25.08.2020

Fluchtpunkt Frieden – Antikriegstag am 1. September

Die Armin T. Wegner Gesellschaft (Veranstalter) und der VS Wuppertal-Bergisches Land gestalten zum Antikriegstag ein Musik- und Leseprogramm. 19.30 im Café Ada, Wiesenstraße. Nötig ist eine vorherige Anmeldung über Wuppertal live, Eintritt ist frei. Die Veranstaltung findet unter Corona-Bedingungen statt

InternationaleArmin T. Wegner Gesellschaft e.V. , Else Lasker-Schüler Str. 45, D 42107 Wuppertal

„Fluchtpunkt Frieden“ – Musik und Literatur zum Antikriegstag .Grußworte: Oberbürgermeister Andreas Mucke, Guido Grüning  – Vorsitzender des DGB Wuppertal

       

Es lesen: Safeta Obodjas, Christiane Gibiec, Alaa Alarashi, Helim Yusiv

Musik: Ulrich Klan vl, voc, Lukan Lehmann – b, Robert Dißelmeyer – p, Jörg Dausend – dr

Seit dem Ende des Ersten Weltkriegs entwickelte sich erstmals eine globale Friedensbewegung –  nicht zuletzt auch in der „Internationale der Kriegsdienstgegner“. Mit praktischer Zivilcourage verweigern diese „War Resisters International“ bis heute in vielen Ländern aktiv Kriegsdienste, schützen Deserteur*innen und whistleblower*innen, ächten Waffenhandel und Aufrüstung, Nationalismus und Faschismus, Rassismus und Krieg. Zu den Gründer*innen dieser Bewegung gehörten gleich zwei Persönlichkeiten aus dem Wuppertal, Helene Stöcker und Armin T. Wegner. Letzterer promovierte über das Streikrecht, war engagierter Schriftsteller, Humanist und Menschenrechtler. Er wurde noch zu Lebzeiten weltweit geehrt als „Gerechter unter den Völkern“, außerdem mit dem Bundesverdienstkreuz und mit dem Kulturpreis seiner Geburtsstadt Wuppertal. Zur Wuppertaler Ehrung 1962 notierte er kritisch: „Warum in aller Welt feiern sie mich und niemand spricht von der Schuld des Schrecklichen, das geschah? Ist dies nicht … dasselbe Volk, das schon wieder zum Krieg rüstet…?“ Schon als Mitbegründer und Sekretär des deutschen „Bundes der Kriegsgegner“ schrieb Wegner 1922 seinen bis heute gültigen Aufruf zum „S t r e i k  g e g e n  d e n  K r i e g!

 

Seit den 1950iger Jahren wird der 1. September als „Weltfriedenstag“ oder „Antikriegstag“ begangen. Damit wird an den Beginn des Zweiten Weltkriegs erinnert, der am 1. September 1939 mit dem deutschen Überfall auf Polen seinen Anfang nahm. Die bundesdeutsche Initiative für diesen Gedenktag ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund aus: Der DGB rief erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zu Aktionen auf. 1966 nahm der Bundeskongress des DGB den Antrag an, „…alles Erdenkliche zu unternehmen, damit des 1. Septembers in würdiger Form als eines Tages des Bekenntnisses für den Frieden und gegen den Krieg gedacht wird.“

 

Zu den Stimmen, die sich heute gegen Rüstung und Krieg aussprechen, gehört auch der derzeitige Papst. Er warnte: „Es ist heute eine Art dritter Weltkrieg, der stückweise geführt wird. Und im Bereich der globalen Kommunikation nimmt man ein Klima des Krieges wahr. …Wer vom Frieden spricht und den Krieg mit dem Verkauf von Waffen und der Entsendung von Soldaten in viele Länder der Erde begünstigt, ist ein Heuchler!“

 

Dennoch steigern Rüstungskonzerne und Regierungen weltweit die Vernichtungskraft der Waffen und erhöhen drastisch die Militärausgaben und Waffenlieferungen. Neue Generationen nuklearer und anderer Bomben, bewaffnete Drohnen und Cyberkriegführung rücken potentiell jede*n von uns – und jeden Ort der Erde wie der Atmosphäre  – ins Fadenkreuz anonymer Vernichtungsmaschinen. Krieg war schon immer verantwortungslos. Aber heute versteckt man die Verantwortung der Krieger zusätzlich in angeblich “autonomer“ Waffentechnik.

 

Gegen diesen Wahnsinn wollen wir auch in diesem Jahr zusammen mit Künstler*innen aus Literatur und Musik ein gemeinsames Zeichen setzen. 2020 stehen im Zentrum des künstlerischen Programms Texte lebender Wuppertaler Schriftsteller*innen, die der Krieg zur Flucht aus ihrer Heimat zwang.  Veranstalter ist die internationale Armin T. Wegner Gesellschaft e.V.

Dieses Zeichen zum Antikriegstag unterstützen viele Einzelne sowie der DGB Wuppertal, Verband der Schriftsteller*innen (VS), insel e.V. / Kulturzentrum ADA,  attac, VVN Wuppertal, Humanistischer Verband /Freidenker Wuppertal e.V., AStA der Bergischen Universität, Naturfreunde Wuppertal

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