23.07.2020

illegal Mountainbikestrecken Scharpenacken

Illegale Mountainbikestrecken auf dem Scharpenacken – eine Faktenlage

A. Schneider ist der Jagdaufsichtsberechtigte für den Bereich Scharpenacken. Hier sein Statement zur aktuellen Situation im Wortlaut......

Auf dem Scharpenacken sind in den letzten Monaten in den Wäldern mehrere Mountainbikestrecken entstanden. Ich möchte dies hier bewusst nicht bewerten, sondern ausschließlich die Faktenlage darstellen.
Da es in jüngster Zeit bereits mehrfach zu Beschwerden von Spaziergängern gekommen ist und weil für die Strecken in teils erheblichem Umfang Bodenarbeiten vorgenommen sowie teils geschützte Bäume und Sträucher entfernt wurden, sind inzwischen der Grundstücksbesitzer sowie das Ordnungsamt und die Untere Naturschutzbehörde informiert worden.

Der Grundstücksbesitzer ist mit dieser Form der illegalen Nutzung nicht einverstanden und wird die Strecken zeitnah durch eine Baufirma beseitigen lassen. Zwar bedaure ich persönlich, dass Mountainbikefahrern nur wenige Strecken zur Verfügung stehen. Dies rechtfertigt jedoch keinen illegalen Eingriff in unsere Wälder.

Der reguläre Weg wäre, mit Grundstücksbesitzern und der Unteren Naturschutzbehörde gemeinsam Ideen zu besprechen und dann solche Wege offiziell anzulegen. Beides hat auf dem Scharpenacken leider niemals stattgefunden.

Sowohl Radfahrer, als auch insbesondere die Ersteller dieser Strecken sollten sich bewusst sein, dass u.a. das Landesnaturschutzgesetz NRW konkrete Hinweise darauf enthält, was erlaubt ist und was nicht.

Der Scharpenacken ist ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet. In diesen stellt es bereits eine Ordnungswidrigkeit dar, mit dem Rad abseits der Wege zu fahren. Das Anlegen von illegalen Offroadstrecken ist erst recht nicht erlaubt. Verstöße können mit einer Geldbuße bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Hinzu kommen mögliche Schadensersatzforderungen durch geschädigte Eigentümer.

Betrachtet man diese Strecken aus Sicht des Jagdschutzes stellen sie zudem eine erhebliche Beeinträchtigung unseres heimischen Wildes dar. Bei Störungen durch Nutzung solcher Offroadstrecken durch Mountainbiker wird das Wild häufiger als sonst üblich zum Flüchten verleitet. Dies verbraucht Energie, die die Tiere wieder aufnehmen müssen. Gerade auf dem Scharpenacken fehlen aber Energiequellen, die andernorts vorhanden wären, da hier kein Ackerbau betrieben wird. Bekommen die Tiere im Wald nicht genügend Futter – und die erforderliche Ruhe zum Verdauen – magern sie ab und können Krankheiten nicht mehr viel entgegen setzen. Hierdurch können im schlimmsten Fall Seuchen entstehen, die Wildbestände enorm dezimieren können.

Es gibt viele Interessengruppen, die den Scharpenacken nutzen und häufig stehen sich diese Gruppen mit widerstreitenden Ansichten gegenüber. Solange alle sich an Spielregeln halten, lassen sich aber stets Kompromisse finden.

Zu meinem Bedauern für die Mountainbiker ist ein Kompromiss hier aber wohl nicht möglich. Denn eine illegale Nutzung werden weder der Grundstücksbesitzer, noch die Untere Naturschutzbehörde und auch nicht das Ordnungsamt hinnehmen können.

Für eine reguläre Nutzung unter gegenseitiger Rücksichtnahme steht der Scharpenacken natürlich allen Besuchern weiterhin zur Verfügung.

Quelle: A.Schneider

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Kommentare

  1. Hartmut Faulstich sagt:

    Den „regulären Weg“ sehe ich anders. Aus meiner Sicht kann er nur so aussehen, dass derjenige, der sich ein solches Rad kauft auch gleich das dazugehörige Gelände
    kauft. Will oder kann er das nicht, sollte er die Finger von solchen Rädern lassen.
    Man kann keine illegalen Fakten schaffen und dann darauf setzen, dass man miteinander redet und nach Lösungen sucht.

    1. Fehler-Munz sagt:

      Die Argumente im Artikel sind für mich teilweise nachvollziehbar.
      Weiterhin möchte man als Waldbesitzer seinen Wald wirtschaftlich nutzen.
      Das Argument im Kommentar, daß wer solch ein Rad kauft, gleichzeitig ein entsprechendes Grundstück erwerben sollte nicht.
      Dieser Vergleich ist für mich nicht nachvollziehbar.
      Wer ein Auto kauft, erwirbt auch nicht die Straße dazu oder wer eine Waffe besitzt erschießt nicht zwangsläufig Menschen o Tiere.
      Der Mountainbikesport hat exorbitant zugelegt, daher denke ich das auch entsprechende Wege befahrbar sein sollten.
      Das. funktioniert allerdings nur im Einklang aller Waldnutzer u solidarisch.

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