17.01.2017

Duterte Niklas Reese Phillipinen Rechtspopulismus so_ko_wpt Veranstaltung

Veranstaltungsreihe: Politik in der Rechtskurve

Neue Veranstaltungsreihe des so_ko_wpt. Teil 1: Duterte und die Philippinen mit Niklas Reese am Sonntag, 22.1., 17 Uhr im ADA.

Niklas Reese ist ist Herausgeber des «Handbuch Philippinen» und Soziologe. 2015 promovierte er über das politische Bewusstsein auf den Philippien. Niklas Reese lebte lange in der Stadt Davao, in der Duterte als Bürgermeister eine Art  «Probelauf» für seine Präsidentschaft absolvierte, seit zwei Jahren lebt er in Manila.

Die so_ko_wpt-Reihe «Politik in der Rechtskurve»rechtskurve

Die Politik scheint weltweit auf eine gefährliche Rechtskurve zuzusteuern. Nationalismus, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit oder Angriffe auf Menschenrechte gelten wieder als akzeptable Politikkonzepte. Mancherorts werfen die Fliehkräfte bereits ganze Gesellschaften aus der Bahn. Wo das noch nicht passierte, wird die Fahrt dennoch sehenden Auges mit steigendem Tempo fortgesetzt. Das gerade begonnene Jahr 2017 wird für die weitere Entwicklung auf vielen Ebenen bedeutend sein: Für Europa werden u.a. die Wahlen in Frankreich, den Niederlanden und in Deutschland mitsamt der jeweiligen Wahlkämpfe Auskunft darüber geben, ob sich die Furcht vor einer Rückkehr des Nationalistisch-Völkischen an die Macht bewahrheitet.

Es wird viel darüber geschrieben, wie es zu dieser Entwicklung kommen konnte. Vielfach fehlen jedoch richtige Beschreibungen der Herausforderung und oft verbleiben Zustandsanalysen im allzu Ungefähren. Unpräzise Bezeichnungen der nach der Macht strebenden Akteure als «Rechtspopulisten» oder inflationär verwendete Faschismus-Zuschreibungen sind die Folge. Dabei ist das Auftreten der rechten Bewegungen beinahe so divers wie die Gesellschaften, die sie bekämpfen wollen. Nur schwer lassen sich beispielsweise programmatische Übereinstimmungen zwischen Wilders’ «Partij voor de Vrijheid» in Holland oder der polnischen «Prawo i Sprawiedliwość» (PIS) konstruieren und Donald Trump und Tayip Erdogan verbindet auf den ersten Blick allenfalls ihre gestörte Selbstwahrnehmung.

Eine monokausale Betrachtung der politischen Entwicklung ist daher nicht erfolgversprechend. Die vor uns liegende Herausforderung erfordert eine differenziertere Analyse. Ein genauerer Blick auf die Unterschiede und unterschiedliche gesellschaftliche Bedingungen ist nötig, um transnational Gegenkonzepte zu entwickeln. Zum neuen Jahr bieten wir deshalb mit der Reihe «Politik in der Rechtskurve» mehrere Veranstaltungen an, die sich mit den verschiedenen Ausprägungen aktueller rechter Politik beschäftigen.

Sonntag, 22. Januar: Duterte – eine Blaupause für Trump

Den Auftakt macht eine Veranstaltung mit Niklas Reese zu den Philippinen, wo es bereits im April 2016 zur Wahl eines autokratisch auftretenden Rodrigo Duterte kam – trotz oder gerade wegen seiner Gewaltaufrufe und brutaler Ideen die er im Wahlkampf verkündete. Das Phänomen Duterte, in dessen Regierung auch drei maoistische Minister vertreten sind, lässt sich nicht einfach fassen. Sein egomanisches Auftreten wirkt im Nachgang jedoch wie eine Blaupause für den ein halbes Jahr später gewählten Donald Trump. Anders als Trump konnte Duterte jedoch bereits einige seiner Vorhaben realisieren – in Europa sind hauptsächlich extralegale Exekutionen angeblicher «Konsumenten» und «Dealer» von Drogen bekannt geworden. Welchem Zweck Todesschwadrone und überfüllte Knäste dienen, bleibt meist unbeleuchtet.

Am 22.1. wollen wir Ursachen und Folgen der Politik Dutertes etwas genauer betrachten. Die philippinische Gesellschaft hat inzwischen ein dreiviertel Jahr lang Erfahrungen mit einem «neuen Politikkonzept» gemacht. Wir möchten wissen, wie sich die Herrschaft eines egomanen Autokraten auf eine vielfältige Gesellschaft auswirkt, wie es sich anfühlt, in «Duterte-Land» zu leben und ob sich auch für Europa Erfahrungen ableiten lassen, obwohl die philippinische Politik viele Besonderheiten aufweist.

Politik in der Rechtskurve – Teil 1
Duterte und die Philippinen mit Niklas Reese.

Sonntag, 22.1.2017, 17:00 Uhr, Café ADA, Wiesenstraße 6, Wuppertal.
Der Eintritt ist frei, Spenden werden gerne entgegengenommen.

Interview mit Niklas Reese und Dominik Hammann im «Standard»
Website zur Veranstaltungsreihe

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