24.03.2026Uli Schmidt
BUGA-Planung: Wenn kleine Details große Fragen aufwerfen
Es sind oft die Kleinigkeiten, die zeigen, wie gut eine Planung tatsächlich läuft – oder eben nicht. Ein Beispiel dafür lieferte die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit zu den Bebauungsplänen „Tesche“ und „Wassack-Deponie“. Auf diesen Flächen soll 2031 die Bundesgartenschau (BUGA) stattfinden.
Vorbereitet wird dieses Großprojekt bereits seit einiger Zeit. Seit März 2023 gibt es die BUGA gGmbH mit Geschäftsführerin Susanne Brambora-Schulz, die mit der Leitung des Projekts beauftragt wurde. Inzwischen arbeitet sie längst nicht mehr allein: Neben zahlreichen Angestellten der gGmbH sind auch viele Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung damit beschäftigt, die BUGA zu planen.
Zu diesen Aufgaben gehören auch Pflichtveranstaltungen wie die Beteiligung der Öffentlichkeit. Rein formal wird diese zwar von der Stadt durchgeführt, da sie gesetzlich vorgeschrieben ist. Doch unabhängig davon sind solche Termine ein wichtiger Gradmesser: Hier zeigt sich, wie weit die Planungen tatsächlich gediehen sind. Schließlich sollen Bürger*innen über den aktuellen Stand und die Auswirkungen informiert werden.
Auf dem Gelände der Tesche befindet sich unter anderem ein Eisenbahner Sportverein (ESV). Neben Tennis gibt es dort auch Bogenschießen, Faustball, Doppelkopf Axtwurf-Gruppen – ein Gelände also, das vielen Sportarten Platz bietet.
Schon früh war klar, dass Teile dieser Fläche für die BUGA benötigt werden. Der Verein zeigte sich offenbar bereit, sich während der Ausstellung einzuschränken und Flächen zur Verfügung zu stellen, ohne jedoch seine Existenz aufzugeben. Die Tennisanlage sowie die Gastronomie sollen erhalten bleiben.
Allerdings bringen Sportvereine eine ganz praktische Besonderheit mit sich: Menschen wollen dorthin gelangen – nicht nur mit dem Fahrrad, sondern gegebenenfalls auch mit dem Auto. Dass dafür eine Lösung gefunden werden muss, liegt auf der Hand. Für jeden, der sich mit der Planung beschäftigt, dürfte klar sein, dass hier eine Art „Insel“ innerhalb des Veranstaltungsgeländes entstehen wird.
Erstaunlich war jedoch, dass Stadt und BUGA gGmbH bis zur gestrigen Veranstaltung offenbar nicht berücksichtigt hatten, dass dort auch weiterhin Veranstaltungen und Wettkämpfe stattfinden könnten. Damit würde sich die Zahl notwendiger Zufahrtsgenehmigungen deutlich erhöhen – mit möglichen Auswirkungen auf das BUGA-Gelände selbst.
Das mag auf den ersten Blick wie ein lösbares Problem wirken. Gleichzeitig zeigt es aber auch, wie wenig inhaltlicher Austausch bislang tatsächlich stattgefunden hat.
Auch auf dem Wassack-Gelände gibt es offene Fragen. Dort soll der Pachtvertrag eines anderen Bogensportvereins gekündigt werden. Grundsätzlich wird der Verein mit dieser Situation umgehen müssen – ob durch einen Umzug oder im schlimmsten Fall durch das Ende des Vereins. Der BUGA gGmbH kann und will da auch keine Rücksicht drauf nehmen können.
Bemerkenswert ist jedoch, dass sowohl von Seiten der Stadt als auch der BUGA gGmbH wiederholt versprochen wurde, alternative Flächen zu finden. Das gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht. Der Verein betreibt Bogenschießen auf plastische Tierziele und versteht sein Hobby als naturnahe Sportart. Der häufig genannte Standort am Kolk wäre dafür kaum geeignet.
Noch problematischer: Eine konkrete Lösung ist weiterhin nicht in Sicht. Dabei wurde bereits vor rund einem Jahr – auch während eines Rundgangs mit der BUGA gGmbH – erklärt, dass eine solche Lösung bereits gefunden worden sei.
Gerade solche Details entscheiden jedoch darüber, wie überzeugend die Planung eines Großprojekts wirkt. Die Öffentlichkeitsbeteiligung hat zumindest gezeigt: An einigen Stellen besteht noch deutlicher Klärungsbedarf.
Von der Infoveranstaltung gibt es natürlich noch mehr zu berichten allerdings diese kleine Randnotiz sollte nicht verloren gehen.
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