Marcel Hafke (FDP): Kindesmissbrauch erkennen und verhindern

Die schwarz-gelbe Landesregierung will dem sogenannten „Ärztehopping“, also dem andauernden Wechsel der Arztpraxis durch die Eltern, um eine Kindeswohlgefährdung zu verschleiern, künftig besser entgegenwirken.

Anfang Juli wurde im Landtag hierzu ein entsprechender Antrag von CDU und FDP verabschiedet, der unter bestimmten Voraussetzungen Mediziner von ihrer Schweigepflicht entbinden und den interkollegialen Informationsaustausch ermöglichen soll.  Marcel Hafke, Wuppertaler Abgeordneter und stellvertretender Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion, sieht in dem Vorstoß einen Meilenstein: „Der vertrauliche Informationsfluss zwischen Arztpraxen kann helfen, Fälle von Kindeswohlgefährdung endlich frühzeitiger zu erkennen und zu unterbinden.“ 

„Kindeswohlgefährdungen können verschiedene Formen annehmen. Neben körperlicher und sexualisierter Gewalt sind auch seelische Gewalt sowie Formen der Vernachlässigung, wie zu wenig Essen und Trinken oder mangelnde Körperhygiene, Teil der Gefahr für Kinder und Jugendliche. Und die Corona-Krise hat die Problematik noch wohl einmal verschärft – obwohl die Zahlen von Inobhutnahmen 2020 sogar abgenommen haben: Es steht zu befürchten, dass viele gefährdete Kinder durch Schulausfall und insgesamt reduzierte Kontakte zu Dritten schlicht vom Radar der Behörden verschwunden sind.“ Hafke weiter: „Umso wichtiger ist es, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Gefährdungen und Missbrauch frühzeitig zu erkennen. Der interkollegiale Ärzteaustausch, den wir vorschlagen, ist dabei ein wichtiger Baustein. Neben dem Jugendamt, dass oftmals erst eingeschaltet wird, wenn sich erste Anhaltspunkte auf Kindeswohlgefährdung bereits ergeben haben, sind Ärzte meist die einzigen verbleibenden Außenstehenden, die mit Fachkenntnissen Kontakt zu betroffenen Kindern haben. Leider wissen das die betreffenden Elternteile auch und verschleiern Gewalt und Vernachlässigung durch ständiges Ärztewechseln. Diese Verschleierung wollen wir verhindern, indem wir es Ärztinnen und Ärzten unter klaren Voraussetzungen ermöglichen, sich mit Kolleginnen und Kollegen bei Verdachtsfällen auszutauschen, um so Missbrauch schneller auf die Schliche zu kommen. Ein erstes, erfolgreiches Projekt gibt es mit RISKID bereits in Duisburg, eine solche Datenbank kann ich mir auch für Wuppertal gut vorstellen.“

 

 

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