Das Polizeipräsidium in Wuppertal. Geschichtsort zu Diktatur und Demokratie

In Kooperation mit der Polizeibehörde bietet die Begegnungsstätte Alte Synagoge am Dienstag, 5. Dezember, 18 Uhr, unter der Leitung von Michael Okroy eine historische Führung durch das Polizeipräsidium Wuppertal an.

Der ehemalige Festsaal (heute Saal 300) des Polizeipräsidiums im Jahr 1940. Foto: Karl Hugo Schmölz

 

 

Es gibt wohl kaum ein öffentliches Gebäude in unserer Stadt, das auf eine derart wechselhalfte und widersprüchliche Vergangenheit zurückblickt. Das 1939 eingeweihte Präsidium war bis Kriegsende 1945 als Sitz von Polizei und Gestapo die regionale Zentrale der NS-Verfolgungsbehörden. Zahlreiche Verbrechen haben von dort ihren Ausgang genommen, z.B. die Deportationen von rund 900 Juden und Jüdinnen sowie der Sinti und Roma. Nach 1945 diente das Gebäude dann als Sitz der britischen Militärregierung, als Entnazifizierungsbehörde, Konzertort und für viele Jahre als „Neues Rathaus“ der Stadt Wuppertal. In den 1960er Jahren war der große Saal des Präsidiums sogar Schauplatz eines spektakulären NS-Prozesses. Vor Gericht standen 14 ehemalige Polizisten, u.a. aus Wuppertal, wegen ihrer Beteiligung an einer Massenmordaktion im Juni 1941.

Da das Polizeipräsidium im Zweiten Weltkrieg nahezu unzerstört geblieben ist, haben sich auch einige monumentale Wandbilder als Hinterlassenschaft der Nazi-Zeit erhalten, darunter großformatige Reiterfiguren der SS, Polizei und Wehrmacht. In dieser Konstellation von Bildinhalt und Ort sind sie in ihrer Art deutschlandweit einzigartig.

 

 

Dienstag, 05.12.2023, 18:00 Uhr

Polizeipräsidium, Friedrich-Engels-Allee 228

Eintritt: 5 Euro

Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl (30 Pers.) wird um Anmeldung gebeten:

oeffentlichkeitsarbeit.wuppertal@polizei.nrw.de

 

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