15.10.2026evangelisch wuppertal
Unterstützer für den Gedenkort Kemna
Mit viel Engagement arbeitet der Kirchenkreis Wuppertal mit den Bergischen Städten an der Gestaltung des Gedenkortes KZ Kemna. Jetzt hat sich ein Förderverein gegründet, der das Projekt stärken und unterstützen will.

Mit viel Engagement arbeitet der Kirchenkreis Wuppertal mit den Bergischen Städten an der Gestaltung des Gedenkortes KZ Kemna. Jetzt hat sich ein Förderverein gegründet, der das ehrgeizige Projekt stärken und unterstützen will.
Die Tinte ist kaum getrocknet, da geht es für den neu gegründeten Förderverein des geplanten Gedenk- und Lernortes Kemna in Wuppertal direkt weiter. Denn um ihn handlungsfähig zu machen, braucht es noch viel Arbeit. Die Satzung ist von den zwölf Gründungsmitgliedern unterzeichnet worden. Das Finanzamt müsse nun prüfen, ob die Voraussetzungen für die Gemeinnützigkeit gegeben seien, erklärt der Vorsitzende Klaus-Jürgen Reese.
„Die geplante Gedenkstätte Kemna ist eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt“, betont er. „Auch angesichts gesellschaftspolitischer Entwicklungen hat es eine größere Bedeutung denn je“. Besonders die Bestrebungen, die Gedenkstätte Kemna als Lernort zu denken und die Thematik vor allem auch jungen Menschen näherzubringen, befürworte er sehr.
Wichtiges bürgerschaftliches Engagement
Gegründet hat sich der Förderverein, um die Entstehung des Gedenk- und Lernortes zu begleiten und finanziell zu unterstützen. Auf dem Gelände an der Beyenburger Straße 164 waren zwischen 1933 und 1934 bis zu 2500 politische Häftlinge aus dem Bergischen Land und aus dem Ruhrgebiet unter katastrophalen Bedingungen inhaftiert. Kemna gehörte zu den rund 90 frühen Konzentrationslagern in Deutschland und ist eines der wenigen, deren Gebäude noch erhalten sind.

Von der Baustelle zum Gedenkort: Barbara Herfurth-Schlömer auf dem Kemna-Gelände
Die evangelische Kirche hat das Gelände vor sieben Jahren gekauft, um dort ihr Archiv unterzubringen. Dabei entstand die Idee, am historischen Ort an das frühere Bergische KZ mit einer Gedenkstätte zu erinnern. Sie konnte die bergischen Städte Wuppertal, Remscheid und Solingen dafür gewinnen. „Wir freuen uns sehr, dass uns nun ein gemeinnütziger Förderverein zur Seite steht, der dieses wichtige Projekt bürgerschaftlich in unserer Region verankert“, erklärt Projektleiterin Barbara Herfurth-Schlömer. „Der Verein will dazu beitragen, dass es breite Unterstützung in unserer Gesellschaft findet und viele Bürgerinnen und Bürger daran mitwirken.“
Gedenkort als Gemeinschaftsprojekt
In dem Fabrikgebäude, in dem das KZ untergebracht war, soll links neben dem Eingang ein Gedenkort mit einer Ausstellung entstehen, die die Geschichte des KZ und den Lageralltag anhand von Biographien anschaulich erzählt. Dabei wird auch die negative Rolle der Kirche und ihrer Seelsorgenden thematisiert. Hinzu kommt rechts neben dem Eingang ein Lernort, der anhand von Quellen und Medien den historischen Kontext erklärt. Er soll den Umgang mit dem Ort nach 1945 und Bezüge zur Gegenwart aufgreifen.
Der Förderverein wird das Projekt, dessen Gesamtkosten knapp fünf Millionen Euro betragen, vor allem in finanzieller Hinsicht unterstützen. „Gewisse Förderungen, mit denen wir das Projekt auf breitere Beine stellen, können nur von einem Rechtsträger wie einem Förderverein beantragt werden“, erklärt Barbara Herfurth-Schlömer. „Unser neuer Verein besteht aus sehr engagierten ehrenamtlichen Mitgliedern, denen das Projekt wirklich am Herzen liegt. Das sind gute Voraussetzungen für einen Gedenk- und Lernort, der in unserer Region gebraucht und genutzt wird.“
Text: Sabine Damaschke (mit WZ)
Fotos: Barbara Herfurth-Schlömer
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