27.07.2026evangelisch wuppertal
Angriff auf Freiheit und Vielfalt
Nach dem Anschlag am Rande des CSD in Berlin betonen Superintendentin Katharina Pött und CityKirchenpfarrer Johannes Nattland, wie wichtig es ist, als offene und vielfältige Gesellschaft zusammenzustehen. Sie rufen dazu auf, sich an der heutigen Solidaritätskundgebung in Wuppertal zu beteiligen.

Eine offene Kirche für alle Menschen: Katharina Pött und Johannes Nattland vor der CityKirche in Elberfeld
Nach dem Anschlag am Rande des CSD in Berlin betonen Superintendentin Katharina Pött und CityKirchen-Pfarrer Johannes Nattland, wie wichtig es ist, als offene und vielfältige Gesellschaft zusammenzustehen. Sie rufen dazu auf, sich an der heutigen Solidaritätskundgebung in Wuppertal zu beteiligen.
Nach dem mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) in Berlin betont auch die evangelische Kirche in Wuppertal ihre Trauer und Solidarität. „Wir trauern um den Menschen, der sein Leben verloren hat, und beten für die Verletzten, ihre Angehörigen und alle, die dieses furchtbare Geschehen miterleben mussten“, sagt Superintendentin Katharina Pött. Dankbar sei sie allen, die Hilfe leisten und einander beistehen.
Bei dem Anschlag in der Nacht zum Sonntag war ein Kastenwagen in eine Menschenmenge im Berliner Tiergarten gefahren. Der Attentäter ist anschließend mit einer Stichwaffe auf weitere Passanten losgegangen. Eine Frau starb, 29 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde am Sonntag bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau tödlich verletzt.
Für Vielfalt, Respekt und Freiheit
„Als Kirche stehen wir an der Seite derjenigen, die für Vielfalt, Respekt und die Freiheit eintreten, lieben zu dürfen, wen ihr Herz wählt“, so die Pfarrerin weiter. Der Angriff auf den CSD sei ein Angriff auf das Recht, sichtbar zu sein, frei zu leben und ohne Angst zusammenzukommen. „Unsere evangelischen Gemeinden in Wuppertal sind Abbild einer vielfältigen und bunten Gesellschaft, und die Menschen der LGBTQ -Lebensform gehören selbstverständlich dazu.“
Doch diese Selbstverständlichkeit werde zunehmend von einem Teil der Gesellschaft in Frage gestellt, beobachtet CityKirchenpfarrer Johannes Nattland. In den letzten Jahren werde er oft zum Thema „Querness in der Kirche“ angesprochen. „Ich erlebe eine große Verunsicherung bei den Menschen, die beim Thema Liebe und Geschlecht anders lieben oder fühlen als die meistgesehene Norm. Immer mehr fragen sich, ob sie das noch nach außen tragen können.“
Genau dazu ermutige der Christopher Street Day, betont der Pfarrer. Das diesjährige Motto „Haltung ist hot“ bekommt für ihn durch die Tat eine neue Bedeutung für die gesamte Gesellschaft – auch in Wuppertal: „Haltung bedeutet jetzt, Solidarität zu zeigen und Hass nicht das letzte Wort zu überlassen.“ Gemeinsam mit Superintendentin Katharina Pött ruft er dazu auf, sich der heutigen Kundgebung auf dem Willy-Brand-Platz in Wuppertal anzuschließen.
Kundgebung in Trauer und Solidarität
Queeres Leben braucht Verbündete – rechtlich, zivilgesellschaftlich, politisch
Montag, 27.07.26, 17.30 bis 18.30 Uhr
Willy-Brand-Platz/Ecke Kleine Klotzbahn
Die Kundgebung wird vom queeren Zentrum Wuppertal „Inside:Out“ organisiert.
Text und Foto: Sabine Damaschke
Weiter mit:
Kommentare
Neuen Kommentar verfassen