25.03.2011

Philemon und Baucis

Wuppertals Marionettentheater steht im Bochumer Schauspielhaus auf der Bühne

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Mit der Premiere der vor über zweihundert Jahren entstandenen Marionettenoper „Philemon und Baucis“ von Joseph Haydn bringt Müllers Marionetten-Theater am 3. April 2011 gemeinsam mit den Bochumer Symphonikern und Künstlern der Folkwang-Universität der Künste Essen eine große Oper für Kinder allen Alters auf die Bühne des Bochumer Schauspielhauses.

Es ist nicht die erste Oper, die Müllers Marionetten-Theater in enger Zusammenarbeit mit anderen darstellenden Künstlern inszeniert. „Kindern werden anspruchsvolle musikalische Stoffe durch die Visualisierung mit Puppen synästhetisch erfahrbar gemacht. So wird auch für die ganz Kleinen ganz Großes verständlich“, sagt Günther Weißenborn von Müllers Marionetten-Theater in Wuppertal. Mit der Marionettenoper „Philemon und Baucis“ bringt das kleine Theater nun erneut eine Oper auf die Bühne, die für Erwachsene und Kinder gleichermaßen beeindruckend ist.

Den Rahmen der Oper gibt eine der köstlichsten Geschichten der griechischen Mythologie: die Geschichte vom alten Ehepaar Philemon und Baucis, das den auf der Erde wandelnden Göttern Merkur und Jupiter als einzige von allen Menschen Gastfreundschaft gewährt. In den Metamorphosen des Ovid wird diese Geschichte erzählt, in der Philemon und Baucis trotz ihres hohen Alters einander herzlich in Liebe zugetan sind. Die beiden werden von den Göttern für ihre Gastfreundschaft belohnt, indem ihnen das Privileg zuteil wird, dereinst gemeinsam sterben zu dürfen. So verwandeln sich die beiden Alten am Ende ihrer Tage in zwei Bäume, die nebeneinander den Winden gehorchend immer wieder ihr Blattwerk ineinander verschränken und sich blätterrauschend liebende Worte zuwispern.

In Haydns Oper kommt im Gegensatz zu Ovids Geschichte Jupiter auf die Welt, um einen Fehler auszubügeln – hatte er im Jähzorn doch wilde Blitze um sich geworfen und dabei ein junges Brautpaar am Altar erschlagen. Dieses Unrecht wieder gut zu machen, ist Jupiters Wille und so trifft er auf die Eltern der erschlagenen jungen Leute, auf Philemon und Baucis. Die Oper berichtet auf diese Weise von zweierlei Liebe, der der jungen und jener der alten Menschen. Von Liebe und Tod, von menschlichen Göttern und göttlichen Menschen, von Leid und Glück.

Joseph Haydn stand auf Schloss Esterháza in Ungarn ein komplettes Marionettentheater zur Verfügung, für das er zahlreiche Opern schrieb. Dieses Marionettentheater war längere Zeit eine besondere Liebhaberei seines Fürsten Nikolaus I (schon im Juli 1772 hatte der Fürst für 500 Dukaten Joseph Karl von Pauerbachs Marionettentheater gekauft). Keine geringere als Kaiserin Maria Theresia erlebte bei ihrem ersten Besuch in Schloss Esterháza 1773 auf der, wie deutlich vermerkt wurde, „ganz neuen Bühne“ die Uraufführung der Marionettenoper „Philemon und Baucis“.

Das Familienkonzert, das von Müllers Marionetten-Theater entwickelt wurde, bindet demnach zwei wesentliche Eckpfeiler unserer kulturellen Traditionen: die noch heute frische Erfindungskraft Joseph Haydns und eine der köstlichsten Geschichten der griechischen Mythologie.

Eine Produktion von Günther Weißenborn – Musikdramaturgie. Inszenierung und Konzept: Ursula und Günther Weißenborn. Mit Bernd Kuschmann, den Gesangssolisten der Folkwang-Universität der Künste, den Bochumer Symphonikern, Müllers Marionetten-Theater. Dirigent: Günter Albers, Inszenierung und Konzept: Ursula und Günther Weißenborn.

Termin: Premiere am 3. April 2011, 11.00 und 13Uhr, Bochumer Schauspielhaus
Weitere Vorstellungen 2011: Haydn-Festival auf Schloss Kemnade, 19. Juni 2011

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