Achtung, täuschend echt! Fakeshops erkennen mit dem Fakeshop-Finder

Verbraucherzentrale in Wuppertal gibt Tipps zur schnellen Überprüfung von Online-Shops

 

Die Internetseiten sehen ganz normal aus. Das Angebot ist gut. Doch dann kommen die gewünschten Sneaker, Elektronikartikel oder günstigen Designer-Klamotten nicht. Stattdessen finden sich merkwürdige Abbuchungen auf der Kreditkarte. „Fakeshops, also unseriöse Online-Händler, sind für Verbraucher:innen oft schwer zu erkennen und können schnell zur teuren Falle beim Einkaufen im Internet werden“, sagt , Ricarda Moser Verbraucherberaterin. Die Verbraucherzentrale NRW bietet ab sofort eine neue Online-Anwendung, mit der man einen Shop vor der Bestellung auf Echtheit überprüfen kann. Ricarda Moser hat noch weitere Tipps, die helfen, Fakeshops vor einer Bestellung zu erkennen:
  • Bei gerade knappen (Saison-)Produkten misstrauisch werden
    Mal sind es die sehr begehrten neuen Spielekonsolen, mal aufgrund gestörter Lieferketten gerade schwer erhältliche E-Bikes oder auch günstiges Brennholz: Fakeshops nutzen es aus, wenn ein Produkt gerade knappund in seriösen Shops nicht verfügbar ist. Dabei gibt es auch saisonale Trends, etwa bei Garten- und Freizeitartikeln im Sommer oder Elektronik in der Vorweihnachtszeit. Misstrauen ist auch angebracht, wenn sich auf einer Shop-Seite auffallend günstige Angebote häufen.
  • Alle Angaben prüfen
    Interessierte Käufer:innen sollten vor einer Bestellung folgende Punkte in einem Internet-Shop genau checken: Gibt es mehrere – darunter auch kundenfreundliche – Zahlungsarten oder bleibt am Ende des Bestellvorgangs nur die Vorkasse übrig? Gibt es eine überprüfbare Anbieteradresse im Impressum? Werden Angebot und Preis mit allen erforderlichen Details – etwa der Beschaffenheit des Produkts – angegeben? Werden Lieferbedingungen und -kosten ausreichend dargestellt? Sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und darin Hinweise zum Widerruf vorhanden? Wird mit einem vertrauenswürdigen Gütesiegel wie z.B. „Trusted Shop Guarantee““(Trusted Shops), „s@fer-shopping“ (TÜV Süd) und „Geprüfter Onlineshop EHI“ (EHI Retail Institute GmbH) geworben? Eine zuverlässige Orientierung bieten solche Siegel jedoch nur, indem man auf das Logo klickt und dadurch auf die Homepage des Prüf-Unternehmens weitergeleitet wird.
  • Bei Vorkasse vorsichtig sein
    Kund:innen werden bis zum Anklicken des Kaufbuttons mehrere – auch kundenfreundliche – Zahlungsweisen angeboten. Sind sie bei der Kasse angelangt, haben sie aber plötzlich keine Wahl mehr: Dort wird nur noch eine umgehende Überweisung des geforderten Betrags verlangt. Dann besser aussteigen. Auf der sicheren Seite sind Verbraucher:innen, wenn sie Artikel nur bei Online-Händlern ordern, die mehrere kundenfreundliche Zahlungsarten bis zum Klick auf den Kauf-Button zur Verfügung stellen. Sicher sind z.B. Zahlungen auf Rechnung oder per Lastschrift. Bei der Zahlung auf Rechnung muss erst gezahlt werden, wenn die Ware angekommen ist. Bei Zahlung per Lastschrift kann die Zahlung noch bis zu acht Wochen rückgängig gemacht werden.
  • Kostenlosen Fakeshop-Finder nutzen
    Mittels einer künstlichen Intelligenz sucht das von der Verbraucherzentrale NRW mit Förderung des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen entwickelte Tool ständig gezielt nach Fakeshops im Internet. Dazu werden verschiedene Merkmale, die sehr oft bei unseriösen Shops zu finden sind, geprüft – etwa ein fehlendes Impressum , eine Umsatzsteuer-ID, die es gar nicht gibt, aber auch technische, sprachliche und strukturelle Merkmale. Verbraucher:innen geben unter www.fakeshop-finder.nrw einfach die URL des Shops ein, für den sie sich interessieren, und erhalten nach wenigen Sekunden ein Ergebnis in Ampel-Form: Rot bei einer eindeutigen Warnung, Gelb als Hinweis, vor der Bestellung genauer hinzusehen und Grün, wenn alles in Ordnung ist.
  • Zahlungen rückgängig machen
    Wer schon Geld überwiesen hat, sollte so schnell wie möglich seine Bank kontaktieren, um die Zahlung zu stoppen. Das Zeitfenster ist jedoch sehr eng. Manchmal ist ein Stopp noch einige Stunden nach der Bestellung möglich. In anderen Fällen lässt sich die Überweisung aber auch nur wenige Minuten oder gar Sekunden später nicht mehr rückgängig machen. Bei Lastschrift kann eine Zahlung noch bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden. Inwieweit dies gilt, weiß die Bank. Grundsätzlich sollten sämtliche Belege von Online-Bestellungen gesammelt und gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots.

  • Weitere Informationen unter: www.verbraucherzentrale.nrw/fakeshops
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