16.03.2026Uli Schmidt
BUGA-Planungsbeirat März 2026
Heute tagte der BUGA-Planungsbeirat. Wie zu erwarten war, wurde der Verwaltungsvorlage zu meinen beiden Bürgeranträgen zugestimmt. Nicht von allen Mitgliedern – aber von genug, um deutlich zu machen, dass innerhalb der Politik offenbar wenig Interesse besteht, sich mit den vorgeschlagenen Alternativen ernsthaft auseinanderzusetzen.
Damit gelten meine beiden Bürgeranträge offiziell als abgelehnt.
Dabei ging es in den Anträgen im Kern um eine recht einfache Frage:
Bevor landwirtschaftliche Flächen für Parkplätze in Anspruch genommen werden, sollten zumindest vorhandene oder brachliegende Flächen geprüft werden.
Gerade im Zusammenhang mit den anderen behandelten Themen der Sitzung wurde für mich jedoch noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, dass NGOs, Initiativen und auch einzelne Bürgerinnen und Bürger einen kritischen Blick auf die Planungen zur BUGA werfen.
Denn eines wurde heute erneut sichtbar:
Das Bild, das derzeit von der BUGA 2031 gezeichnet wird, enthält noch viele offene Fragen – insbesondere, wenn es um die tatsächliche Umsetzbarkeit einzelner Planungen geht.
Teilweise wurden während der Sitzung PowerPoint-Folien gezeigt, die selbst für Mitglieder des Gremiums kaum lesbar waren. Gleichzeitig wurden komplexe Inhalte in sehr kurzer Zeit präsentiert.
Die Geschäftsführerin der BUGA-gGmbH, Susanne Brambora-Schulz, präsentierte die Inhalte zwar wie gewohnt professionell. Auf konkrete Nachfragen aus dem Gremium folgten jedoch häufig eher ausweichende Antworten.
Dazu wird es in den nächsten Tagen sicherlich noch einen eigenen Bericht geben.
Heute soll es zunächst um meine beiden Bürgeranträge und meinen Wortbeitrag im Rahmen des Rederechts gehen.
Da solche Beiträge im Ratsinformationssystem der Stadt Wuppertal in der Regel nicht im Wortlaut dokumentiert werden, veröffentliche ich meinen Redebeitrag hier vollständig.
Transparenz sollte schließlich nicht davon abhängen, ob ein Beitrag im RIS auftaucht oder nicht.
Redebeitrag:
„
Hallo zusammen,
es freut mich, dass es inzwischen einen BUGA-Planungsbeirat gibt. Ehrlich gesagt war ich schon etwas erstaunt, dass dieses Gremium seine Arbeit nicht deutlich früher aufgenommen hat.
Wenn wir uns meine Bürgeranträge zum Thema Parken anschauen, dann stellen wir fest: Diese habe ich bereits im Juni letzten Jahres geschrieben. Wir haben jetzt März.
Dass das Büro des Oberbürgermeisters offenbar der Meinung war, man könne die Geschäftsordnung der Stadt Wuppertal erneut recht großzügig auslegen und die Behandlung dieser Anträge entsprechend verzögern, ist nur eine von mehreren durchaus fragwürdigen Vorgehensweisen in diesem Verfahren.
Trotzdem: Vielen Dank an die Verwaltung für den Beschlussvorschlag zu meinen Bürgeranträgen.
Überrascht hat mich dieser allerdings nicht.
Müsste ich dafür eine Schulnote vergeben, wäre es wohl eine 6 – Thema verfehlt.
Denn wenn wir uns die Machbarkeitsstudien zur BUGA und deren Konkretisierungen anschauen, dann wird klar, worum es eigentlich geht.
Meine beiden Bürgeranträge waren bewusst als Testballons gedacht.
Ich wollte sehen, wie ernst wir eigentlich die Versprechen nehmen können, die den Bürgerinnen und Bürgern im Zusammenhang mit der BUGA und auch beim Bürgerentscheid gemacht wurden.
Im Jahr 2031 sollen voraussichtlich etwa 1,8 Millionen Menschen die BUGA besuchen.
Susanne spricht gelegentlich sogar von bis zu drei Millionen Besuchern. Das lass ich mal so stehen wie aussagen das auf der Königshöhe nur eine handvoll Bäume wie im WDR Stadtgespräch geäußert wurde.
Natürlich wird ein Teil dieser Menschen mit dem Auto kommen. Das lässt sich nicht vollständig vermeiden.
Was sich aber sehr wohl vermeiden lässt, ist, dass das Auto zur attraktivsten oder bequemsten Art wird, die BUGA zu besuchen.
Uns wurde im Vorfeld sehr viel versprochen:
eine nachhaltige BUGA,
eine zirkuläre BUGA,
und vor allem die klare Aussage:
Es soll kein einziger neuer Parkplatz gebaut werden – insbesondere nicht auf Kosten zusätzlicher Flächenversiegelung.
Aus diesen Aussagen ergibt sich eigentlich ein sehr klarer Arbeitsauftrag:
für die BUGA gGmbH, diese Ziele umzusetzen,
und für die Verwaltung, dieses Projekt entsprechend zu unterstützen.
Als Bürger dieser Stadt versuche ich daher, konstruktiv zu unterstützen und mögliche Optionen in die Abwägung einzubringen.
Und ich bin mir ziemlich sicher:
Wuppertal könnte dieses Versprechen durchaus einhalten.
Die Frage ist nur:
Wollen wir das überhaupt?
Denn entweder sind Projektleitung und Verwaltung – trotz zusätzlicher Stellen im Ressort 104 – damit überfordert, solche Alternativen überhaupt zu prüfen.
Oder aber dieser politische Auftrag wurde von Anfang an nicht wirklich ernst genommen.
Wer beispielsweise ein vorhandenes Parkhaus mit rund 400 Stellplätzen im Zusammenhang mit der Seilbahn nicht einmal in Betracht zieht, um Besucherströme zu lenken, zeigt zumindest wenig Ambition, eine wirklich nachhaltige Mobilitätsstrategie umzusetzen.
Und genau dieses Problem spiegelt sich leider auch in der Ausschreibung zum Mobilitätskonzept „BUGA in Move“ wider. Dieses werden von den Politiker*innen eher keine gelesen haben.
Diese Vorgehensweise kann uns allerdings noch gewaltig auf die Füße fallen.
Denn wenn – wie in der Beschlussvorlage formuliert – eine autogerechte Lösung auf der grünen Wiese, in diesem Fall auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Buntenbecker Feld, plötzlich als „alternativlos“ dargestellt wird, dann wird das auch rechtlich problematisch.
Gerade im Planungsrecht gehört die ernsthafte Prüfung von Alternativen zum Standard.
Wenn diese Alternativen nicht geprüft werden, kann ein solcher Plan durchaus vor Gericht scheitern.
Und dann stehen wir möglicherweise wenige Jahre vor der BUGA ohne tragfähige Lösung da.
Wer also die BUGA 2031 wirklich nicht gefährden möchte, sollte den Verwaltungsvorschlag heute besser nicht einfach übernehmen.
Stattdessen wäre es sinnvoller, den ursprünglichen Auftrag noch einmal deutlich zu wiederholen:
Eine nachhaltige BUGA umzusetzen – und dafür alle realistischen Alternativen ernsthaft zu prüfen.
Meine beiden genannten Testflächen sind dabei keineswegs Fantastereien.
Sie sind vielmehr als ernsthaft zu prüfende Bausteine eines größeren Gesamtkonzeptes zu verstehen.
Die Verkehrslenkung für eine Veranstaltung mit bis zu zwei Millionen Besucherinnen und Besuchern funktioniert ohnehin nicht über einen einzigen Parkplatz, sondern über ein Puzzle aus vielen einzelnen Bausteinen.
Genau ein solches Puzzle hatte ich mit meinen Vorschlägen im Blick.
Ein System aus mehreren verteilten Parkflächen – kombiniert mit einer digitalen Lösung zur Parkplatzbuchung – könnte Besucherströme deutlich besser steuern und entzerren.
Vor allem würde es verhindern, dass der gesamte Verkehr auf einen einzigen Großparkplatz konzentriert wird.
Denn genau das droht derzeit im Bereich Vohwinkel.
Ein einzelner Großparkplatz mag planerisch zunächst einfacher erscheinen.
Verkehrlich ist er jedoch oft die schlechteste Lösung.
Er führt dazu, dass sich große Verkehrsströme punktuell bündeln – mit entsprechenden Folgen für Staus, Belastungen im Stadtteil und Probleme bei der An- und Abreise.
Hinzu kommt ein weiterer Punkt, den wir nicht unterschätzen sollten:
Die Autobahn GmbH wird ihre Verkehrssteuerung kaum danach ausrichten, dass in Wuppertal eine Bundesgartenschau stattfindet.
Wenn also tausende Fahrzeuge gleichzeitig von der Autobahn in Richtung eines einzigen Parkplatzes gelenkt werden, dann entsteht genau das, was wir eigentlich vermeiden wollten:
zusätzlicher Verkehrsdruck und ein neues Verkehrschaos.
Gerade deshalb wäre es sinnvoll, die Verkehrsströme frühzeitig zu verteilen – statt sie an einer Stelle zu bündeln.
Bei der Diskussion um das Buntenbecker Feld stellt sich für mich allerdings noch eine ganz andere Frage.
Es wirkt fast so, als ob hier neben der BUGA auch andere städtebauliche Interessen eine Rolle spielen könnten.
Immerhin wird das Buntenbecker Feld seit einiger Zeit auch im Zusammenhang mit möglichen Gewerbeansiedlungen diskutiert.
Das ist grundsätzlich legitim – nur stellt sich dann natürlich die Frage:
Um welches Gewerbe soll es eigentlich gehen?
Und welcher Investor steht dahinter?
Bis heute scheint es dazu jedenfalls keine wirklich konkreten Antworten zu geben.
Wenn wir gleichzeitig sehen, wie schwer es offenbar ist, andere vorbereitete Gewerbeflächen – zum Beispiel im Bereich der Bergischen Sonne – erfolgreich zu vermarkten, dann stellt sich schon die Frage, wie realistisch solche Planungen aktuell sind.
Und wenn eine solche Entwicklung bis 2031 ohnehin nicht umgesetzt wird, dann könnte man diese Fläche theoretisch sogar ganz anders denken.
Zum Beispiel als temporären Parkplatz für die BUGA.
Von dort wäre es dann durchaus möglich, über einen BUGA-Radwegering oder ähnliche Lösungen zu den Ausstellungsflächen zu gelangen.
Dann müsste man allerdings auch die Parkflächen entsprechend planen – zum Beispiel so, dass Besucherinnen und Besucher ihre Fahrräder auf Anhängern mitbringen können.
Und damit sind wir bei einer grundsätzlichen Frage nachhaltiger Mobilität:
Wie bewerten wir eigentlich die Anreise zur BUGA?
Ist es wirklich nachhaltig, wenn jemand 200 Kilometer mit dem Auto anreist, nur um die letzten fünf Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen?
Oder sollten wir nicht viel stärker darüber nachdenken, wie wir die Anreise insgesamt nachhaltiger gestalten können?“
Quellen:
SessionNet | Bürgerantrag gemäß § 24 GO NRW – Parkplätze für die BUGA 2031
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