Dohmens unregelmäßig erscheinende Lesefrüchte VII

"Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", 16.4.2023

Lesefrüchte: „Im Juli 1990 schrieb der Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn sein konservatives Manifest ‚Russlands Weg der Krise‘. Auf zwei Seiten seines ‚Appells an die Ukrainer‘ findet man alle Hauptthesen von Putins Propaganda über ein ‚geeintes Volk‘ wieder“ (Andrii Portnov, „Arroganz aus Tradition – Von Gogol bis Nabokov, von Bulgakow bis Solschenizyn – in der russischen Literatur wird die Ukraine mit Herablassung behandelt. Eine Revision“, FAS, Nr. 15, S. 42).

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Alexander Kluge „warnt vor einer Eskalation zum Atomkrieg, falls die Ukraine weiter mit schweren Waffen unterstützt werde, und spricht von einer Auseinandersetzung um die Nato-Grenzen der Zukunft“. „Der Krieg als Zustand, der sich, sobald er begonnen hat, verselbständigt und der Steuerung derjenigen entzieht, die ihn ausgelöst haben: Das ist das Leitmotiv dieser Fibel, und Kluge variiert es mehrfach.“ Wörtlich: „In Zeiten, als der Krieg noch auf Schlachtfeldern geführt wurde, dienten Krähen als natürliche Indikatoren, anhand derer sich der Schauplatz der Schlacht in der weiten Landschaft schon aus der Ferne bestimmen ließ. Dort, wo die Krähenschwärme in der Luft standen, lagen die Gefallenen und Verwundeten, die von den weiterziehenden Armeen zurückgelassen worden waren“ (Tobias Rüther, „Die Fiktion und der Krieg – Marcel Beyer[1] und Alexander Kluge[2] haben Bücher über den russischen Überfall auf die Ukraine geschrieben. Der eine geht ganz nah ran, der andere verliert aus dem Blick, wer der Aggressor ist“, S. 37).

Nur die Überschrift: „Erdacht oder errechnet? – Ob Algorithmen oder Menschen einen Text verfasst haben, ist nicht einfach zu erkennen. Technik soll helfen, maschinengenerierte Inhalte zu entlarven“, S. 57.

Highlight: Wo Krähenschwärme in der Luft stehen.

Personen:
Marcel Beyer
Michail Bulgakow
Nikolai Gogol
Alexander Kluge
Vladimir Nabokov
Andrii Portnow
Wladimir Putin
Alexander Solschenizyn

 

[1] „Die tonlosen Stimmen beim Anblick der Toten auf den Straßen von Butscha“, Wallstein.

[2] „Kriegsfibel 2023“, Suhrkamp.

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