16.03.2026evangelisch wuppertal
Staffellauf mit Gottes Kraft
Staffelübergabe im Kirchenkreis Wuppertal: In einem festlichen Gottesdienst hat der rheinische Präses Dr. Thorsten Latzel am Sonntag (15.03.) die langjährige Superintendentin Ilka Federschmidt verabschiedet. Zur Einführung gab er den Staffelstab an ihre beiden neuen Nachfolger Katharina Pött und Dr. Jochen Denker weiter.

Staffelübergabe im Kirchenkreis Wuppertal: In einem festlichen Gottesdienst hat der rheinische Präses Dr. Thorsten Latzel (im Bild links) am Sonntag (15.03.) die langjährige Superintendentin Ilka Federschmidt verabschiedet. Zur Einführung gab er den Staffelstab an ihre beiden neuen Nachfolger Katharina Pött und Dr. Jochen Denker weiter.
„Wir freuen uns auf Ihren gemeinsamen Lauf mit Christus als Kraft“, sagte der rheinische Präses und betonte die Besonderheit des geteilten Superintendentenamts in Wuppertal. Eine Doppelspitze, die sich das Leitungsamt nebenamtlich teilt, aber mit der anderen Hälfte der Arbeitszeit in der jeweiligen Gemeinde hauptamtlich aktiv bleibt: Das sei nicht nur im Kirchenkreis, sondern in der ganzen rheinischen Kirche neu, sagte Latzel. „Dieses Modell, für das Sie die richtigen Gaben und Kompetenzen mitbringen, hat uns überzeugt.“
Dass er im Festgottesdienst in der Gemarker Kirche nun zwei Superintendenten einführe, passe zu den Spuren, die Superintendentin Ilka Federschmidt in den 15 Jahren ihrer Amtszeit gelegt habe. „Der Kirchenkreis Wuppertal steht für ein hoch partizipatives geistliches Miteinander“, lobte der rheinische Präses. Mit viel „Hirn, Herz, Humor“ und einer tiefen Glaubensüberzeugung habe Ilka Federschmidt ihn geleitet. Sie sei eine echte „Menschenfreundin“ und Seelsorgerin. Daher passe es zu ihr, dass sie für ihre Abschiedspredigt das Thema Trost gewählt habe, so Latzel.
„Gott selbst tröstet“

Superintendentin Ilka Federschmidt predigte über Jesaja 66.
In ihrer Predigt über Jesaja 66, 10-14 legte die scheidende Superintendentin die biblische Vision, dass Gott sein Volk nicht verlassen wird, sondern eine Zukunft verspricht, in der Trost, Frieden und Leben wieder möglich werden, als Hoffnungstext für eine Kirche im Wandel aus. (Die Predigt gibt es weiter unten zum Download). Auch heute erlebe die Kirche Abschiede und Veränderungen, doch Gottes Wort eröffne eine Perspektive über die gegenwärtigen Krisen hinaus.
Ins Zentrum ihrer Predigt stellte Federschmidt den Gedanken des Trostes. „Gott selber tröstet“, sagte sie und beschrieb Trost als Kraft, die Menschen gerade dann aufrichtet, wenn Wünsche zerbrechen oder vertraute Strukturen enden. Trost bedeute nicht, Leid auszublenden, sondern ihm standzuhalten und sich dennoch von Gottes Nähe tragen zu lassen.
Trost verändert das Leben
„Überall, wo wir im Namen Gottes und im Auftrag Jesu Christi wirklich trösten oder getröstet werden, verändert es schon das Leben“, betonte die Theologin. Da beginne bereits etwas von dem Frieden, von dem der Prophet spreche. „Sein Trost ist schon die Gegenkraft gegen das Trostlose“, sagte Federschmidt – eine Hoffnung, die sie auch der evangelischen Kirche in Wuppertal für die kommenden Jahre mit auf den Weg gab.

Segensworte zum Abschied: Der rheinische Präses „entpflichtete“ Ilka Federschmidt im Festgottesdienst. Im Hintergrund: Pfarrerin Eva von Winterfeld und Pfarrer Frank Schulte
Mit stehendem Applaus wurde Ilka Federschmidt in der voll besetzten Gemarker Kirche verabschiedet. Unter den Gästen waren viele Wegbegleiter:innen aus Gemeinden, Kirchenkreis, Diakonie und der Leitung der rheinischen Kirche. Der katholische Stadtdechant Dr. Bruno Kurth betonte die gute Zusammenarbeit der beiden christlichen Kirchen in Wuppertal. Ilka Federschmidt sei eine echt „Teamplayerin der Ökumene“ gewesen.
Vorbild in gelebtem Gottvertrauen
Für den Aufsichtsrat der Diakonie dankte Professor Dr. Hans-Willi Kling für die „langjährige, konstruktive und menschlich geprägte Zusammenarbeit“, und Antonia Dicken-Begrich, Mitglied des Kreissynodalvorstandes (KSV), lobte die „sehr solide Vertrauensbasis“, die Ilka Federschmidt in der Zusammenarbeit mit dem Leitungsgremium des Kirchenkreises geschaffen habe. Als „Person mit gelebtem Gottvertrauen“ sei sie für alle ein Vorbild gewesen.

Viele Wegbegleiter:innen waren gekommen, um Ilka Federschmidt zu verabschieden und die neuen Superintendenten zu begrüßen.
Den beiden neuen Superintendenten und dem ebenfalls im Festgottesdienst neu eingeführten Assessor (stellvertretender Superintendent) Pfarrer Frank Schulte wünschte Antonia Dicken-Begrich „Mut, Zuversicht und Gottvertrauen“. Auch Pfarrer Bernd Ekkehart Scholten, Superintendent des Kirchenkreises Leverkusen, Michael Sengstmann, Finanzkirchmeister der Evangelischen Kirchengemeinde Langerfeld, und Gerhard von der Heyden vom Presbyterium der reformierten Gemeinde Ronsdorf betonten ihre Freude darüber, dass nun mit Katharina Pött und Dr. Jochen Denker zwei Pfarrer die Verantwortung für den Kirchenkreis übernehmen.
Frischer Wind und ein Apfelbaum
„Wir freuen uns auf frischen Wind und sind gespannt auf das geteilte Superintendentenamt“, sagte Bürgermeister Rainer Spiecker (CDU). Katharina Pött bringe eine große Leidenschaft für Quartiersarbeit mit und Dr. Jochen Denker stehe für politische Wachsamkeit. „Von seinem Credo, dass zwei Köpfe klüger sind als einer, können wir auch in der Politik etwas lernen“, meinte er.

Das Team des Superintendentenbüros verabschiedete sich mit einem Apfelbaum voller Wunschkarten (v.l.: Liesa Schranner, Angela Lapschies, Ilka Federschmidt, Miriam Ladage, Helga Homberg, Sabine Damaschke, Thorsten Levin)
Beim anschließenden Empfang gab es noch viel Gelegenheit zu einer persönlichen Verabschiedung von Ilka Federschmidt und Glückwünschen für die beiden neuen Superintendenten. Dabei wurde auch ein besonderes Symbol der Hoffnung überreicht: Ilka Federschmidt erhielt von ihrem Büro und dem KSV einen Apfelbaum mit vielen bunten persönlichen Glückwunschkarten. Ihre Liebe zu Garten und Natur war auch in vielen Reden Thema. Der rheinische Präses fasste es schlicht so zusammen: „Dem Biotop der evangelischen Kirche werden Sie fehlen.“
Polizeieinsatz im Festgottesdienst
Leider kam es im Festgottesdienst zu einem kurzen Polizeieinsatz. Ein psychisch auffälliger Mann wollte auf der Kanzel eine Predigt halten. Auf mehrfache, eindringliche Bitten, den Gottesdienst nicht weiter zu stören, reagierte er nicht und musste von der Polizei abgeführt werden.
Text: Sabine Damaschke
Fotos: Thorsten Levin
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