01.05.2021

ITRIUM-Mediengruppe – aller guten Dinge sind drei

Es bewegt sich etwas in der Wuppertaler Medienlandschaft! Die Online-Portale TALTV, njuuz und DIE STADTZEITUNG sind unter dem Dach ITRIUM-Mediengruppe vereint worden - frei nach dem Motto "aller guten Dinge sind drei".

Hendrik Stötter, Geschäftsführer der ITRIUM-Mediengruppe – © privat

Welche Ziele werden mit dem Zusammenschluss der drei Medien verfolgt, wo liegen die Vorteile für die Leserinnen und Leser, Nutzerinnen und Nutzer und auch für die Werbekunden? All diese Fragen klären wir in einem Gespäch mit Hendrik Stötter, Geschäftsführer und Herausgeber der ITRIUM-Mediengruppe.

DS: Sie sind vor Jahren mit der Webcam-Plattform TalTV gestartet, daraus hat sich inzwischen die itrium-Mediengruppe mit njuuz, TALTV und der STADTZEITUNG entwickelt. Wie kam es dazu?

Hendrik Stötter: „Begonnen habe ich tatsächlich mit TalTV. Geplant als Webseite, die schöne Dinge in meiner Lieblingsstadt zeigt, ist es inzwischen die führende Webcam-Plattform im bergischen Land mit über 20 Ansichten, die rund um die Uhr aktuelle Bilder zeigen. Anschließend habe ich mich bei ’njuuz‘ engagiert, weil mir die Idee eines Bürger-Journalismus faszinierte. Jeder hat eine spannende Geschichte zu erzählen, aber nur wenige haben einen Ort, wo sie damit auch Öffentlichkeit erreichen. Das leistet ’njuuz‘. Die STADTZEITUNG gab mir in der Printausgabe immer ein positives und großstädtisches Gefühl. Eine Stadt mit einer eigenen Zeitung! Das ich das in ein digitales Format überführen konnte, war und ist eine spannende Aufgabe.“

DS: Wie unterscheiden sich drei Medien untereinander?

Hendrik Stötter: „Jedes Medium hat eine eigene Identität und Zielrichtung. TalTV ist ein Schaufenster, das viele Wuppertaler nutzen, um zu schauen, was in Ihrer Stadt in diesem Augenblick passiert. Wir wissen, dass zum Beispiel viele Pendler tagsüber mal gerne gucken, wie es „ihrer“ Stadt geht. ’njuuz‘ hingegen steht für einen Leserkreis von engagierten Bürgern, die auch ihr Medium mitgestalten wollen. Teilweise überschneiden sich dort auch Autoren und Leser. Ich finde es spannend, wie dort authentische Geschichten erzählt werden. Auch Pressemitteilungen im Original haben einen hohen Wert, da man den Politikern direkt „aufs Maul schauen“ kann. Die Stadtzeitung wiederum ist ein charmantes Stadtmagazin mit einem warmherzigen, kompetenten Chefredakteur mit langjähriger Print- und Fernseh-Erfahrung (Neue-Rhein-Zeitung – Kölner Express – RTL). Ohne Sachverhalte zu beschönigen, erfolgt ein wohlwollender Blick auf die Geschichten in und aus der Stadt. Autoren wie Vok Dams und Siegfried Jähne oder Fotografen wie Ralf Silberkuhl, Jochen Classen, Achim Otto und Thomas Sänger verleihen unserer STADTZEITUNG ganz besondere Facetten.“

DS: Warum ist die Mediengruppe aus Ihrer Sicht so wichtig für die Wuppertaler Medienlandschaft?

Hendrik Stötter: „Wuppertal hat für eine Großstadt mit 355.000 Einwohnern eine sehr überschaubare Medienlandschaft. Die einzige Tageszeitung ist nur noch ein Schatten ihrer Vergangenheit und kämpft dabei stets mit dem wöchentlich erscheinenden Anzeigenblatt. Die Mediengruppe stellt drei Angebote verschiedener Ausrichtung und mit innovativen Konzepten dagegen, die sich deutlich von der bisherigen Printlandschaft unterscheiden. Im Gegensatz zu anderen digitalen Angeboten sind unsere Portale keine reine Werbeplattform und transportieren auch längere und komplexere Sachverhalte professionell an die Leserschaft.“

DS: Welche Vorteile ergeben sich aus dem Zusammenschluss für die Leserinnen und Leser?

Hendrik Stötter: „Alle Medien sind nicht nur gegenseitig verlinkt, sondern bieten auch Schaufenster mit den aktuellsten Beiträge der Schwesterwebseiten. So ist eine neue Perspektive oder ein bisher unbekanntes Thema nur einen Klick entfernt.“

DS: Und wie wollen Sie Ihren Anzeigenkunden das Medien-Paket schmackhaft machen?

Hendrik Stötter:Der Anzeigenkunde kann bei uns drei Plattformen in einem Paket buchen. Damit hat er drei Gelegenheiten, seine Zielgruppe unter verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Situationen anzusprechen. Selbst wenn sich der Kunde für ein Portal nicht interessiert, dann sieht er die Anzeige auf einem der andern. Das ist erklärungsbedürftig, hat aber unsere Kunden überzeugt.“ 

DS: Die STADTZEITUNG gab es jahrelang auch als Print-Magazin, das einmal im Monat erschien. Wie sieht denn da Ihre Zukunftsplanung aus?

Hendrik Stötter: Das ist eine sehr spannende Frage. Ich habe die Stadtzeitung als Printformat kennen und schätzen gelernt. Durch die Schließung der Gastronomie fällt aber der zentrale Verteilort weg. Zunächst war der digitale Auftritt nur ein Ersatz, inzwischen ist er aber ein vollwertiger Nachfolger. Momentan ist Print keine Option, für die Nach-Corona-Zeit will ich es nicht ausschließen.“

DS: Fast alle Printmedien in Deutschland haben stark sinkende Auflagenzahlen. Bedarf an Werbung gibt es trotzdem weiter. Viele Unternehmen und gerade auch der Einzelhandel wollen ihre Kunde erreichen. Mit welchen Argumenten legen Sie diesen Online-Werbung ans Herz?

Hendrik Stötter:Es ist eigentlich ganz einfach: Die Unternehmen müssen Werbung dort platzieren, wo sich ihre Kunden aufhalten. Bundesweit haben die Online-Werbebudgets schon vor Jahren die Print-Werbebudgets überholt. Wuppertal hat da noch Nachholbedarf, befindet sich aber auf einem guten Weg.“

DS: Wie nehmen Sie als Herausgeber von drei Medien die Coronakrise wahr?

Hendrik Stötter:Ich habe vor einigen Wochen den Begriff „mütend“ kennengelernt. Die Menschen sind müde, dass es so lange dauert, und wütend über Entscheidungen und Verhaltensweisen, die es unnötig verlängern. Das beschreibt meine Wahrnehmung ziemlich gut.“

DS: Wie haben sich Ihre Leser während des Lockdowns verhalten?

Hendrik Stötter:Viele sind in Kurzarbeit, im Homeoffice oder Homeschooling. Da ist Wunsch nach Information und Zerstreuung groß. Wir sehen in den Zugriffszahlen tagsüber, dass die Menschen mehr Zeit auf unseren Seiten verbringen und dass es mehr Menschen sind. Das freut mich natürlich sehr.“

DS: Es hat einen Relaunch des STADTZEITUNGS-Portals gegeben, der ins Auge sticht. Was war der Grund dafür?

Hendrik Stötter: „Auch die Medienwelt ist immer in Bewegung. Die technischen Möglichkeiten werden immer größer. Und wir wollen uns auch immer weiter verbessern. Uns liegt sehr am Herzen, dass unsere Medien leserfreundlich, übersichtlich und optisch attraktiv sind. Ich glaube, das ist uns mit dem neuen Layout der STADTZEITUNG ganz gut gelungen.“

DS: Worauf können Ihre Leser – mal abgesehen von den bewährten und beliebten Inhalten und Themenschwerpunkten der STADTZEITUNG – im Mai gespannt sein?

Hendrik Stötter: „Wir starten Mitte Mai mit einer sehr interessanten 24teiligen Serie. Titel „Die Kunst der Kommunikation“. Die Serie basiert auf der Branchendokumentation „50 Jahre KommunikationDirekt“ des Marketing Experten und Wuppertal Botschafters Vok Dams. 24 namhafte Zeitzeugen kommen zu Wort. Sie beleuchten die Entwicklung der VOK DAMS Gruppe von der Gründung in einem Gartenhaus bis hin zu einem Wuppertaler Weltmarktführer. Eine ganz spannende Geschichte.“

DS: Nach Corona – was wird Ihrer Meinung nach danach wieder so wie vorher sein und was nicht?

Hendrik Stötter: „Ich glaube die Menschen werden zuerst ihr Bedürfnis nach Kontakten und Nähe ausleben. Dabei wird es nach meiner Meinung aber zu einer vorsichtigen Annäherung kommen. Ich kenne es von mir, wenn ich an einem Ort bin, wo ich mir nicht sicher bin, ob ich die Maske abnehmen darf. Ich schaue dann, wie sich andere Verhalten und wie sie auf mein Verhalten reagieren. Ich hoffe, dass nach einer Eingewöhnungszeit die schönen alten Rituale wiederkehren. Ich möchte Leute in den Arm nehmen, die mir am Herzen liegen, ich möchte an einem Tisch nahe am Gesprächspartner tiefgehende Gespräche führen. Das wird kommen, es aber wird aber noch Zeit brauchen. Ich freue mich sehr darauf!“

Das Interview führte Peter Pionke

  

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