05.02.2014

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Das Märchen von 1000 und einem neuen Arbeitsplatz am Döppersberg

"Eine vertragliche Verpflichtung besteht nicht", so die Verwaltung zu den angekündigten 1000 neuen Arbeitsplätzen im Investoren-Kubus und der Mall

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Auf die Anfrage des Mitglieds der Ratsfraktion DIE LINKE in der Planungs- und Baubegleitkommission Döppersberg, Bernhard Sander, musste die Wirtschaftsförderung nun eingestehen, dass die von ihr verkündeten 1000 neuen Arbeitsplätze am Döppersberg ein Ammenmärchen sind. „Eine vertragliche Verpflichtung besteht nicht“, räumt der oberste Wirtschaftsförderer Volmerig nun ein. Die Zahl sei aus „Erkenntnissen abzuleiten“, ohne dass er Quellen nennt. „Offensichtlich ist zur Durchsetzung des Investorenwunsches mittlerweile jedes Mittel recht, sogar ein relatives Verhältnis zu den Tatsachen“, kommentiert Sander die politische Moral der hinter dem Döppersberg-Umbau stehenden Ratsmehrheit.

Der Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion DIE LINKE, Gerd-Peter Zielezinski, hat gerechnet: „Selbst wenn man die Zahlen aus einer ECE-Veröffentlichung zugrundelegt, bleibt es  eine maßlose Übertreibung.“ Zum Beleg zitiert er: „Die Beschäftigungsintensität ist mit 58 Beschäftigten pro 1000 m2 Verkaufsfläche im Shoppingcenter mehr als doppelt so hoch wie im Handel mit 23 Beschäftigten pro 1000 m2.Und zur Qualität der Arbeitsplätze führt der Fraktionsvorsitzende aus: „Mit einem einfachen Taschenrechner kann Herr Reese als Vorsitzender der Baubegleitkommission nachvollziehen, dass am Döppersberg wahrscheinlich 105 Vollzeitarbeitsplätze, 66 sozialversicherte Teilzeitarbeitsplätze sowie 75 Stellen mit geringfügiger Beschäftigung möglich sind. Das entspricht dem Durchschnitt in Deutschland.“ Der angebliche Jobmotor am Döppersberg entpuppt sich als Nebelwerfer aus tausendundeiner Nacht.

Antwort der Verwaltung auf unsere Anfrage

 

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Kommentare

  1. Döppersberger sagt:

    Gut, dass es DIE LINKE gibt. Die einzige Partei, die sich dem Größenwahn der Herren Jung und Slawig widersetzt. Bedingungslos überdimensionierte Wahnsinnsprojekte durchdrücken, aber bei Schulsozialarbeit, Kita Plätzen und Achtsamkeitsgruppen knausern. Das ist die real existiernde Politik von cdu und spd, kritiklos hingenommen von grünen und fdp …

  2. Sehr geehrte Herren Sander und Zielezinski,
    es ist schon verwunderlich, wie eine Partei, die doch für sich in Anspruch nimmt, für die Arbeitnehmer und zumal Arbeitssuchenden in unserer Stadt zu sprechen, lieber die Beschäftigungswirkungen des neuen Döppersbergs kleinredet, als konstruktiv die Chancen mitzuentwickeln, die sich aus diesem Projekt ergeben. Natürlich gibt es keine vertragliche Verpflichtung, im Rahmen eines solchen Projektes soundsoviele Arbeitsplätze zu schaffen – derartige Verträge sind, so sie denn überhaupt existieren – eher die absolute Ausnahme in einer Wirtschaftsordnung, die viel auf die Entscheidungsfreiheit der UnternehmerInnen hält (wo natürlich just der Hase bei Ihnen und Ihrer Partei im Pfeffer liegt…).
    Es ist jedoch unredlich, auf Beschäftigungsdichten und voraussichtliche, direkte Arbeitsplätze am Döppersberg abzustellen und dabei zu verkennen, dass ein Großprojekt mit Strahlwirkung auch in die übrige City wie der Döppersberg selbstverständlich große positive Zweiteffekte auf die Geschäftslage und damit die Beschäftigung im Handel der Elberfelder Innenstadt haben wird – das können sogar die Gegner dieses teilweise als reine Imagemaßnahme verschrienen Projektes nicht verkennen, denn genau diese Imagewirkung ist es ja, die dem Handel einen enormen Auftrieb verschaffen wird.
    Mit anderen Worten: Helfen Sie lieber dabei mit, die wirtschaftlichen Vorteile des neuen Döppersbergs nicht zuletzt auch für den Wuppertaler Einzelhandel und seine Beschäftigten zu maximieren, als sie von vornherein mies zu machen.

    Mit allem gebotenen Respekt,
    Jakob Steffen

    1. wuppertalerin sagt:

      23- 25 Beschäftigte pro 1000 Quadratmeter Handelsfläche sind heute definitiv realistisch- mehr nicht. Davon sind heute 30- 40 Prozent geringfügig Beschäftigte.

      Die Auswirkungen des „Großprojektes mit Strahlwirkung“ auf den ansässigen Einzelhandel wird im Übrigen negativ sein, wenn man dem Investor ( der eigene Interessen vertritt- Gewinnmaximierung) die Belegung der Verkaufsflächen freihändig überläßt. Wird hier nicht regulierend eingegriffen, wird es zu weiteren Leerständen in der Innenstadt kommen. Aber träumen Sie ruhig weiter, Herr Steffen.

    2. Frank Adolphs sagt:

      Sehr geehrter Herr Steffen,
      Ihre Kritik verfehlt das Thema. Es geht nicht darum, etwas kleinzureden. Der Beitrag setzt sich stattdessen vollkommen zu Recht mit der durchaus kritikwürdigen Öffentlichkeitsarbeit der Wirtschaftsförderung auseinander. Es darf doch wohl hinterfragt und angemerkt werden, dass den Wuppertalern vorsätzlich und unseriös Sand in die Augen gestreut wird.
      Aber da sind Sie ja durchaus im Thema, denn Ihre „selbstverständlich großen positiven Zweiteffekte“ und der „enorme Auftrieb“ des Handels sind die nächsten Luftschlösser, die keiner Überprüfung standhalten. Fragen Sie doch mal den textilen Einzelhandel in unserer Stadt, was man von einer Primark-Niederlassung in herausgehobener Citylage hält.
      Meiner Meinung nach hilft unserem Döppersberg eine realistische Planung und Betrachtung weitaus mehr, als überzogener Pathos. Und das gilt nicht zuletzt nur in Bezug auf die hiermit verbundenen Erwartungen, sondern insbesondere auch in Bezug auf die zunächst noch zu erbringenden Kosten.
      Mit besten Grüßen
      F. Adolphs

      1. Fast Foot sagt:

        J. Steffen ist schon ein seltsamer selbsernannter Kandidat. Nicht Argumente zählen sondern nur seine Gegnerschaft zu einer Ratsfraktion, die nicht alles abnickt und etwas mehr Transparenz schafft. Die von Herrn Sander angeführten Fakten, die auch anderen Foristen bekannt sind, zeigen einmal mehr, dass das Projekt Döppersberg nicht ein Projekt für Wuppertaler Bürgerinnen und Bürger sondern nur für Wuppertaler CDU-FDP-SPD-Politker und gewinnorientierten Investoren ist. Ein Schelm, der dann noch einen Zusammenhang aus Parteispenden für die genanten Parteien und Realpolitk dieser drei Parteien vermutet.

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