11.07.2026Wuppertaler Friedensforum
Rückblick: „Ziviler Ungehorsam gegen Atomwaffen“
Ihre Mitstreiterin Chris Danowski sorgte mit ihrer Moderation und Übersetzung dafür, dass alle Anwesenden den Vortrag verstehen und der Austausch über Sprachgrenzen hinweg möglich war.
Susan schilderte eine spektakuläre Aktion in den 70er Jahren in Kalifornien: Mit ihrer Gruppe drang sie in eine Rüstungsfabrik ein, in der Trägerraketen für Atomsprengköpfe gefertigt wurden. Es gelang ihnen, bis in die Werkshalle vorzudringen und unter den Augen der Arbeiter die Stahlteile mit Hammerschlägen symbolisch „abzurüsten“ und sie mit ihrem eigenen Blut aus Babyflaschen zu übergießen. Diese Geste sollte dafür stehen, dass unschuldige Kinder den Kriegen zum Opfer fallen. Susan wurde dafür vor einem US-Gericht zu einer mehrmonatigen Freiheitsstrafe verurteilt. In ihrer Haft kam sie in den Austausch mit den Ausgestoßenen der US-Gesellschaft.
Eine jüngere Aktion führte Susan zum Militärstützpunkt Büchel, an dem US-Atomwaffen auf deutschem Boden stationiert sind. Auch hier gelangten die Aktivist:innen auf das Gelände, indem sie den Drahtzaun durchtrennten, und sie konnten die Raketensilos ausfindig machen. Sie bekam dafür einen Strafbefehl über eine Geldstrafe, die sie nicht zahlte und die sie stattdessen in Ersatzhaft absitzen musste. Ihre öffentlichkeitswirksamen Berufungsklagen durch alle Instanzen blieb ohne Erfolg. Susan sagte, in der Haft in Deutschland sei sie menschlicher behandelt worden als in den USA, was sie auf den Bezug zur Menschenwürde im Grundgesetz zurückführt. Es wurde ihr sogar gestattet, während des offenen Vollzugs einen Vortrag über ihre politischen Aktionen zu halten, bei dem der Gefängnisdirektor als Zuhörer erschien.
Den enormen Mut und die Hoffnung auf eine friedliche Welt zieht Susan aus ihrem christlichen Glauben, mit dem Bibelwort „Schwerter zu Pflugscharen“. Außerdem stärkt sie die Gemeinschaft mit anderen Menschen. Dazu gehöre es auch, miteinander zu lachen und zu tanzen. Sie lebt in einer Gemeinschaft der „Catholic Workers“ (Catholic Worker Movement), die Solidarität, Glauben, soziales und politisches Wirken zusammen denken.
Susan plädiert dafür, mit unbedingt gewaltfreien und dabei starken Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen Krieg, Aufrüstung und Militarisierung entschlossen einzutreten. Ihre Person und ihre Geschichten sind uns dafür ein Vorbild und eine Ermutigung!
Die musikalische Begleitung von Uli Klan unterstrich mit bewegenden Liedern die Atmosphäre des Abends. Er trug das Lied „Hiroshima – das kleine tote Mädchen“ nach einem Gedicht des berühmten türkischen Autors Nazim Hikmet vor. Das Friedenslied „The Wine and the Fig Tree“ mit biblischem Bezug spielte er gemeinsam mit Susan am Saxofon. Außerdem sang er ein selbst komponiertes Lied „ Selig sind die Sanftmütigen“ nach Texten aus der Bergpredigt, dem Talmud, dem Koran und von dem Mystiker Djallaludin Rumi. Zum Abschluss sang er „Imagine“ von Yoko Ono und John Lennon für alle zum Mitsingen.
Eine Gelegenheit, Susan und Chris wiederzutreffen und mit ihnen aktiv zu werden ist die diesjährige
Protestaktion in Büchel am 10. Oktober 2026.
Eine Veranstaltung der Internationalen Armin T. Wegner Gesellschaft und des Wuppertaler Friedensforums gemeinsam mit der GAAA (Gewaltfreie Aktion Atomwaffen abschaffen)

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