Boykott der Fußball-WM 2026?

Für echte Fußball-Fans wäre es gewiss eine Zumutung, wenn sie daran gehindert würden, Spiele der Fußball-WM zu sehen oder drauf verzichten sollten. Völlig ungewöhnlich wäre eine Boykottierung der WM aber nicht. Im Jahr 1980 wurden die Olympischen Sommerspiele in Moskau aus politischen Gründen boykottiert. Politische Gründe könnte es auch jetzt für einen Boykott geben.
Ein Grund, den europäische Fußballverbände für einen Boykott der Fußball-WM in den USA haben könnten, ist das Sicherheitsrisiko. Das rabiate Vorgehen der Zoll- und Einwanderungsbehörde ICE gibt nämlich Anlass zur Besorgnis um die persönliche Freiheit, die Unversehrtheit und das Leben der Spieler und der Funktionäre bei einem Aufenthalt in den USA. Und potentielle Zuschauer*innen könnten nicht nur dadurch, sondern auch wegen der Besorgnis um ihr eigenes Heil davon abgeschreckt werden, zu Spielen in die USA zu fahren.
Die Politik der Regierung und insbesondere des Präsidenten der USA könnten auf die Ablehnung weiter europäischer Kreise stoßen. Eine mögliche Reaktion könnte sein, dass die Radio- und Fernsehanstalten sowie die Presse nicht über die Fußball-WM berichten. Aber auch eine Weigerung potentieller Zuschauer, sich die Spiele bei Public Viewing oder daheim auf dem Sofa anzuschauen, käme in Frage.
Wie realistisch solche Vorstellungen sind, hängt wohl davon ab, was in den nächsten Monaten geschieht. Beispielsweise davon, wie sich Donald Trump in der Grönland-Frage verhält. Dazu gibt es eine interessante Meldung unter den Trump News im Internet:
„‚Eine Turnierabsage käme allenfalls als Ultima Ratio in Betracht, um Präsident Trump in der Grönlandfrage zur Vernunft zu bringen‘‚ erklärte CDU-Politiker Jürgen Hardt im Gespräch mit der Bild-Zeitung. Hardt ist außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag und somit kein politisches Leichtgewicht. Auch wenn Hardt betont, dass ein Boykott nur der letzte Ausweg wäre, ist er damit der erste Politiker aus dem Umkreis von Bundeskanzler Friedrich Merz, der eine Absage für die Fußball-WM 2026 öffentlich in den Raum stellt.“
Es kommt nicht nur darauf an, mit einem solchen Boykott zu drohen. Die Drohung sollte auch glaubhaft sein. Das Wichtigste wäre aber, das Angedrohte auch wirklich zu tun.
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