chicken Wings diverse Sorten“ der Penny-Eigenmarke „Mike Mitchll’s“ geben. Wer diese Angebote nicht mag kann bei Akzenta ersatzweise auch Spare Ribs kaufen. Wer sich nicht von US-Schlachtabfällen ernähren will, könnte zu EU-Ware von Akzenta greifen: „Frische Putenschnitzel natur oder gewürzt, sorgfältig aus der Putenbrust geschnitten“. Für einen niedrigeren kg-Preis kann man dort haben: „Frische Stielkoteletts oder Lummerkoteletts vom Schwein, ideal für Pfanne oder Grill.“
Aber vielleicht ist der Versuch verfehlt, Wuppertaler mit Chicken Wings oder Spare Ribs zur Fernsehübertragung des Super Bowl zu locken. Vom 4. bis zum 22. Februar 2026 finden nämlich in Mailand und Cortina d’Ampezzo die Olympischen Winterspiele statt. Wintersport dürfte bei uns auf mehr Interesse stoßen als American Football. Insbesondere Fans von deutschen Wintersportler*innen werden wohl die Olympischen Spiele vorziehen. Wer beim Zuschauen stilecht italienisch feiern möchte, kann z.B. einfach eine Tiefkühlpizza aufwärmen oder Spaghetti Bolognese zubereiten. Man kann sich aber auch etwas aus einer Pizzeria mit italienischem Betreiber bringen lassen.
Leuten, von denen die obigen Erörterungen als Blödelei betrachtet werden, kann man nicht wirklich böse sein. Die Erörterungen haben aber einen ersten Hintergrund. Der US-Präsident hat die Drohungen und Zollerhebungen zu weit getrieben, so dass sich unerwartet in Sachen des Handels zwischen der EU und den USA das Blatt gewendet hat. Der Zoll-„Deal“ der EU mit den USA wurde vom Europaparlament auf Eis gelegt. Mit ihrem Vorpreschen haben sich Akzenta und Penny deshalb vielleicht verzockt. Von der EU werden zudem Freihandelsabkommen mit Mercosur und Indien angestrebt. Die Importe landwirtschaftlicher Produkte aus den USA müssten dann mit Produkten aus diesen Bereichen konkurrieren.
Die Geschichte der „regelbasierten Weltordnung“ schient dem Märchen von des Kaisers neuen Kleidern zu ähneln. Mit seiner Rede vor dem Weltwirtschaftsforum hat der kanadische Regierungschef der Verlogenheit der „Weltordnung“ ein Ende gesetzt, und alle können jetzt offen die Wahrheit sagen – nicht die von „Truth Social“. Es ist zwar mit Vergeltungsmaßnahmen der USA zu rechnen, die uns teuer zu stehen kommen. Aber die USA haben eine schwache Stelle: Sie haben jahrzehntelang auf Pump gewirtschaftet, und andere Staaten haben gro0w Teile ihrer Goldvorräte in den USA deponiert. Es könnte für die USA bitterer enden. wenn es einen alternativen sicheren Hafen für Goldvorräte gibt und unter Investoren gilt: „Sell America!“

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