31.03.2011

Nordbahntrasse Stadtverwaltung streit Wuppertalbewegung

Stadt kontert Vorwürfe der Wuppertalbewegung

Die Stadtverwaltung legt eine Stellungnahme des Rechtsamtes zur "Bauherrenfrage" vor. Danach ist die von der Wuppertalbewegung gegründete Nordbahntrassen GmbH nur Bauherr eines Teils der Trasse. Die Spritzbetonsanierung des Tunnels Dorrenberg hält die Stadt nach wie vor für alternativlos.

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Über die Frage, wer eigentlich Bauherr der Nordbahntrasse ist, gehen die Meinungen zwischen Stadtverwaltung und Wuppertalbewegung auseinander. Die Bewegung hatte aus einem öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen ihr und der Stadt den Schluss gezogen, sie selbst bzw. die Nordbahntrassen (NBT) GmbH sei Bauherr. Die Stadt veröffentlicht jetzt eine Stellungnahme des Rechtsamtes, die zu folgendem Schluss kommt:

„Bauherr der Nordbahntrasse für den Förderbereich (FB) II ist die NBT GmbH. Die Stadt Wuppertal ist Bauherr für die weiteren Bauabschnitte FB I + III sowie für die Außenbereiche.“

Die Stadt begründet ihre Haltung damit, dass sie als Empfängerin der Zuwendungsbescheide der Bezirksregierung der „geborene Bauherr“ sei. Beim „FB II“ verhalte es sich anders, weil die Stadt die für den Ausbau vorgesehenen Bundes- und Landesmittel an die Nordbahntrassen GmbH weitergeleitet hatte. Abschließend heißt es in der Stellungnahme: „Welche Abschnitte der zwischenzeitlich gegründeten NBT GmbH zur Realisierung übertragen werden, darüber entscheidet die Bezirksregierung Düsseldorf.“

>> Zur Stellungnahme des städtischen Rechtsamtes

Zur Frage, wie der Tunnel Dorrenberg saniert werden soll, veröffentlicht die Stadtverwaltung ein Schreiben des Beratungsbüros CDM vor. Darin wird der Nordbahntrassen GmbH vorgeworfen, den Tunnel unsachgemäß „rückgebaut“ zu haben. Mit dem Lösen der Spritzputzschale seien „erhebliche Mengen des Mauerwerks gelöst und entfestigt“ worden. Dadurch habe sich der Zustand der Tunnelschale verschlechtert. Außerdem sei „die Brennkante der Ziegel zerstört und damit die Verwitterungsempfindlichkeit der Mauersteine verstärkt“ worden.

CDM begründet ausführlich, warum die Sanierung mit Spritzbeton die geeignete Variante sei. Vor allem sei nicht vorgesehen, den Tunnel mit Spritzbeton hermetisch zu versiegeln, wie die Wuppertalbewegung behauptet. Durch Noppenbahnen sei die Entwässerung gesichert.

Die von der Wuppertalbewegung vorgeschlagene Sanierung durch Anbringung einer Blechkonstruktion lehnt CDM aus verschiedenen Gründen ab (höhere Kosten, Gewichtsbelastung der Tunneldecke, weiterer Verfall der Bausubstanz des Tunnels usw.). Fazit für CDM: „Wir weisen vorsorglich darauf hin, dass wir die Sanierungsvariante ‚Blechlösung‘ nicht verantworten können, da die Lösung hohe und vermeidbare Risiken in technischer, wirtschaftlicher und sicherheitstechnischer Sicht beinhaltet.“

>> Zur Stellungnahme von CDM

Zur Frage, wie Stadtverwaltung und Wuppertalbewegung im Interesse des Gesamtprojektes Nordbahntrassse zu einem zivilisierten und professionellen Umgang zurückfinden können, gibt es derweil weder aus dem Rathaus noch vom Verein substantielle Vorschläge.

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Kommentare

  1. J. Ammerthal sagt:

    Gewichtsbelastung der Tunneldecke ?
    Soll hier, wenn der Tunnel mit Spritzbeton ausgekleidet werden soll, der neue selbstgemischte völlig gewichtslose Spritzbeton aus dem Rathaus zum Einsatz kommen?
    Haben die Bau-Experten der Nordbahntrasse nach Meinung der Rathausinsassen ihre Begründung während eines Zechgelages lachend zusammen geschrieben?
    Es ist erschreckend, wie weit entfernt vom Teamgeist das Team „für UNSERE Stadt Wuppertal“ ist. J.A.

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