Was es für hygienische Sauberkeit zu Hause wirklich braucht

Umweltberatung gibt Tipps rund um den Frühjahrsputz


Die Frühlingssonne bringt es an den Tag: Fenster, Böden und Oberflächen könnten eine gründliche Reinigung vertragen. Drogeriemärkte halten dafür viele Regalmeter Produkte bereit – vom Hygienereiniger fürs Bad bis zum Powergel für die Küche. „Dabei sind Spezialreiniger, Desinfektionsmittel oder Produkte mit Bleichmitteln wie Chlor in der Regel überflüssig und bringen keinen hygienischen Mehrwert“, erklärt
Caroline Pilling, Umweltberaterin bei der Verbraucherzentrale NRW in Wuppertal. Das Umweltbundesamt (UBA), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und das Robert Koch-Institut (RKI) sehen insbesondere den Einsatz von Desinfektionsmitteln in Privathaushalten kritisch und warnen vor gesundheitlichen Risiken und Umweltbelastung. Pilling empfiehlt einfache, effektive und zudem preiswerte Alternativen zu teuren Spezialreinigern.

Tenside als Keimkiller ausreichend

Allzweckreiniger lösen Schmutz und Fett von Fußböden und glatten Oberflächen. Für hartnäckige Verschmutzungen auf unempfindlichen, kratzfesten Materialien und zum Polieren von Edelstahl eignen sich Putzsteine oder Wiener Kalk. Ein Handspülmittel reinigt Geschirr, Töpfe oder Küchenoberflächen und kann wegen seiner Fettlösekraft auch den Allzweckreiniger ersetzen. Die im Spülmittel enthaltenen Tenside (waschaktive, schäumende Substanzen) sorgen bereits für gute Hygiene. Desinfektionsmittel sind nur notwendig, wenn diese bei bestimmten Erkrankungen ärztlich empfohlen werden.

Allzweckreiniger auch für Griffe, Lichtschalter und den Mülleimer

Kühlschrank und Vorratsregal werden beim Putzen oft vergessen, benötigen aber in regelmäßigen Abständen (etwa alle ein bis zwei Monate) ebenfalls eine Reinigung mit Wasser und Allzweckreiniger. Damit sich im Abfalleimer Bakterien und Schimmel nicht vermehren, empfiehlt sich häufiges Leeren sowie regelmäßiges Ab- und Auswischen. Mit Wasser und Allzweckreiniger werden auch Lichtschalter, Türklinken, Schranktüren und Handläufe hygienisch sauber.

Säure gegen Kalk und Urinstein

Gegen Kalkablagerungen in Bad und Küche sowie hartnäckigen Urinstein im WC wirken Essigreiniger oder Zitronensäure. Für säureempfindliche Materialien wie Marmor oder Naturstein sind die Mittel allerdings ungeeignet. Putzmittelsprays können die Atemwege reizen, vor allem wenn Oberflächen großflächig eingesprüht werden. Das Mittel lieber direkt auf den Putzschwamm sprühen und dann verteilen. Übrigens: No-Name-Produkte sind in der Regel ebenso effektiv wie Markenprodukte.

VZ NRW/adpic

Sprays und Raumdüfte belasten die Luft in der Wohnung mit zusätzlichen Chemikalien und können insbesondere bei Menschen mit Allergien und Asthma zu Atembeschwerden, Hustenreiz, tränenden Augen oder Kopfschmerzen führen. Besser ist es, die Quelle des Miefs zu beseitigen und gründlich zu lüften. Ein unbedenkliches Hausmittel gegen unliebsame Gerüche ist Natron. Ein Schälchen des weißen Pulvers kann beispielsweise in Schuh- oder Kühlschränken gestellt werden und hartnäckige Gerüche verringern.

„Weniger ist mehr“ gilt auch bei Fenstern und Spiegeln
Für streifenfrei glänzende Fenster und Spiegel reichen Wasser, ein Tropfen Spülmittel, Abzieher und ein fusselfreies, trockenes Tuch zum Nachpolieren aus. Zu viel Putzmittel im Wasser führt häufig zu Streifen und Schlieren auf der Glasscheibe.

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