Bibel meets Pop

Was passiert, wenn Religion auf Popart trifft? Eine Schau in der Bibliothek der KiHo zeigt es jetzt auf frechen und bunten Plakaten.

Was passiert, wenn Religion auf Popart trifft? Eine Schau in der Bibliothek der KiHo zeigt es auf frechen und bunten Plakaten. Die Ausstellung, die noch bis zum 18. Mai zu sehen ist, soll vor allem Jugendliche ansprechen.

Josef als fürsorglicher Patchwork-Vater, Maria während der Geburt Jesu, Johannes als bloßer Kopf, den eine Hand unter Wasser drückt: Die Plakate, die die Hochschul- und Landeskirchenbibliothek (HLB) Wuppertal in der Ausstellung „Bibel meets Pop“ zeigt, provozieren und irritieren.

Und zwar mit Absicht, wie Professor Joachim von Soosten, Privatdozent an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal (KiHo), bei der Ausstellungseröffnung am Donnerstag (01.02.) betonte. „Popkultur liest Traditionen gegen den Strich“, sagte er. Ihr Kennzeichen sei der Mix von Stilen, der immer in Bewegung sei. „So kann eben auch das Subkulturelle und Subversive befreiender Wahrheit ans Tageslicht treten.“

„Popkultur spielt mit dem Heiligen“

Auf zwanzig Plakaten stellt die Ausstellung im Foyer der Bibliothek auf dem Gelände der KiHo Personen der Bibel auf eine moderne und karikierende Weise vor, die sie bisweilen sogar bloßstellt. Die Bilder müsse man nicht mögen, in jedem Fall aber regten sie zu Diskussionen an, erklärte von Soosten.

„Popkultur spielt mit allem, was ihr unter die Augen kommt, auch mit dem Heiligen“, so der Professor weiter. „Damit kann Fremdes, Verbotenes, Ausgegrenztes ins Spiel kommen.“ Anschauungsmaterial dieser Art könne auch den schulischen Kunst- oder Religionsunterricht beleben.

Professor Joachim von Soosten und Bibliothekarin Elke Claussen führten in die Plakatausstellung ein.

„Die Schau versteht sich als spielerische Aufforderung, sich mit den Personen der Bibel zu beschäftigen und bietet einen neuen Blick auf diese“, ergänzte HLB-Mitarbeiterin Elke Claussen. „Frech, bunt und kreativ verknüpft sie die biblischen Gestalten der Heiligen Schrift mit unserer heutigen Welt.“

QR-Code liefert Hintergründe

Dafür spielen die Plakate optisch mit verschiedenen Genres, präsentieren kunsthistorische Motive aus verschiedenen Jahrhunderten, zitieren Gedichte ebenso wie Tweets oder Lieder und verbinden biblische Geschichten mit aktuellen gesellschaftspolitischen Debatten.

Und weil nicht alle Informationen, die dem Verständnis auf die Sprünge helfen, Platz auf den Plakaten finden, werden sie per QR-Code digital verlängert. Betrachter:innen können sich so direkt vor Ort auf ihrem Smartphone Hintergründe zu Adam und Eva, Esther oder Hiob, Jesus oder Gott und herunterladen, in Form von Bildern und Videos, Audios und Rätseln.

Bibel meets Pop

Die Ausstellung „Bibel meets Pop“ ist bis zum 18. Mai 2024 während der Öffnungszeiten der HLB zu sehen. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung wurde von ausstellung-leihen.de, einer Einrichtung des Evangelischen Presseverbandes für Bayern e.V., konzipiert. Die künstlerische Konzeption stammt von CarolinLintl/studio clakk.

Text: Frank Grünberg (KiHo)/KK-sd
Fotos: Frank Grünberg

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