07.06.2017

after work Ausstellung kunst

CHRISTOPHER MULLER Matching Pairs – Donnerstag, 8. Juni 19 Uhr

Ein Sommerabend 'after work', eine Ausstellung mit Werken von Christopher Muller - hierzu laden wir herzlich ein für Donnerstag, 8. Juni ab 19 Uhr

Christopher Muller “Meadowell III, 2016, 48×90 cm, C-Print hinter Acrylglas ©Hengesbach Gallery

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HENGESBACH GALLERY Wuppertal

CHRISTOPHER MULLER – Matching Pairs
15. Mai – 1. Juli 2017

Normalerweise gehen wir davon aus, dass fotografische Bilder eine beständige Welt zeigen, in der kein plötzlicher Sprung in eine andere Welt geschieht. Bei Collagen hingegen sind wir daran gewöhnt, ganz unterschiedliche Welten in einem Bild vereinigt zu sehen.
Christopher Muller arbeitet seit einigen Jahren an einem Werkzyklus, bei dem er gezielt zwei verschiedene Bilder in Kontakt zueinander bringt. Man kann sein Suchen nach der passenden Ergänzung für ein Bild mit dem Suchen nach einem passenden Partner vergleichen, im Englischen spricht man von „finding a matching pair“.
Bei Bildern begnügen wir uns damit, einen bestimmten Ausschnitt der Welt zu sehen. Ganz anders funktioniert unsere Sprache. Um einen vollständigen Satz zu erhalten, ergänzen wir ein Satzsubjekt mit einem Prädikat. Bei Mullers Arbeiten hat man den Eindruck, dass im Hinzufügen eines zweiten Bildes zum ersten ein verblüffender Zuwachs entsteht, der das Ausgangsbild in eine neue räumliche und sinnhafte Konstellation einrücken lässt. Muller konfrontiert einen Tiefenraum mit einem flachen Reliefraum, in der Regel ist es der Sprung von einem Innenraum in den Außenraum, von einem geschützten Raum in den offenen Außenraum.
Paradoxerweise verkehrt Muller die Handlungsmöglichkeiten in den beiden Räumen. Während im Tiefenraum Dinge und Personen in einer festgeschweißten Beziehung zueinander zu stehen scheinen, werden die Dinge in dem flachen Reliefraum zu potentiellen Akteuren, die sich frei in beide Richtungen entfalten können. Sogar der Schatten wandelt sich in dieser Hälfte von einer passiven Lichtwirkung zu einem unterschwelligen Bewegungselement. Es verschieben sich dadurch auch die zeitlichen Charaktere der beiden Bilder, denn das tiefenräumliche Bild operiert mit dem fotografisch erstarrten Augenblick, das flache Reliefbild hingegen bietet eine filmisch offene Handlung dar. Muller bringt dadurch die Handlungsmöglichkeiten in unserer Umwelt in einen neuen Dialog miteinander, in dem die Regeln für das passende oder angemessene Verhalten nicht festgelegt sind.

 

Ort: Hengesbach Gallery, Vogelsangstr. 20, 42109 Wuppertal

Zeit: Donnerstag, 8.6., ab 19 Uhr

 

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