Inversionswetterlage und Erneuerbare-Energien

Inversionswetterlage: Warme Luft über kalter Luft am Boden. Nebel und kein Wind. In den 70er-Jahren ein Schreckensszenario. Und heute?

Grafik Verhältnis Erneuerbare Energien zu EnergieverbrauchGrafik Verhältnis Erneuerbare Energien zu Energieverbrauch ©Bundesnetzargentur

Dauernebel, kein Wind, die Luft roch nach Abgasen, Rauch und Staub legten sich auf Autos und Fensterbänken.

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Eltern hatten in den 70er-Jahren Angst um ihre Kinder, Kinderärzte und Kliniken standen vor der Überlastung, Ältere und Kinder sollten sich nur kurz im Freien aufhalten. Und das Schlimmste (ähnlich wie heute), es drohten Fahrverbote.

Schuld war die Inversionswetterlage. Warme Luft in der Höhe verhinderte, dass kältere Luft am Boden nach oben stieg. In der Trennschicht bildete sich Nebel. Es kam kein Sonnenstrahl zum Boden, der die kalte Luft erwärmte. Wie in einem Topf mit Deckel blieben alle Abgase und Stäube gefangen. Pseudokrupp und andere Atemwegserkrankungen waren die Folge.

SMOG: Ein Kunstwort auf den englischen Wörtern für Nebel und Rauch. Wer sehen möchte, wovor die Menschen in den 1973 Angst hatten, sei der Film SMOG von Wolfgang Menge und Wolfgang Petersen auf youtube empfohlen.

SMOG ist heute kein Thema in Deutschland mehr, wir haben die Kurve bekommen. Und doch ist die Inversionswetterlage nicht ganz unproblematisch. Das Schlagwort hat gewechselt. Nun heißt das Problem „Dunkelflaute“. Keine Sonne, kein Wind und das über große Teile Deutschlands. Die Folge sind fehlende Sonnen- und Windenergie.

Wer sich Sorgen machen möchte, empfehle ich die Seite der Bundesnetzagentur: https://www.smard.de/home. Und hier den Punkt „Erneuerbare-Energien-Erzeugung und Stromverbrauch“.

Schaut man sich hier für gestern (25.01.2021, 7:00 Uhr) den Stromverbrauch und die Erzeugung durch erneuerbare Energien an, so treibt es einen den Angstschweiß auf die Stirn.

Von den verbrauchten 64.000 MWh gehen nur 10.000 MWh auf erneuerbare Energien. Davon die Hälfte auf Biomasse. Windkraft on- und offshore liegen bei 3.700 MWh. Photovoltaik fast null.

Macht eine Lücke von 54.000 MWh oder 84 %. Ein riesen Loch und eine Aufgabe für die nahe Zukunft.

Werden unsere Kinder und Enkel in 50 Jahren so entspannt zurückschauen wie wir heute auf die 70er-Jahre. Oder werden sie uns verfluchen für unsere Untätig- und Langsamkeit.

Hier noch etwas Positives: Ein Blick auf den 15. Januar 2023. An diesem Tag, war es windig und die Sonne schien. Stundenweise konnte der gesamte Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen werden.

V. i. S. d. P.:
Wolfhard Winkelströter

Bildnachweis:
https://www.smard.de/home der Bundesnetzagentur (25.01.2021 8:00)

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