Erinnern an den „Tag der Schuld“

Der Novemberpogrom 1938 als gesellschaftliches Thema in Deutschland. Ein Vortrag von Dr. Harald Schmid, Lübeck

Die Synagoge in Barmen (1897-1938) ©Begegnungsstätte Alte Synagoge

Anlässlich des 85. Jahrestags der gewalttätigen Aktionen gegen Jüdinnen und Juden im Deutschen Reich spricht Dr. Harald Schmid über die Bedeutung des „deutschen Datums“ 9. November. Nach 1918 artikulierte dieses Datum die Wut der politischen Rechten über den angeblichen „Dolchstoß“ zur Beendigung des Ersten Weltkriegs und über die verhasste Weimarer Republik, für Monarchisten symbolisierte es das Ende des geliebten Kaiserreichs. Nach 1933 stieg der 9. November auf zum „Reichstrauertag“ der Nationalsozialisten, die an diesem Tag an die Opfer des gescheiterten Hitler-Putschs von 1923 in gigantischen und weihevollen Zeremonien gedachten. Seit 1945 steht das Datum für die rassistische Gewalt gegen die jüdische Bevölkerung, für den „Auftakt der Vernichtung“ – seit 1989 in scharfem Gegensatz zur freudigen Erinnerung an die Öffnung der Berliner Mauer.

 

Im Zentrum des Vortrags steht die Bewertung des 9. November als „Tag der Schuld“ – wie haben sich die Politiker auf Bundesebene, wie Kommunen und wie die Zivilgesellschaft mit diesem Datum und seiner historischen Bedeutung auseinandergesetzt?

 

Dr. Harald Schmid, Politikwissenschaftler und Zeithistoriker, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Bürgerstiftung Schleswig-Holsteinische Gedenkstätten und stellvertretender Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Gedenkstätten und Erinnerungsorte in Schleswig-Holstein e.V. Er war Gründungsmitglied des FORUMS der Landesarbeitsgemeinschaften, Erinnerungsorte und -initiativen in Deutschland und ist Vorstandsmitglied des Verband der Gedenkstätten in Deutschland.

 

Mittwoch, 08.11.2023, 19:30 Uhr

Begegnungsstätte Alte SynagogeWuppertal, Genügsamkeitstraße, Eingang Krugmannsgasse

Eintritt frei

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