29.09.2016

BUND-Kreisgruppe Wuppertal Ikea Wuppertal Naturzerstörung Stadtentwicklung

Kein guter Tag für Wuppertal!

Am Tag der Eröffnung der Ikea-Filiale in Wuppertal-Nächstebreck hat die Kreisgruppe Wuppertal im Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sich einmal mehr kritisch mit dem Ablauf der Planung und des Bauvorhabens auseinander gesetzt.

Für BUND-Sprecher Jörg Liesendahl ist der Bau von Ikea ein Paradebeispiel für investorengesteuerte Stadtzerstörung: „Von der Stadt Wuppertal war diese Investition gewollt. Und dafür wurden alle Hindernisse aus dem Weg geräumt!
Nachdem zunächst Ikea einen offenbar „sehr kompromissbereiten“ Gutachter für die Naturschutz-Belange gefunden habe, den anschließend die Stadt Wuppertal weiter beschäftigt habe, sei die ökologische Wahrheit streckenweise geradezu umgekehrt worden.
Mit dem Ergebnis, dass geschützte Biotope, Tiere und Pflanzen unter „weitestmöglicher Interpretation der Gesetze“ zerstört bzw. getötet wurden. „Entsprechende Strafanzeigen wie z.B. zur Gewässerverschmutzung der Meine und zur Tötung zahlreicher Erdkröten laufen derzeit noch und werden hoffentlich dazu führen, dass die Verantwortlichen bei Stadt und Ikea juristisch belangt werden!“ so der BUND-Sprecher.
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Es seien nicht nur auf dem direkten Baufeld geschützte Lebensräume zerstört worden, um einen möglichst großen, ebenerdigen Parkplatz bauen zu können, sondern auch die im Bebauungsplan festgesetzten Ausgleichsgewässer seien bislang nicht vollständig geschaffen worden  –  und sollen es nach Informationen des BUND auch gar nicht, weil das Grundstück falsch vermessen wurde und kein Platz mehr da sei.
Obwohl für den Bau von Ikea zahlreiche Bäume gefällt wurden, stehen jetzt offenbar weitere Baumfällungen an, für die erst einmal eine breite Schneise durch den Wald nötig werde. Jörg Liesendahl: „Es ist schon zynisch, wenn man ein Gebäude errichtet und dann die angrenzenden Bäume gefällt werden müssen, weil sie jetzt „Gefahrenbäume“ sein sollen!
Für die BUND-Kreisgruppe ist Ikea deshalb und wegen vieler anderer Aspekte ein großer Umweltskandal, der einmal mehr deutlich macht, dass die Stadt Wuppertal kein eigenes ökologisches und zukunftsfähiges Stadtentwicklungsprofil besitzt, sondern sich ausschließlich an den (oft nur an Gewinnmaximierung orientierten) Interessen von Investoren orientiert.

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Kommentare

  1. Daniel Bismarck sagt:

    Ein SUPER Tag für Wuppertal!

    Lieber BUND, Ihre Darstellung der Dinge ist einseitig. So werden Sie bei solch wichtigen Projekten weder Gehör, noch Unterstützung durch die Bürger erhalten. Konstruktive Kritik, ja, das wäre der richtige Ansatz gewesen!

  2. Arno Nym sagt:

    Ein sehr guter Tag für Wuppertal! Es sei den Herrschaften der Bund-Kreisgruppe Wuppertal nochmal ins Stammbuch geschrieben: Wir leben in einer schönen, grünen aber hochverschuldeten Stadt, in der die Arbeitslosenquote trotz seit Jahren anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs bei um die 10% verharrt. Darüber hinaus bewegen sich Kinderarmut und ALG II-Empfängerquote in schwindelerregenden Höhen. Natürlich ist Umweltschutz wichtig und die Stadt sollte sich nicht ausschließlich an Investoreninteressen orientieren, aber: Würde sie sich ausschließlich an den Interessen der BUND-Kreisgruppe Wuppertal orientieren, würde es dieser Stadt besser gehen? Wäre es attraktiver hier zu leben, hier einzukaufen oder einen Ausflug nach Wuppertal zu machen? Ich behaupte: nein. Wir hätten keine Nordbahntrasse mit all ihren positiven Auswirkungen und eine brach liegendes ehemaliges Fertighausausstellungsgelände mit vielen Kröten und Bäumen und viel Ruhe vor Frau Petersens Haustür aber kein Plus an Kaufkraft Gewerbesteuern und Arbeitsplätzen. Über den Bau einer Seilbahn würden wir nicht einmal diskutieren. Daher meine Empfehlung: Es wäre mal wieder Zeit sich in (hoffentlich feinstaub- und stickoxidfreie) Luft aufzulösen.

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