19.02.2021

Mehrweg spart Abfall auch in Pandemiezeiten

Umweltberatung gibt wichtige Tipps, was möglich ist - Momentan türmen sich vielerorts die Abfallberge, überall sieht man to-go-Verpackungen (Pizzakartons, Plastikschalen und Co) in den Mülleimern, daneben oder einfach am Wegesrand herumliegen.

 

Kein Wunder, da der Vorortverzehr zurzeit nicht möglich ist. Umweltberaterin Caroline Pilling der Verbraucherzentrale NRW macht deutlich, warum gerade to-go-Verpackungen problematisch sind.

Für diese Verpackungen werden wertvolle Rohstoffe und Energie für eine sehr kurze Lebensdauer verbraucht. So wird der Kaffeebecher nach 15 Minuten zu Abfall, der meist nicht recycelt wird, weil der leere Becher – ebenso wie alle anderen Verpackungen zum Mitnehmen – in einem öffentlichen Mülleimer anstatt in der gelben Tonne landet. Besonders Plastikmüll, der neben dem Mülleimer oder einfach in der Landschaft landet, ist ein großes Problem, denn Kunststoffe zerfallen zu immer kleineren Teilchen, aber werden nicht vollständig abgebaut.

Wie groß, die Auswirkungen sind, die von diesen kleinen Teilchen – sogenanntem Mikroplastik – auf Mensch und Umwelt sind, kann derzeit niemand abschätzen.
Eine Lösung: Auf To-go-Verpackungen verzichten und die eigene Dose oder den eigenen Becher mitbringen, spart Verpackungen und verkleinert den Ressourcenverbrauch. Es ist nicht explizit verboten, mitgebrachte Boxen zu befüllen, aber Kunden haben keinen Anspruch auf die Nutzung eigener Behältnisse.
Damit die strengen Hygienevorschriften eingehalten werden können, gibt es einiges zu beachten, so die Umweltberaterin. Denn die mitgebrachten Boxen könnten innen oder außen verunreinigt sein und damit Lebensmittel kontaminieren. Damit dies nicht passiert, gibt es mehrere Möglichkeiten, die sich in der Praxis bewährt haben:

  • Die Waren (z.B. Brot) werden über die Theke direkt an die Kunden gereicht, teilweise mithilfe von Papier oder einer Zange.
  • Der Kunde stellt seine Vorratsbox auf ein Tablett auf der Theke. Das Verkaufspersonal füllt sie dort.
  • Die Kunden stellen mitgebrachte Behälter auf eine saubere Unterlage (etwa ein Tablett) auf dem Tresen. Der Angestellte nimmt das Tablett und legt die Ware hinter der Theke in den mitgebrachten Behälter. Danach reicht er das Tablett wieder zurück.

Absolut wichtig ist immer, dass Mitarbeiter und Geräte wie Zange oder Löffel nicht mit der mitgebrachten Box in Berührung kommen.

  • Verbraucher können auch ihren Coffee-to-go-Mehrwegbecher mittlerweile in vielen Cafés und Bäckereien befüllen lassen. Nachfragen lohnt sich – manchmal gibt es dann sogar Rabatt. In Wuppertal gibt es die bergische Becherkarte. Hier sind die Bäckereien und Cafés aufgeführt, die einen Mehrwegbecher haben oder wo der eigene Becher mitgebracht werden kann. www.wuppersaubertal.de/coffeetogo

Verbraucher und Verbraucherinnen fragen am besten einfach nach, ob sie bei ihre eigenen Verpackungen mitbringen dürfen.
Auch in Zeiten von Corona ist das Befüllen mitgebrachter Gefäße möglich und stellt laut Lebensmittelverband Deutschland kein besonderes Risiko dar. Der Verband stellt diverse Merkblätter dazu für die Anbieter zur Verfügung.
Weitere Fragen beantwortet gerne die Umweltberatung der Verbraucherzentrale in Wuppertal.

Kontaktdaten:
wuppertal.umwelt@verbraucherzentrale.nrw

Telefon: 0202 693 758 05

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