Zwischen Karfreitag und Osterjubel

Ohne Musik ist Ostern kaum vorstellbar - doch gerade musikalisch stellt das höchste Fest der Christenheit Kirchenmusiker vor besondere Herausforderungen. Kreiskantor Jens-Peter Enk kennt sie aus langjähriger Erfahrung.

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Ohne Musik ist Ostern kaum vorstellbar – doch gerade musikalisch stellt das höchste Fest der Christenheit Kirchenmusiker vor besondere Herausforderungen. Kreiskantor Jens-Peter Enk kennt sie aus langjähriger Erfahrung.

Ostern gilt als höchstes Fest der Christenheit – und das bedeutet, es wird ausgiebig in zahlreichen Gottesdiensten gefeiert. Auch wenn diese in der Regel nicht so gut besucht sind wie die Weihnachtsgottesdienste, gehört stimmungsvolle Musik unbedingt dazu. „Für uns Kirchenmusiker heißt das zunächst mal, dass wir uns keinen Urlaub nehmen können“, sagt der Kantor des Kirchenkreises, Jens-Peter Enk.

Im Gegenteil. Die Vielzahl an Gottesdiensten und Konzerten fordert ein hohes Maß an Vorbereitung und Flexibilität. Vor allem die Dichte und Unterschiedlichkeit der Formate mache die Arbeit herausfordernd. „Ob ich einen Karfreitagsgottesdienst mit Tischabendmahl musikalisch gestalte, eine liturgische Osternacht oder einen Familiengottesdienst mit Frühstück und Eiersuche für die Kinder macht einen großen Unterschied.“ Insgesamt sei Ostern für Kirchenmusiker „sogar noch herausfordernder als Weihnachten“, meint Enk.

Zwischen Tradition und Moderne

Musikalisch bewegt sich die Gestaltung dabei zwischen Tradition und Moderne. Während zur Weihnachtszeit vor allem klassische Stücke gefragt sind, ist das Repertoire an Ostern vielfältiger. „Auch da spielen wir in den Kirchen sehr viel Barockmusik“, erklärt Enk, verweist aber zugleich auf moderne Komponisten und unterschiedliche musikalische Formen.

Besonders Psalmenvertonungen haben für ihn eine zentrale Bedeutung. „Sie enthalten die ganze Palette menschlicher Emotionen, die auch für das Osterfest stehen: Jubel, Freude, Zuversicht, aber auch Klage, Trauer, Wut und sogar Zweifel.“

Diese emotionale Spannbreite spiegelt den Kern der Osterbotschaft wider – den Weg vom Tod zur Auferstehung. Entsprechend sorgfältig müsse die Musikauswahl getroffen werden, sagt Enk. Auch moderne Genres wie Pop oder Gospel schließt er nicht aus, betont jedoch deren kontextabhängige Wirkung. „Ich bin dafür auf jeden Fall offen, aber es muss zum Kirchraum und zur Gemeinde passen.“

Herausforderung Altenberger Dom

Jens-Peter Enk vor der Klais-Orgel im Altenberger Dom

Im Altenberger Dom präsentiert Enk daher vor allem klassische Musik. Dort hat der Kirchenmusikdirektor für zwei Jahre die musikalische Gesamtleitung für internationale Konzertreihen, Orgelfestivals und die Geistliche Musik übernommen. Regelmäßig spielt er im Altenberger Dom auf der größten Orgel des Rheinlands. Die Klais-Orgel ist 20 Meter hoch, hat über 6.000 Pfeifen und 100 Register.

Allein der Registerwechsel der Orgel über die Setzeranlage kostet Zeit, weil rund eine Million musikalische Kombinationen möglich sind. Teilweise übt Enk am späten Abend oder in der Nacht, denn die Orgel im Altenberger Dom erklingt fast ständig in Gottesdiensten, Konzerten und Proben. Besonders zu Ostern.

Fröhliche Osterlieder gehören dazu

Zum höchsten Fest der Christenheit gehören für Enk aber auch Lieder, die alle Generationen mitsingen können – „vom Rentner bis zum Kitakind“. Zu den Klassikern in den Gottesdiensten zählen „Christ ist erstanden“ oder „Wir wollen alle fröhlich sein“. „Sie sind schön, weil sie mit ihren einfachen, klaren Melodien die Fröhlichkeit ausstrahlen, die Ostern bestimmt“, sagt der Kreiskantor.

Denn es ist vor allem diese Botschaft, die Jens-Peter Enk mit dem Osterfest verbindet: „Wichtig finde ich, dass auch das Hoffnungsvolle und Tröstliche anklingt. Ostern heißt ja, dass Tod und Trauer nicht das letzte Wort haben, sondern das Leben.“

Musik an Ostern

Alle Kirchenmusik-Termine für die Ostertage gibt es in unserem Terminkalender.

Folgende Oster-Gottesdienste und -konzerte gestaltet Jens-Peter Enk:

„Vom Dunkel ins Licht“
Samstag (04.04.), 23 Uhr, Unterbarmer Hauptkirche (Martin-Luther-Str. 16)
Osternacht mit Musik für Klarinette und Klavier und Orgel

Musikalischer Festgottesdienst
Sonntag (05.04.), 11 Uhr, Unterbarmer Hauptkirche (Martin-Luther-Str. 16)
mit Trompete und Orgel

Österlicher Singe-Gottesdienst
Montag (06.04.), 10 Uhr, Unterbarmer Hauptkirche (Martin-Luther-Str. 16) mit alten und neuen Osterliedern zum Mitsingen

Österliches Orgelkonzert
Montag (06.04.), 18 Uhr, Pauluskirche (Pauluskirchstraße 8)
Jens-Peter Enk musiziert an der großen Walcker-Orgel Werke von Bach, Buxtehude, Fey, Macchia u.a.

Im Altenberger Dom
Eugen-Hennen-Platz 2, Odental

Gründonnerstag (02.04.) 18 Uhr
Karfreitag (03.04.), 9 Uhr
Osternacht am Ostermorgen (04.04.), 5 Uhr
Ostersonntag (05.04.), 14.30 Uhr
Konzert „Panflöte und Orgel“ mit Hannah Schlubeck

Text: Sabine Damaschke
Fotos: KK-Archiv

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