04.03.2016

Fahrradverkehr ÖPNV Seilbahn Seilbahn Wuppertal

Schade an und für sich! – Der BUND Wuppertal und die Seilbahn

Nach der Nordbahntrasse nimmt der BUND das nächste Projekt auf´s Korn und versucht sich daran abzuarbeiten. Leider mal wieder das völlig falsche Projekt.

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Die Kreisgruppe Wuppertal des BUND schlägt wieder einmal zu.

Im Fokus diesmal: Die Seilbahn. Eine Stütze steht falsch. Das ist schlecht für ein paar Bäume und einen Grundwasserstrom. Und zwar kennen wir noch nicht die Auswirkungen auf das Bussystem der Südstadt, aber sie sind schlecht. Also soll sich die Stadt gar nicht mehr mit der Machbarkeit beschäftigen, sondern der BUND unterstützt jetzt die Initiative „Seilbahnfreies Wuppertal“

Erneut hat der BUND eine ganz besondere Sicht der Umweltschutzbelange an den Tag gelegt. Hatten

Die Talstation der Seilbahn in Koblenz

Die Talstation der Seilbahn in Koblenz ©ADFC Wuppertal/ SG

wir in der Vergangenheit eine natürliche Verbundenheit mit dieser Organisation, fällt es uns heute schwer, die Kreisgruppe noch wirklich ernst zu nehmen. War doch das letzte Projekt, an dem man sich abgearbeitet hat, die Nordbahntrasse. Auch bei diesem aus unserer Sicht größten Umweltschutzprojekt in dieser Stadt in den letzten Jahrzehnten hat der BUND jahrelang seine ganze Kraft in den Versuch zur Verhinderung gesteckt.

Inhaltlich: Straßen NRW holzt im Augenblick hunderte Bäume entlang der Autobahnen und Schnellstraßen ab. Ein wichtiger Filter gegen die entstehenden Abgase und den von diesen Straßen ausgehenden Lärm verschwindet stadtweit, um eine Behinderung des Straßenverkehrs durch bei Stürmen umstürzende Bäume ausschließen. Kein Wort haben wir gehört zu dieser Kahlschlagmaßnahme. Dabei sind hier mehrhundertfach so viele Bäume gefallen, wie es beim Seilbahn-Projekt selbst im schlimmsten Fall notwendig wäre.

Im Vergleich der umweltschädlichen Emissionen hat die Seilbahn schon jetzt die Nase vorn. Dabei wird für die Busse von den offiziell angegebenen Werten ausgegangen. Wer glaubt die allerdings noch. Nachdem wir aus dem PKW-Bereich inzwischen wissen, dass nicht nur VW, sondern auch fast alle anderen Hersteller in den Rollentests vollkommen unrealistische Werte erzielen, die mit dem Echtbetrieb nichts zu tun haben. Wer glaubt, es sei bei großen Dieselmotoren anders?

Im Übrigen ist die Diskussion über das Busnetz bei Seilbahnbetrieb ja noch gar nicht geführt. Dabei bieten sich durchaus auch Chancen zur Optimierung der Quartierserschließung, wenn die Linien nur noch einen Nahbereich anfahren und nicht gleichzeitig die Fernstrecke bedienen müssen.

Ein konsequenter Ausbau der P & R Möglichkeiten könnte im Übrigen eine Vielzahl an PKW-Fahrten in die Innenstadt verhindern und so eine viel bessere Wirkung erzielen als jede Umweltzone. Und die Attraktivität einer Seilbahn ist dazu geeignet, die Kunden tatsächlich zum Umstieg aus dem eigenen Auto zu bewegen. Das entlastet die Innenstadt dann nicht nur von Abgasen, sondern auch vom Problem der viel zu hohen Zahl von Autos mit all ihren Folgeproblemen.

Leider alles kein Thema beim BUND. Eine ehemals hoch angesehene Umweltschutzorganisation demontiert sich selbst.

Seilbahnkabine in Koblenz mit Fahrradeinstellpla

Seilbahnkabine in Koblenz mit Fahrradeinstellplatz ©ADFC Wuppertal/ SG

Der ADFC Wuppertal hatte die Seilbahn-Idee immer begrüßt und unterstützt sie aus Überzeugung. Auch für Radverkehr bietet sie ein erhebliches Potential, ermöglicht sie doch eine Vereinfachte Erreichbarkeit aller Ziele auf den Südhängen. Zum Glück ist die Unterstützung in der Stadt breit, umfasst beinahe alle politischen und gesellschaftlichen Lager. Daher sehen wir auch weiterhin optimistisch in die Seilbahn- Zukunft.

 

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Kommentare

  1. Bert sagt:

    Vielen Dank für diesen Beitrag! Ich habe soeben unter anderem deswegen meine langjährige BUND-Mitgliedschaft gekündigt. Auch bei uns in Hannover legen sich solche Umweltschützer quer, wenn es um Infrastrukturmaßnahmen für umweltfreundlichen(!) Verkehr geht. Während die Autobahnen munter ausgebaut werden, müssen sich Radfahrer und Fußgänger im Grünen weitgehend durch Matsch und Pfützen quälen. Wetterfeste Wegedecken sollen angeblich schlechter für die Umwelt sein. Und ein Netz von Radfernwegen wurde soeben im Stadium der Vorüberlegungen gekippt. Es hätte den Autoverkehr spürbar senken können. Aber der ist ja offenbar nicht umweltschädlich.

  2. Guido Mengelberg sagt:

    Schade an und für sich, dass nicht die Adressaten der Stellungnahme Stellung beziehen, sondern die Stellungnehmenden gegeneinander.
    Schön an und für sich für die GroKo – divide et impera.

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