07.06.2026Uli Schmidt
BUGA Radtour in der eigenen Blase
Unsere Oberbürgermeisterin Miriam hat im Planungsbeirat der BUGA 2031 vor wenigen Wochen einen Termin für eine Fahrradtour auf dem sogenannten BUGA-Radwegering in Aussicht gestellt – allerdings zunächst nur mit Datum, ohne Uhrzeit und Treffpunkt. Als jemand, der sich sowohl für die BUGA als auch für den Radverkehr in Wuppertal interessiert, habe ich mir das notiert. In einem kurzen Smalltalk hatte ich sogar meine Vorfreude aufs gemeinsame Radeln geäußert.
Dann vergingen die Wochen. Der Termin tauchte nirgends offiziell auf: keine konkreten Infos zu Start, Route oder Uhrzeit. Eine indirekte Nachfrage auf Facebook blieb unbeantwortet, eine direkte Messenger-Nachricht ebenfalls. Erst deutlich später kam die Entschuldigung: Die Nachricht sei übersehen worden – da war die Tour allerdings schon fast vorbei.
Bleibt die Frage: Wer hat überhaupt von dem Termin erfahren, und wer ist mitgefahren? Ein Video von Miriam liefert einen Teil der Antwort: Es waren offenbar nicht viele, auch aus der Politik waren die üblichen Gesichter nicht zu sehen. Das wirkt wie eine Tour in der eigenen Blase – mit vorhersehbar wenigen kritischen Nachfragen.
Zum BUGA-Radwegering selbst: Ich sehe das Projekt weiterhin mit Skepsis und halte es derzeit eher für eine grüne Mogelpackung. Gerade deshalb hätte ich gerne an der Tour teilgenommen – um unterwegs im Rahmen der viel beschworenen Bürger*innenbeteiligung konkrete Anregungen zu geben. Diese Chance ist vertan.
Aktuell arbeitet ein externes Büro an einem Konzept für den Ring. Parallel sammelt die Verwaltung bereits „Eilanträge“, um einzelne Abschnitte vorab zu starten. Dass inhaltliche Informationen trotz Zusage nicht zu den genannten Terminen geliefert wurden, überrascht da leider kaum.
Unterm Strich bleibt: Beteiligung lebt von Transparenz, verlässlicher Kommunikation und offenen Runden – nicht von halböffentlichen Terminen, die nur Insider erreichen. Der BUGA-Radwegering wird sich an genau diesen Maßstäben messen lassen müssen. Es bleibt spannend, ob aus dem Ring mehr wird als ein kommunikatives Feigenblatt. Es geht natürlich auch um nicht wenig Geld welches für den Radverkehr ausgegeben werden soll. Eigentlich haben wir ja auch ein beschlossenes Radverkehrskonzept welches seit Jahren auf Umsetzung wartet und nur teilweise in ganz kleinen Insellösungen und das auch noch handwerklich schlecht gemacht umgesetzt wird.
Quellen:
https://www.facebook.com/share/r/14fkdWFpHe9/
wuppertalaktiv! Radwegegering durch Wuppertal – YouTube
Rund ums Tal mit dem Fahrrad: Infoveranstaltung zum Radring Wuppertal | Wuppertal
SessionNet | Planungsbeirat BUGA – 16.03.2026 – 15:30-16:50 Uhr
Weiter mit:
Die Mitarbeiter in der Stadtverwaltung können sich nicht aussuchen, ob sie für oder gegen die BUGA sind. Die Stadt hat sich am 16. November 2021 (!) dafür entschieden und ist ihr Arbeitgeber.
Dass einige Mitarbeiter nun versuchen, das Beste aus der Idee des Radwegerings um Wuppertal herauszuholen, der ja eigentlich schon aus der zentralen BUGA-Planung rausgefallen ist, finde ich aller Ehren wert.
Wenn man zu so einer Tour keine hartnäckigen BUGA-Gegner einlädt, ist das vielleicht ein verständliches Versehen.
Die WZ wurde scheinbar eingeladen, hier die Infos zur Tour: wz.de/149534607
Susanne da ich zwar BUGA Gegner bin ist zwar kein Geheimnis allerdings bin ich auch einer der Menschen die sich für den Radverkehr einsetzen. Nun danke für den Link zur WZ den ich natürlich lesen kann weil ich ein ABO habe. Ich sage es mal so warten wir mal den 21 Dezember ab wie sich der Stadtrat entscheidet. Da werden noch einige Dicke Bretter gebohrt werden müssen…. Es hängt also sehr davon ab was gemacht werden soll und wie teuer das ganze dann wird ob es eine Mehrheit findet. Für die BUGA ist dieser Radring vollkommen unerheblich. Wenn er kommen sollte wird er auf jeden fall wegen der „Begeisterung“ auch innerhalb der Verwaltung in der Priotät ganz oben stehen. Dumm ist nur das er innerhalb des Radverkehrskonzeptes als aber auch dazu gehörige Grundsatzbeschlüsse eher weiter unten angesiedelt gehört. Sollte der Stadtrat sich dafür entscheiden wird es an anderer Stelle zumindest bis 2031 sehr langsam bis gar nicht vorwärts gehen. Ich finde es im übrigen lustig das von der WZ der Sportjournalist Günter Hiege den Artikel geschrieben hat. Nun Politiker die auch eigentlich zumindest wenn die im Planungsbeirat sitzen ebenfalls zwar mitgeteilt bekommen haben das unsere Oberbürgermeisterin eine Radtour auf den damals noch BUGA Radwegering nicht dabei waren könnte auch daran liegen das denen der genaue Termin nicht mitgeteilt wurde. Da Miriam mich ganz gut kennt hätte diese mir dann allerdings mitteilen dürfen das ich „unerwünscht“ bin. Womit ich im übrigen ganz gut leben kann wenn das so gewesen sein sollte …. ich frage dann noch mal nach . Hast du irgendwas inhaltliches noch zum Radring zu sagen? Das würde mich natürlich interessieren.
„…eher für eine grüne Mogelpackung“ – wieso „eher“?
Es geht bei der Buga um darum, eine wirtschaftlich abgehängte Stadt kurz mit einem Strohfeuer zu erleuchten und zu erwärmen, um die Bürgerinnen und Bürger in dem Glauben zu wiegen, in der besten aller möglichen Städte zu leben.
Die Bürgerinnen und Bürger wollen’s hören, die Fördernachttöpfe geben’s her und die Leserinnen und Leser glauben alles mögliche; die Kommunalpolitiker sehen sich in den Beteiligungen aller Art in ihrer Wichtigkeit bestätigt, können aber spontan kaum einen Satz druckreif äußern. Und so nutzt die AfD weiter den kommunalen Notstand.
Not täte ein vielmehr schlichter Realismus: weniger Schlaglöcher auf den Straßen, niedrigere Tarife der Fernwärme, weniger Phrasen der Stadtverwaltung und der Kommunalpolitik: Macht eure Arbeit und lasst die heiße Luft aus den Verlautbarungen.