07.12.2015

Tierkrippe weihnachtsmarkt

Tierkrippe auf dem Elberfelder Weihnachtsmarkt

Auf dem Von-der-Heydt-Platz stehen Tiere in einer 'Krippe' unter äußerst fragwürdigen Bedingungen. Sie sollen ein Anziehungspunkt sein und besondere Attraktion des hiesigen Weihnachtsmarktes. Sehr speziell ist das dahinter stehende 'Geschäftsmodell': am nebenstehenden Stand kann man Futter für die Tiere kaufen.

Alle Jahre wieder stehen die Tiere in einem umzäunten Areal als Anziehungspunkt für Weihnachtsmarktbesucher. Bei Wind und Wetter, ohne geschlossenen und winddichten Unterstand. Je nach Tag sind es neben Ziegen und Schafen, einem Esel und einem Pony auch ein Kamel mit seinem Nachwuchs. 5 Wochen lang werden sie jeden Morgen von einem großen Auto samt Hänger gebracht und abends wieder abgeholt. Bis wohin sie fahren müssen weiß man nicht genau.

Der Clou für die Besucher ist: sie dürfen die Tiere füttern. Man kann am nebenstehenden Stand ‚Futter für die Tiere‘ kaufen. Natürlich werden auch mitgebrachte Dinge gefüttert, wie z.B. Weißbrot, was für Grasfresser alles andere als gesund ist. Offensichtlich kümmert sich aber niemand um das Wohl der Tiere, niemand kontrolliert, was gefüttert ist. Die Frage schlechthin ist: was ist, wenn an kalten oder regnerischen Tagen niemand kommt? Stehen sich die Tiere dann mit knurrendem Magen die Beine in den Bauch?
Das angebotene Heu liegt mitten in der Krippe auf dem Boden und ist vor Regen nicht geschützt.

Wenn es voll ist auf dem Weihnachtsmarkt, wie am verkaufsoffenen Sonntag der Fall gewesen, ist die Krippe von Menschen dicht umringt, was vor allem die kleinen Ziegen ängstigt. Wie es ihnen angesichts des andauernden Lärmpegels gehen mag, kann man nur mutmaßen. Ob es für ein Jungtier förderlich ist, 10 pro Tag im Gewimmel zu stehen ist auch fraglich.

Wer zur rechten Zeit vor Ort war, konnte eine Kontrolle des Veterinäramtes verfolgen. Diese hatte aber anscheinend kaum Konsequenzen, denn die Krippe war in den folgenden Tagen voller als je zuvor.

Ob diese tierschutzgerecht ist oder nicht ist die eine Frage. Die andere ist, ob der Veranstalter des Weihnachtsmarktes tatsächlich der Ansicht ist, auf diese Weise kaufwillige Besucher in die Stadt zu ziehen oder ob es ihm einfach an Fantasie fehlt, seinen Markt interessant und attraktiv zu gestalten, ohne auf Mittel zurückzugreifen, die eigentlich der Vergangenheit angehören sollten.

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Kommentare

  1. Drees, Susanne sagt:

    Unverantwortlich, nicht tierlieb sondern geldraffer . Ohne aufsuchrsperson Tiere egal abstellen. Geht gar nicht, wo bleibt das humane lebensrecht der Tiere ? Sauerei

  2. Benny Trapp sagt:

    Das schaue ich mir gerne die Tage mal an. Aber der Artikel an sich ist mit Ausnahme des Kommentars über die falsche Ernährung durch mitgebrachtes Brot kompletter Kappes! Das fängt schon mit der Behauptung an, ein „Streichelzoo“ sei nicht „Zeitgemäß“. Schlimm genug, wenn Eltern ihre Kinder nicht mit aufs Land, in die Natur oder in den Zoo nehmen. Insofern gut, dass sie zumindest auf diese Art und Weise in Kontakt zu Tieren kommen. Wer in der Kindheit keinen Kontakt zu Tieren hatte, dem fehlt zeitlebends etwas (so auch dem Autor des Artikels?). Und ob Lamas, Kamele, Ziegen und Schafe tatsächlich tagsüber ein Dach über dem Kopf „brauchen“, sollte man zumindest mal diskutieren. Demnach wäre ja auch Koppel- und Weidehaltung sowie Wanderschäferei nicht Tierschutzkonform, oder? Wer trotzdem der Meinung ist, kann gerne in den Wald gehen und den Rehen ein Haus in den Wald bauen. Übermäßigen Stress bei an Menschen gewöhnte Tiere ist hier jedenfalls kein Thema. Über den Pfiffi, der an der Leine durch die Stadt gezerrt wird beschwert sich ja auch keiner und dass Fluchttiere mal hektisch reagieren gehört zu ihren natürlichen Verhaltensweisen. Tierquälerei ist alleine dadurch nicht erkennbar. So wie der Artikel hier verfasst wurde ist er schlichtweg als inkompetent abzulehnen. Statt sachbezogener Argumentation erkenne ich lediglich emotional geprägte Pseudomoral. Das Thema ist interessant und hätte durchaus besser angegangen werden, nicht zuletzt auch durch eine weniger einseitige Sichtweise!

  3. Sven Hofmann sagt:

    Das Veterinäramt hat also nichts beanstandet. Und Sie wissen nicht, wohin die Tiere gebracht werden, ob die Unterbringung tierschutzgerecht und das Angebot attraktiv genug ist. Ich weiß es auch nicht.

    Wer hat noch keine Ahnung?

    1. Thomas sagt:

      Das Veterinäramt hat ganz viel beanstandet, die Tiere waren 1 Tag ganz erheblich dezimiert. Da aber die Politik dort die Finger mit im Spiel hat, wurde offensichtlich von oben ein Machtwort gesprochen. Aber davon mal ganz abgesehen ist es wirklich nicht mehr zeitgemäß, Tiere in dieser Art und Weise zur Schau zu stellen.

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