18.05.2012

Wuppertaler Pirat im Landtag

Die Piratenpartei hat es auch in Nordrhein-Westfalen geschafft. Der Einzug in Düsseldorf stellt die Piraten in Nordrhein-Westfalen vor neue Herausforderungen.

Olaf Wegner - Mitglied des Landtags NRW (16. Wahlperiode)

„Der Bürger hat bestellt und ab morgen wird geliefert!“, verkündete Joachim Paul, der Piraten-Spitzenkandidat nach der ersten Wahlprognose auf der Wahlparty in Düsseldorf. Doch was wird geliefert? Bis zum heutigen Tag waren die insgesamt 20 Neu-Politiker zu zwei gemeinsamen Sitzungen im Landtag erschienen. Es wurde viel geredet. Welche Arbeitsplätze müssen besetzt werden? Wie soll das Bewerbungsverfahren ablaufen? Wer sorgt für die Außendarstellung der Fraktion?

Immer bei den Gesprächen vertreten ist Olaf Wegner. Der 45 jährige Wuppertaler hat den Einzug in den Landtag über die Landesliste geschafft.
„Wir müssen uns nun erst einmal die Strukturen für eine erfolgreiche Arbeit aufbauen.“, sagt Olaf Wegner, „Ich kenne keinen, der einen neuen Arbeitsplatz bekommt und gleich am ersten Tag das Unternehmen auf den Kopf stellen kann.“.
Das Unternehmen auf den Kopf stellen? Im Landtag haben es die Polit-Neulinge jedenfalls geschafft. Auf Grund der misslichen Lage des Piraten Stefan Fricke muss nun umgebaut werden. Entgegen der Vermutungen der Bevölkerung ist der Landtag nämlich noch nicht komplett Barrierefrei.
„Hürden müssen nicht nur im Landtag abgebaut werden. Viele Personen mit Einschränkungen werden derzeit benachteiligt.“, erklärt Olaf Wegner, „Jeder Mensch sollte die gleichen Möglichkeiten erfahren.“. Der gelernte Systemadministrator möchte sich in Zukunft vor allem um die sozialen Ungerechtigkeiten kümmern, „Es gibt derzeit noch viele Defizite im Bereich der Bildung. Die Bildungschancen von Kindern aus ärmeren Familien müssen stark verbessert werden.“.
Im Bereich der politischen Bildung engagieren sich die Piraten vorbildlich. Die öffentlichen Teile der Fraktionssitzungen werden live ins Internet übertragen. Auch die Protokolle der Fraktion werden in Zukunft der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. „Wir besprechen Themen, die jeden einzelnen Bürger betreffen.“, erklärt Olaf Wegner, „Wie soll sich der Bürger politisch positionieren können, wenn wir ihn von diesen Gesprächen ausschließen?“.
Ob der neue Politikstil der Piratenpartei bei dem Bürger Anklang findet, wird sich in den nächsten Umfragen in NRW zeigen. In Berlin haben sich die Piraten von 8,9 % bei der Wahl im September auf mittlerweile 15 % in Umfragen verbessert. Diese Erfolge lassen vermuten, dass die Piratenpartei auch in Zukunft den Wähler erreichen wird. Vom politischen Protest kann da keine Rede sein.

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Kommentare

  1. Heinrich sagt:

    Die Farbe der Krawatte weckt ganz böse Erinnerungen an alte Zeiten……

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