11.03.2013

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City-Arkaden: „Das Ding ist Teil von Stadt“

Interview mit Wuppertals Baudezernent Frank Meyer über die geplante Erweiterung der Elberfelder City-Arkaden.

Wuppertals Baudezernent Frank Meyer: "Ergebnisoffene Prüfung."

Wuppertals Baudezernent Frank Meyer: „Ergebnisoffene Prüfung.“

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Herr Meyer, wie haben Sie die Anfrage des Betreibers der City-Arkaden aufgenommen?

Das nehmen wir erst einmal sehr positiv auf, weil es zeigt, dass das Vertrauen in die Zukunft des Standorts Elberfeld im Einzelhandel, anders als noch vor ein paar Jahren, wieder gegeben ist. Das ist eine sehr positive Nachricht.

Wie ergebnisoffen ist der Prüfungsprozess durch die Verwaltung tatsächlich?

Wenn ich sage, die Prüfung ist ergebnisoffen, dann meine ich das auch so. Das schließt die „Null-Variante“, also den Verzicht auf die Erweiterung ein, wenn bestimmte Voraussetzungen nicht gegeben sind. Es gibt offensichtlich in der Öffentlichkeit und in manchen Teilen der Politik ein großes Misstrauen. Aber ich sage auch: Wir haben die Verantwortung ein solches Ansinnen eines Investors zumindest sehr ernsthaft zu prüfen und über mehr reden wir im Moment nicht.

Es gibt Punkte, die sehr kritisch und sehr intensiv zu prüfen sein werden. Da ist das Thema Verkehr und die Frage, wie es sich auswirkt, wenn man die Straßenführung am Kipdorf ändert. Das ist keine niedrige Hürde. Wir untersuchen, was so eine Erweiterung mit dem Einzelhandel in der Innenstadt macht. Wir prüfen mit Blick auf Stadtstruktur und Städtebau, wie die Erweiterung so gestaltet werden kann, dass auch der Rest der Innenstadt davon profitiert. Was machen wir mit dem Denkmalschutz und vieles mehr.

Die Grafik des Center-Betreibers ECE zeigt die bestehenden City-Arkaden und das geplante Erweiterungsgebiet.

In welchem Stadium befinden sich die Planungen?

Wir sind noch ganz am Anfang. Üblicherweise wären wir ja jetzt noch nicht beim Aufstellungsbeschluss. Wir machen es bei diesem Projekt bewusst anders als in früheren Fällen. Es geht erst einmal darum, ein Zeichen an den Investor zu senden und ihm mitzuteilen, dass wir ein solches Vorhaben ernsthaft prüfen wollen. Das ist ja auch für den Investor die Voraussetzung dafür, dass er Geld in die Hand nimmt, um einen solchen Prozess zu starten. Und wir reden hier nicht nur über ein Verkehrsgutachten, sondern auch über verschiedene Workshops, einen Architekturwettbewerb, Einzelhandelsgutachten und vieles mehr. Dabei wird es um eine sechsstellige Summe gehen. Kein Investor würde so viel Geld in die Hand nehmen, wenn er nicht das Signal bekommt, dass wir uns sein Projekt im Grundsatz vorstellen können. Es ist aber jetzt schon erkennbar, dass wir den ursprünglichen Zeitplan nicht werden halten können.

Was heißt das?

Wir haben ja gesagt, dass wir die Politik im Mai oder Juni in einem sonst unüblichen Zwischenschritt zwischen Aufstellungs- und Offenlagebeschluss noch einmal über die Ergebnisse des bisherigen Prozesses informieren und einen Vorschlag für die weitere Vorgehensweise machen wollen. Die Politik kann dann sagen, ob das Vorhaben in die richtige Richtung geht oder nicht. Wir brauchen jedoch mehr Zeit, denn für die Workshops gibt es Vorläufe, um die Teilnehmer in einem transparenten Verfahren vorzuschlagen. Solange ECE noch mit Grundstücksfragen beschäftigt ist, verzögert sich der Prozess.

Die City-Arkaden in Elberfeld: „Das Ding ist Teil von Stadt.“

Woher kommt der Widerstand gegen die Erweiterung?

Zum Teil kommt der Widerstand aus der Betroffenheit einer Ladenbesitzerin am Kipdorf. Ich kann das nachvollziehen, aber mich ärgert es, wenn mit falschen Behauptungen argumentiert wird. Das fing damit an, dass anfangs behauptet wurde, in Braunschweig sei ein ECE-Center erfolgreich verhindert wurde. Ich habe damals selbst in Braunschweig gearbeitet und weiß, dass das Center in meinem Geschäftsbereich realisiert wurde. Es ist auch unfair zu behaupten, der Denkmalschutz würde fallen oder das „Rex“ würde abgebrochen. Es ärgert mich, dass Menschen den Anschein erwecken, dass sie mehr über das Projekt wissen, als diejenigen, die sich damit tagtäglich beschäftigen.

Im Netz kursieren „Verschwörungstheorien“, nach denen das Parkhaus an der Hofaue schon im Vorgriff auf die Erweiterung der City-Arkaden gebaut wurde.

Kein vernünftiger Parkhausbetreiber wird ein solches Investment im Vorgriff auf ein Vorhaben realisieren, das überhaupt noch nicht feststeht. Das sind wirklich Verschwörungstheorien, die mutwillig oder fahrlässig gestreut werden. Auch die Behauptung, dass das „Rex“ abgebrochen würde, entbehrt jeder Grundlage. Wir wissen um die Bedeutung des „Rex“ und wir wissen auch, dass das „Rex“ ein Stück Wuppertaler Seele ist. Und schon deswegen ist es für mich sakrosankt. Ich kann mir keine Lösung vorstellen, die vorsieht, das „Rex“ plattzumachen.

Kann die Erweiterung der City-Arkaden positiv auf den Elberfelder Einzelhandel wirken?

Es gibt vor allem in den Randlagen Elberfelds Leerstände, das ist nicht zu leugnen. Überwiegend handelt es sich dabei um Ladenlokale in der Größenordnung von zwei- bis dreihundert Quadratmetern, die teilweise seit Jahrzehnten nicht saniert wurden. Wir haben aber auf der anderen Seite einen Flächenbedarf für größere Anbieter, die in anderen Oberzentren schon vertreten sind. Ich kann nur empfehlen, einmal wachen Auges durch andere Städte in der Größe Wuppertals zu gehen und sich anzusehen, welche Geschäfte und Ketten es dort gibt, die wir nicht haben. Das sind sicher überwiegend Filialisten, aber so ist nun einmal die Realität. Und insofern haben wir dringenden Handlungsbedarf, was die Bereitstellung von Großflächen in der City angeht. Es gibt derzeit keine Möglichkeit, vom Gebäude der Sport Arena abgesehen, in der City eine Einheit an den Markt zu bringen, die größer als sechs- bis achthundert Quadratmeter ist. Aber es gibt die entsprechende Nachfrage und das sollte uns zu denken geben.

Die Gegner der Erweiterung befürchten negative Auswirkungen auf den bestehenden Handel.

Wir haben ja schon seit vielen Jahren ein ECE-Center in Wuppertal, bislang ohne nachweisbaren negativen Einfluss auf andere Bereiche der City. Im Gegenteil: gerade im Bereich Neumarkt und Wall hat sich mit dem Neubau von Peek & Cloppenburg, Fahrenkamp-Haus und Saturn viel getan. Das ist eine sehr positive Entwicklung, die sich trotz des vorhandenen ECE-Centers vollzogen hat. Wir müssen also sicher im Blick haben, was eine verträgliche Größenordnung für eine Erweiterung ist, aber ich sehe zugleich, dass es nach wie vor großen Nachholbedarf bei den verfügbaren großen Flächen und bei zeitgemäßen Handelsimmobilien gibt.

In welchem Kontext sehen Sie die Center-Erweiterung?

ECE ist nicht das einzige Thema in der Elberfelder City. Es gibt Koch am Wall und den Döppersberg und wir sehen uns das als Ganzes an. Wir haben natürlich auch im Blick, wie sich Veränderungen zum Beispiel auf die Rathausgalerie auswirken, wobei man sich dort heute schon schwer tut. Aber Innenstadt ist immer auch ein Ort von Wettbewerb und von Wandel. Wir machen keinen Artenschutz zugunsten des vorhandenen Einzelhandels.

Den Vorwurf, nur anlassbezogen zu planen, wenn gerade ein Investor anklopft, lassen Sie also nicht gelten?

Nein. Die Wuppertaler City ist ja im Grundsatz fertig entwickelt. Es gibt eine definierte Einkaufslage. Ich bin kein Freund von Überlegungen, die suggerieren, dass jede Art von Realität in eine Planung zu pressen ist. Nehmen wir das Beispiel einer möglichen Überbauung des Platzes am Kolk. Hätte die Stadt ein solches Szenario theoretisch geplant, hätten alle Überprüfungen hinsichtlich Denkmalschutz, Verkehrsführung etc. auf Rahmenplanebene angestellt werden müssen. Das kostet sehr viel Geld und beansprucht viel Manpower, die die Stadt nicht hat. Im Übrigen kann man viel planen, aber die Realität entwickelt sich hinterher sehr oft in eine ganz andere Richtung und es findet sich möglicherweise kein Investor.

„ECE weiß bis zur Perfektion, wie ein Center funktioniert.“

Wie sehen Sie die Arbeitsteilung zwischen Stadt und ECE ?

ECE weiß bis zur Perfektion, wie ein Center funktioniert und hat genaue Informationen darüber, wie lang und breit die Wege sein dürfen, welcher Mix an Geschäften der beste ist und wo die Ankermieter sitzen müssen. Es ist unsere Aufgabe, darauf zu achten, dass von dem Projekt die Innenstadt profitiert. Es darf nicht passieren, dass das Center die City leersaugt. Es gibt aber Möglichkeiten, hier steuernd einzugreifen.

Das heißt, das Center darf von außen nicht aussehen wie eine Mauer?

Auf keinen Fall. Da hat bei den Centerbetreibern in den letzten Jahren aber auch ein Bewusstseinswandel eingesetzt. Obwohl ein Center ein „Autist“ ist und darauf ausgelegt ist, dass dort eine Familie einen ganzen Tag verbringen kann, kann man ein solches Vorhaben so gestalten, dass es Bezüge in die Umgebung entfaltet. Das Ding ist Teil von Stadt und muss auch aussehen wie ein Teil der Stadt. Das Center muss als Teil des Stadtorganismus ausgebildet werden. Ein Weg, um dieses Ziel zu erreichen, kann sein, dass die nötigen PKW-Stellplätze nicht unmittelbar am Center bereitstehen müssen. Wenn die Leute dann vom Parkhaus zu den City-Arkaden gehen, durchqueren sie automatisch die Innenstadt.

Auch am Döppersberg wird es Einzelhandel geben.

Laut Bebauungsplan sind der Investorenkubus und das Gebäude der ehemaligen Bahndirektion Kerngebiet. Ein wesentlicher Bestandteil des Kerngebietes ist eben auch Einzelhandel. Realistischerweise wird es im Kubus im ersten und vielleicht noch im zweiten Obergeschoss Einzelhandel geben, da reden wir vielleicht über zweieinhalbtausend Quadratmeter Verkaufsfläche. In der Bahndirektion kommen natürlich weitere Flächen dazu. Das ist bestehendes Recht, aber das muss ja erst noch entwickelt werden, das ist kein Selbstläufer.

Wie beurteilen Sie die Entwicklung in Barmen?

Wir haben ja durch die Gründung der Immobilienstandortgemeinschaft (ISG) die Situation, dass man eine Menge Geld gesammelt hat, um etwas zu tun. Aber ich finde viel wichtiger, dass jeder in Barmen verstanden hat, dass sich etwas tun muss. Das Problem ist nur, dass die Einflussmöglichkeiten für die Stadt relativ begrenzt sind. Wir können ermöglichen und ermuntern, aber die Entscheidungen über Immobiliennutzungen treffen andere. Wenn ein Hauseigentümer nicht investieren möchte, können wir ihn ja nicht zwingen. Ich nehme aber auch wahr, dass Barmen dabei ist, sich durch diese ISG ein Stück weit neu zu definieren.

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Mit Frank Meyer sprach Georg Sander
Fotos: Stadt Wuppertal, ECE, Georg Sander

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Kommentare

  1. Wer sich ein Bild davon machen will, was der Satz:

    „Ich habe damals selbst in Braunschweig gearbeitet und weiß, dass das Center in meinem Geschäftsbereich realisiert wurde.“

    in der Konsequenz für manche Citylagen bedeutete:

    Die Folgen der Braunschweiger Schlossarkaden

    http://www.braunschweig-spiegel.de/index.php?option=com_content&view=article&id=2190%3Adie-letzte-macht-das-licht-aus-city-point-folge-3folge-3&catid=69%3Apolitik-kategorie-stadtentwicklung

    Der Artikel ist vom 28. August 2011. Wie es dort heute aussieht, weiß ich nicht.

    1. petzi sagt:

      Wertvoller weil erhellender Beitrag hinter den Link. Dort wird auch schon das zukünftige mögliche Schicksal der Rathhaus Galerie skizziert. Lesenswert. Zitat „Die Attraktivität und die Entwicklung eines Teils der Innenstadt liegen damit wesentlich in den Händen des ECE-Konzerns. Den Folgen dieser besonderen Form der Privatisierung unserer Stadt wurde bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.“. Wohl wahr.

  2. petzi sagt:

    Dieses „Interview“ ist ganz offensichtlich eine reine PR Show. Wirklich amüsant wird es, wenn meine Überlegung, dass die Dimension des neuen Parkhauses Hofaue-City mit der bereits verabredeten Genehmigung der Erweiterung in den Rang einer Verschwörungstheorie erhoben wird.

    Diese Überlegung meinerseits, ist keineswegs „mutwillig und fahrlässig“ gestreut worden (Welcher Schaden ist denn entstanden?), sondern entspringt einem urmenschlichen Trieb, einen Sinn hinter den Dingen zu vermuten und sich diesen Zusammenzureimen. Das passiert auch in jedem Gerichtssaal und anderswo, wo nach Motiven gesucht wird.

    Der Herr Meyer hat es selbst gesagt: „Kein vernünftiger Parkhausbetreiber wird ein solches Investment im Vorgriff auf ein Vorhaben realisieren, das überhaupt noch nicht feststeht.“ Angesichts der getätigten Investitionen taucht eben hier die berechtigte Frage auf, ob die Realisation des Vorhabens nicht schon vorher feststand. Diese Frage muss erlaubt sein.

    Denn für Hofaue-City wurde viel Aushub und Geld bewegt. Ich schätze mal, dass inkl. Gundstückserwerb, Abriss und Neubau, die ganze Sache mindestens 2 Mio. Euro gekostet hat. Viel weniger kann es nicht gewesen sein, eher mehr.

    Das Parkhaus ist aber keineswegs voll belegt. Wann immer ich durch die Hofaue gehe, fahren die meisten Fahrzeuge immer noch ins Arkadenparkhaus. Also, wofür wurde dieses Riesending gebaut, und wie soll es sich jemals armortisieren? Wie Herr Meyer richtigerweise feststellt, ist ein Inverstor in der Regel nicht Blöd, sondern will sein Geld mit Zinsen widersehen. Bei der aktuellen Belegung wird das nicht funktionieren, schließlich sind ja auch noch die laufenden Kosten zu bedienen.

    Was in dem Interview auch nicht erwähnt wird, ist dass die Bedenken sich nicht nur auf den Einspruch einer Anliegerin beziehen, sondern u.a. auch auf eine Studie in 60 deutschen Städten, die den negativen Effekt der Innenstadt-Malls (und das sind sie ja im eigentlichen Sinne) auf das umliegende City Gebiet nachweist.

  3. Bitte stellen Sie doch vernünftige und nicht so einflößende Scheinfragen:

    Herr Meyer: “ Es ist unsere Aufgabe, darauf zu achten, dass von dem Projekt die Innenstadt profitiert. Es darf nicht passieren, dass das Center die City leersaugt. Es gibt aber Möglichkeiten, hier steuernd einzugreifen.“

    Ihre Anschlußfrage: „Das heißt, das Center darf von außen nicht aussehen wie eine Mauer?“

    Die Frage hätte lauten müssen: „Wie wollen Sie steuernd eingreifen, dass diese (aus anderen Städten bekannten) Negativwirkungen in Wuppertal nicht eintreten?“

    Außerdem vermisse ich eine folgende Fragen:

    Wie sollen die Workshops und Beteiligungsverfahren transparent organisiert werden sollen?

    Wie soll das Verfahren neutral ablaufen, wenn ECE die Show bezahlt?

    Wie verbriefen Herr Meyyer und der Oberbürgermeister, dass ECE keinen Einfluss auf das Verfahren nehmen?

    Wieso entscheidet die Stadtverwaltung und nicht der Rat darüber, wer in der Workshops sitzt?

    Wieso erhält der Rat nur so wenige Einflußmöglichkeiten auf das Verfahren?

    Wieso wurde so frühzeitig ein Aufstellungsverfahren eingeleitet, wenn dies der einzige Moment ist, von der Seite der Bürger ein Bürgerentscheid darüber durchzuführen?

    Wer von den Mitgliedern der Stadtverwaltung wurde schon einmal zu kostenlosen Veranstaltungen von ECE oder der Stiftung Lebendige Stadt eingeladen?

    Wieso darf Herr Reese im Rat ungestraft behaupten, es gäbe in der Elberfelder Innenstadt keine Leerstände?

    Fragen über Fragen, die nicht gestellt wurden. Stattdessen Fragen, auf die die Antworten schon vorher bekannt waren.

    1. petzi sagt:

      Jede Menge vernüftiger Fragen, die aber nicht gestellt wurden. Wie immer bei PR Interviews.

    2. Auch uns würden die Antworten auf die Fragen, die Thomas Schürmann stellt, brennend interessieren. Vielleicht können diese ja – in einer weiteren Interview-Runde – von Herrn Jung beantwortet werden?!

  4. Kerstin sagt:

    Wieso werden denn hier Kommentare gelöscht?

    1. Wir löschen Kommentare meist dann, wenn sie unbelegte Tatsachenbehauptungen oder unbewiesene Unterstellungen von Kommentatoren enthalten, für deren Verbreitung die Betreiber von NJUUZ juristisch belangt werden könnten. Näheres dazu erfahren Sie hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Verbreiterhaftung.

  5. gelöscht sagt:

    [Kommentar vom NJUUZ-Team gelöscht]

  6. Marc Schulz sagt:

    Herr Meyer hat in Bezug auf die Schloss Arkaden in Braunschweig natürlich Recht. Das Einkaufscenter wurde gebaut, niemand weiß das besser als er, der ja damals schon für die Umsetzung der ECE-Planung auf städtischer Seite verantwortlich war. Gleichzeitig unterschlägt er aber, dass es auch dort erheblichen Protest gegen das Vorhaben gab, so dass deutlich mehr als die nötige Zahl an Unterschriften für einen Bürgerentscheid gesammelt wurden. Dieser wurde dann jedoch vom Rat mit Verweis auf formale Gründe abgelehnt. Die Braunschweiger SPD stimmte wie auch die Grünen gegen das ECE-Projekt, da man negative Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Innenstadt befürchtete. Im Jahr 2006 veröffentlichte die sozialdemokratische Ratsfraktion eine Mitteilung („SPD-Ratsfraktion befürchtet Verlust der Angebotsvielfalt in der Braunschweiger Innenstadt“) in der es hieß:

    „Die zu erwartenden Auswirkungen der zusätzlichen 30.000 qm Verkaufsflächen im ECE-Einkaufszentrum auf den Kernbereich der Innenstadt sieht die SPD-Ratsfraktion daher weiterhin mit großer Sorge. Je weiter der Bau des Einkaufszentrums im Schlosspark fortschreitet, desto mehr werden die Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger mit den Folgen konfrontiert. Wenn zusätzliche Kaufströme ausbleiben, wird dies zu Lasten des Innenstadtbereiches gehen und die Leerstandsproblematik verschärfen“ (http://www.spd-ratsfraktion-braunschweig.de/content/08949.php).

    Mich hätte sehr interessiert, welche Lehren der ehemalige Braunschweiger Baudirektor Meyer aus seinen damaligen Erfahrungen zieht und ob er die Position „seiner“ Fraktion in Braunschweig damals geteilt hat oder nicht.

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