25.03.2026

BUGA 2031: Kommt eine Ampel auf der Nordbahntrasse?

Wer nicht fragt bleibt dumm, aber auch wenn gefragt wurde

In der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplanverfahren Tesche geht es auch um die Auswirkungen der geplanten BUGA 2031 auf die Nordbahntrasse. Bei einem etwa zweistündigen Beteiligungsformat können naturgemäß nicht alle Fragen gestellt werden, die viele Menschen interessieren. Umso wichtiger ist es, sich auf einige zentrale Punkte zu konzentrieren.

Eine dieser Fragen betrifft die Nordbahntrasse im Zusammenhang mit der BUGA. Die Veranstaltung soll nach eigenem Anspruch die nachhaltigste Bundesgartenschau werden. Dazu gehört selbstverständlich auch eine möglichst verträgliche Mobilität während der rund 180 Ausstellungstage.

Gerade der Radverkehr soll eine wichtige Rolle spielen. Geplant ist ein BUGA-Radwegering, der das Fahrrad als Verkehrsmittel stärken soll. Das klingt zunächst vielversprechend – und war vermutlich auch ein Argument, das beim knappen Ausgang des Bürgerentscheids eine Rolle gespielt haben dürfte.

Auswirkungen im Bereich Tesche

Schaut man jedoch genauer auf das Kernareal Tesche und das Wassackgelände, werden einige Punkte deutlich, die Fragen aufwerfen. Bereits in der Machbarkeitsstudie wurde betont, dass der Radverkehr auf der Nordbahntrasse möglichst nicht beeinträchtigt werden soll. Ein planerisch anspruchsvoller Ansatz – vor allem dann, wenn man ihn wirklich ernst nimmt.

Durch den freiraumplanerischen Wettbewerb sind die möglichen Auswirkungen inzwischen etwas klarer geworden. So soll der sogenannte Tescher Stich, eine viel genutzte Verbindung am Haltepunkt Lüntenbeck der Nordbahntrasse, während der BUGA eingezäunt werden. Der Weg liegt innerhalb der geplanten Ausstellungsfläche.

Damit würde diese wichtige Wegeverbindung nicht nur während der etwa 180 Ausstellungstage entfallen. Vermutlich wird sie bereits ab 2030 wegen der Bauarbeiten nicht mehr nutzbar sein. Dabei handelt es sich um einen im Rahmen der NBT Bau geförderten geschotterten Weg der dann nicht mehr zur Verfügung steht.– ohne besondere gärtnerische Nutzung, der jedoch offenbar als Baustellenzufahrt dienen könnte und während der BUGA als Zuwegung. 

Umleitung über neuen Zugang

Gleichzeitig soll ein barrierefreier Zugang von der Nordbahntrasse zur Lüntenbeck geschaffen werden. Dieser steht allerdings nicht direkt im Zusammenhang mit der BUGA oder dem ISEK, sondern wurde bereits früher geplant und soll aus einem anderen Fördertopf finanziert werden. Der entsprechende Bewilligungsbescheid steht allerdings noch aus.

Über diesen bislang nicht realisierten Weg soll während der BUGA eine Umleitung erfolgen. Wie genau diese aussehen soll, konnte Projektleiterin Norinna Peinelt bislang jedoch nicht erläutern. Zunächst sollen noch Verkehrsdaten erhoben werden.

Allerdings liegen bereits zahlreiche Daten vor. Zählungen wurden an dieser Stelle regelmäßig durchgeführt, und auch über Stadtradeln lassen sich Wegebeziehungen gut nachvollziehen. Ein Blick in das Radverkehrskonzept der Stadt zeigt zudem klar: Es ist grundsätzlich problematisch, dem nicht motorisierten Verkehr wichtige Flächen zu entziehen – besonders dann, wenn die Alternativen länger sind und zusätzliche Höhenmeter bedeuten.

Querung der Nordbahntrasse

Gleichzeitig soll eine geschotterte Fläche im Bereich Tesche als Ein- und Ausgang dienen. Von dort sollen Shuttlebusse aus dem Industriegebiet fahren.

Doch hier entsteht ein weiteres Problem: Besucherinnen und Besucher, die über den Bahnhof Vohwinkel zur BUGA kommen, werden kaum wieder dorthin zurücklaufen, da das Areal im Bereich Lokschuppen Tesche vergleichsweise schmal ist. Ein klassischer Rundweg bietet sich daher kaum an.

Die Folge: Viele Menschen werden die Nordbahntrasse queren müssen.

Für die BUGA werden mindestens 1,8 Millionen Besucherinnen und Besucher erwartet. An Wochenenden oder Feiertagen könnten es deutlich mehr sein. Gerade an solchen Tagen ist die Nordbahntrasse jedoch schon heute stark ausgelastet.

Eine bauliche Verbreiterung mit getrenntem Gehweg ist nach aktuellem Stand nicht vorgesehen. Diese müsste aus dem ohnehin knappen Haushalt der Stadt Wuppertal finanziert werden – angesichts der Haushaltssicherung kaum realistisch.

Ampel auf einer kreuzungsfreien Trasse?

Die zentrale Frage lautet also: Wie sollen große Besucherströme die Nordbahntrasse queren?

Eine temporäre Brücke ist bislang nicht vorgesehen. Diese müsste barrierearm sein – eine einfache Gerüstbrücke scheidet daher praktisch aus. Ohne Rampen oder Aufzüge ginge es ebenfalls nicht.

Bei einer Durchfahrtshöhe von etwa 3,6 Metern, damit auch Rettungsfahrzeuge passieren können, wären für eine barrierefreie Rampe rund 60 Meter Länge erforderlich. Eine solche Konstruktion wäre entsprechend aufwendig und teuer.

Ein Zebrastreifen scheidet ebenfalls aus. Im Gespräch war stattdessen die Idee elektrischer Schranken. Doch auch hier stellt sich die Frage nach der praktischen Umsetzung – schließlich hat der Radverkehr auf der Nordbahntrasse Vorrang laut der Machbarkeitsstudie…. und ein Zebrastreifen dürfte kaum ernst genommen werden. 

Am Ende bleibt fast nur eine Möglichkeit: eine Ampel.

Eine Ampel auf der eigentlich kreuzungsfreien Nordbahntrasse – möglicherweise sogar zusätzlich im Bereich Homann-Damm – wäre allerdings ein Novum.

Kostenfrage bleibt offen

Selbst eine einfache Baustellenampel ist nicht billig. Allein die Miete kann schnell rund 16.000 Euro kosten – ohne Markierungen, Wartung oder weitere Infrastruktur.

Eine dauerhafte Lösung mit Brücken und barrierefreien Rampen würde dagegen schnell im Millionenbereich liegen. In den bisherigen Finanzplanungen der BUGA sind solche zusätzlichen Kosten bislang nicht erkennbar.

Damit stellt sich erneut die Frage, ob bereits in der Machbarkeitsstudie wichtige Aspekte übersehen wurden. Am Ende droht entweder eine improvisierte Lösung – oder eine deutlich teurere Nachbesserung.

Die entscheidende Frage bleibt daher:
Wie soll die Querung der Nordbahntrasse während der BUGA tatsächlich funktionieren? Eine frage die wie viele anderen Fragen an diesen Abend nicht geklärt werden konnte. Eben weil die Planung wohl eher andere Schwerpunkte sich setzt oder einfach darauf vertraut das dieses in den immer noch nicht fertigen Mobiltätskonzept BUGA in Move dann geklärt werden kann. Dabei wird ja schon einige Jahre die BUGA geplant. Planungsfehler weil bei der Planung etwas vergessen wurde bedeuten immer mehr Planungszeit. Etwas was wir uns wohl kaum leisten können. Nicht etwa weil schon morgen die BUGA anfangen würde wir uns allerdings in der Planfeststellung befinden und da nicht gelöste Probleme immer einen rechtsmittel ermöglicht es wegen Kleinigkeiten die Zeit wegläuft. Dann kann es nur noch hektisch und vor allem teuer werden. 

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