NEIN zum unsozialen Haushalt 2023

Die parteiunabhängige Einzelstadtverordnete (Rajaa Rafrafi) boykottiert die Haushaltssitzung im Rat und somit die Verabschiedung des Haushaltes 2023.

Sie lehnt diesen Haushalt ab, weil dieser nicht sozialverträglich ist und den Fokus auf Schlüsselprojekte, wie die BUGA und Smart City, legt. Soziale Themen, wie Armut, Kinder, Jugend und Familie oder Schulen, bleiben auf der Strecke. Die Stadtverwaltung kalkuliert mit einer 5%-igen Steigerung der öffentlichen Gehälter der Mitarbeiter*innen. Das ist viel zu wenig! Die Mitarbeiter*innen haben wesentlich mehr verdient!

Beispiele:
Die von der Stadtverwaltung veröffentlichte Präsentation zur Rede des Kämmerers zum Haushalt 2023 zeigt unter anderem eine Personalaufstockung in Bildung und Prävention auf. Der Schein trügt. Bei genauerem Hinsehen sind die aufgestockten Stellen hauptsächlich in der Verwaltung bzw. im Organisationbereich angesiedelt. Es geht nicht um die Förderung von Familien, Kindern und Jugendlichen. In den nachfolgenden Beispielen ist eine Kürzung oder gleichbleibende Tendenz des Personals erkennbar:

– Familien, -schulpsychologische Beratung (Personal 37 bleibt unverändert)

– Hilfe und Beratung psychisch und Suchtkranke (Personal 12,1 bleibt unverändert)

– Kinder- und Jugendgesundheit (Personal 20,8 Reduzierung auf 19)

– Soziale Wohnraumförderung (Personal 7 bleibt unverändert)

Der Stadt Wuppertal ist der Anstieg von psychischen Erkrankungen und Suchtproblemen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bekannt. Jedoch sieht sie keinen Anlass, in diesen Bereichen Personal aufzustocken und den freien Trägern mehr finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Ebenfalls ist der Bedarf an sozial geförderten Wohnungen gestiegen. Hier wird dringend mehr Personal und sozialer Wohnungsbau benötigt.

Auch wenn die Stadt Wuppertal von einer Personalaufstockung von 113 Stellen redet, sollte doch jedem klar sein, dass der seit Jahren anhaltende Personalabbau durch diese Aufstockung nicht ausgeglichen werden kann. Zusätzlich ist zu beachten, dass die Stadtverwaltung bestehendes Personal durch Umstrukturierung für die BUGA und andere Schlüsselprojekte des Oberbürgermeisters abberuft. Dieses Personal fehlt wiederum an anderer Stelle. Bezogen auf den Schulbau, wurden einige Projekte wieder mal verschoben. Dazu gehört, wie schon oft erwähnt, die Gesamtschule Else-Lasker-Schüler. Vielleicht wird sie im Zuge der BUGA „vergoldet“.

Aber eines muss der Stadtverwaltung hoch angerechnet werden. Für die Durchführung von Grundüberholungen unzähliger maroder Spielplätze wird sie eine Person ab 2023 einstellen. Für die Kita-Mitarbeiter steigt die Zahl von 2022 auf 2023 um 3 ganze Stellen. HURRA. (Ende der Ironie). Im Bereich des Medienzentrums IT-Infrastruktur an Wuppertaler Schulen werden die Stellen von 13 auf 12 um eine Person reduziert. Dabei ist anzumerken, dass es sich hier um eine telefonische Betreuung der Schulen handelt. Die Betreuung vor Ort müssen weiterhin die Lehrkräfte übernehmen. Diese Aufgaben werden nebst dem Lehrauftrag bewältigt. Somit werden diese Kosten indirekt vom Land und nicht von der Kommune getragen. Denn Lehrkräfte werden vom Land vergütet.

Zu den Anträgen der Fraktionen kann sich die Einzelstadtverordnete Rafrafi nicht äußern, da die Fraktionen bis zur letzten Minute vor der Ratssitzung warten und dann die Haushaltsanträge veröffentlichen. Das heißt, bis dato (26.03.2023) hatte sie nicht die Möglichkeit, sich vernünftig, ja überhaupt, auf die Fraktionsanträge vorzubereiten. „Das ist ein Ding der Unmöglichkeit“, gerade deswegen, weil sie als Einzelstadtverordnete nicht zu den Vorberatungen eingeladen wird. Man munkelt, dass Absprachen stattgefunden haben und dass die Haushaltsanträge spätestens am 27.03.2023 um 12 Uhr eingestellt werden. Wie kann man in diesem Fall eine fundierte Entscheidung treffen? Sie jedenfalls nicht, sagt die Einzelstadtverordnete Rafrafi.

Das Abstimmungsverhalten und die Gründe der Einzelstadtverordneten Rafrafi:

Haushaltsantrag der Arbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege (AGFW) – Befangen


Haushaltsantrag auf einen Zuschuss zur Errichtung des muslimischen Friedhofes an der Krummacher Straße (Antrag des Vereins Muslimische Friedhöfe Wuppertal e.V. – VO/1758/23) – Abstimmungsverhalten: Enthaltung

Grund: Bei dem Antrag des Vereins Muslimische Friedhöfe Wuppertal e.V., einen Zuschuss in Höhe von 200.000 Euro zu erhalten, wird sich die Einzelstadtverordnete enthalten. Prinzipiell findet sie es richtig, dieses Projekt zu fördern, allerdings hat sie am 19.02.2023 den Vorsitzenden, Herrn Samir Bouaissa, per Mail angeschrieben und um detaillierte Angaben über den genauen Verwendungszweck des Zuschusses gebeten. Bis heute (Stand 26.03.2023) hat sie keine Rückmeldung erhalten, obwohl sie dem Vorsitzenden in der Mail signalisiert hat, dass sie den Antrag unterstützt. Eine aktive Unterstützung ihrerseits kann aber nur erfolgen, wenn sie den genauen Verwendungszweck kennt. Sie weigert sich, einen Blankoscheck zu unterschreiben.

Haushaltsantrag auf personelle Unterstützung des Literaturtisches Wuppertal durch die Stadt (Antrag Literaturhaus Wuppertal e.V. – VO/1754/23) – Abstimmungsverhalten: Ablehnung

Grund: Aufgrund der Tatsache, dass die Stadt Wuppertal überall personelle Engpässe hat, ist es unverantwortlich, personelle Unterstützung zu beantragen. Sei es vom „Literaturhaus Wuppertal e.V.“ oder von anderen Vereinen wie Inside.Out (am 21.09.2022 im Rat beschlossen). Auch wenn einer der Vorstandsmitglieder des Vereins, Herr Hans Peter Abé, von 2004 bis 2020 im Namen der SPD als Bezirksvertreter/Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung Cronenberg tätig war, sollte man diesen Antrag hinterfragen und ggf. ablehnen. Sowohl in diesem wie auch in anderen Fällen erweckt sich der starke Eindruck, dass eine gewisse Parteinähe bzw. das Parteibuch eine Rolle bei der Vergabe von Zuschüssen spielt.

Haushaltsantrag auf die Bezuschussung von Investitionen in ein Tierschutzzentrum Wuppertal (Antrag des Vereins Pechpfoten e.V. – VO/0030/23) – Abstimmungsverhalten: Ablehnung

Grund: Grundsätzlich ist es lobenswert, ein Tierschutzzentrum zu fördern. Allerdings befindet sich das Grundstück des neuen Tierschutzzentrums in Wülfrath. Der Bauvorbescheid wurde von der Stadt Wülfrath erteilt. Dann stellt sich hier mir die Frage, warum die Stadt Wuppertal den Bau eines Tierschutzzentrums in Wülfrath bezuschusst. Es ist auch nicht klar ersichtlich und nachgewiesen, ob die Stadt Wülfrath sich an dem Projekt finanziell beteiligt. Die Stadt Wuppertal hat nichts zu verschenken. Abgesehen davon, hat der Verein Pechpfoten e.V. für das zukünftige Tierschutzzentrum unrechtmäßig 7.615 Euro („Freie Mittel bzw. GFG-Mittel“) aus den BVen Heckinghausen, Barmen und Oberbarmen erhalten. Das sind nicht die zuständigen Bezirksvertretungen, selbst wenn man von der Adresse von Pechpfoten e.V. ausgeht, ist die Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg für Pechpfoten e.V. (aber nicht für das Tierschutzzentrum in Wülfrath) zuständig. Das Tierschutzzentrum hat bereits 158.176,21 Euro durch Zuschüsse und Spenden sammeln können. Die Entscheidung 50.000 Euro vom Bauhilfefond des deutschen Tierschutzbundes steht noch aus. Sollte der Rat und der oben genannte Bauhilfefond den Anträgen zustimmen, würden dem Verein insgesamt (excl. Eigenmittel) 258.676,21 Euro zur Verfügung stehen.

Bestellung der Geschäftsführung der Bundesgartenschau Wuppertal 2031 gGmbH und der Vertreter der Stadt Wuppertal in der Gesellschafterversammlung (VO/0100/23) – Abstimmungsverhalten: Ablehnung

Grund: Versteht sich von selbst.

Smart-City-Strategie – Abstimmungsverhalten: Enthaltung

Grund: Die Einzelstadtverordnete Rafrafi wurde nicht von Anfang an bei den Beratungen involviert. Abgesehen davon ist der Eigenanteil der Stadt Wuppertal für die momentane finanzielle Lage zu hoch.

 

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