Projektstopp für zentrale Energieversorgung im Grünen Zoo: Kostensteigerungen und Haushaltslage erzwingen Kurswechsel

Das Großprojekt „COZ(W)OO“ zur zentralen, CO₂-reduzierten Energieversorgung im Grünen Zoo Wuppertal wird eingestellt. Angesichts der angespannten Haushaltslage und der wirtschaftlichen Risiken wird der Zoo die Energiewende nun durch schrittweise Einzelprojekte statt durch ein zentrales System vorantreiben

Foto: C.Otte

Das ehrgeizige Vorhaben, den Zoo über ein Nahwärmenetz mit Holzgas-Blockheizkraftwerk, Biomassekessel und Wärmepumpen zu versorgen, bei dem das Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal die Projektleitung und -steuerung innehatte, stieß im Laufe der detaillierten Planungsphase (Leistungsphase 3) auf massive finanzielle Hürden.

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Während die ursprüngliche Kostenschätzung bei ca. 5,5 Mio. Euro lag, prognostizierten die im August 2025 abgeschlossenen Berechnungen einen Investitionsbedarf von rund 10,5 Mio. Euro. Insbesondere der Eigenanteil der Stadt wäre dadurch von geplanten 1,1 Mio. Euro auf ca. 6,1 Mio. Euro angestiegen.

Trotz bereits bewilligter Fördermittel des Bundes in Höhe von fast 4,4 Millionen Euro (davon bereits ca. 250.000 Euro abgerufen) und einer Fristverlängerung bis 2029, erscheint eine erfolgreiche Umsetzung unter den veränderten Rahmenbedingungen nicht mehr darstellbar.

In gemeinsamer Absprache mit der Stadtspitze wurde das Projekt daher Ende Januar 2026 offiziell gestoppt. Verzögerungen ergaben sich im Vorfeld zum einen durch schwierige öffentliche Ausschreibungsverfahren, bei denen mehrfach keine gültigen Angebote eingereicht wurden sowie zum anderen durch die Standortänderung der Heizzentrale.

Diese wurde mit den konkreter werdenden Planungen des Parkhauses bzw. der Seilbahn-Talstation für die BUGA notwendig. Dennoch lieferte die Planungsphase wertvolle Erkenntnisse: So wurde im Zuge der Vorarbeiten bereits eine dezentrale Wärmeversorgung geprüft, die nun als Grundlage für künftige Schritte dienen kann.

Der Grüne Zoo bedauert die Einstellung des zentralen Vorhabens ausdrücklich, da die prognostizierte CO₂-Reduktion bei beachtlichen 1.616 Tonnen pro Jahr gelegen hätte. Dennoch bedeutet das Ende dieses spezifischen Projekts nicht das Ende der Klimaschutzziele.

„Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen, doch die Verantwortung für einen sparsamen und wirtschaftlichen Mitteleinsatz lässt uns keine andere Wahl“, so Zoodirektor Arne Lawrenz. „Wir halten an unserem Ziel einer CO₂-reduzierten Energieversorgung fest. Statt eines zentralen Großsystems werden wir nun nachhaltige und förderfähige Lösungen schrittweise in Form von Einzelprojekten realisieren, um die Modernisierung des Gebäudebestands im laufenden Betrieb sinnvoll umzusetzen.“

Der Projektstopp für die zentrale Energieversorgung im Grünen Zoo eröffnet Chancen für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung. Das zugrunde liegende Konzept stammt aus dem Jahr 2021, seither haben sich sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen deutlich verändert.

Dadurch können aktuelle Erkenntnisse einbezogen und eine klimafreundliche, wirtschaftliche Energieversorgung mit möglichst geringen CO₂-Emissionen realisiert werden. An dieser Stelle danken wir dem Gebäudemanagement der Stadt Wuppertal sowie allen übrigen beteiligten Partnern recht herzlich für die geleistete Arbeit im Rahmen des Planungsprozesses.

Quelle:Grüner Zoo Wuppertal

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