Neue App: Weniger Emissionen durch Ampelphasen-Assistent „trafficpilot“

Im Rahmen der Maßnahmen zum Förderprojekt „Green-City-Plan“ hat die Stadt viele Maßnahmen ergriffen, die Emissionen durch den motorisierten Straßenverkehr reduzieren sollen. Zentrales Projekt war die Umsetzung eines umweltsensitiven Verkehrsmanagements. Jetzt ist die App "trafficpilot" mit am Start.

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Ziel ist es, besonders Beschleunigungsvorgänge von Autofahrern zu vermeiden: Beschleunigungsvorgänge haben immer erheblich erhöhte Emissionen zur Folge, neben Lärm ist hier der Luftschadstoff-Ausstoß der Motoren ein kritischer Faktor.

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Die neue App-Anwendung „trafficpilot“ ist eine Software-Anwendung der Firma GEVAS-Software GmbH aus München, die in Kooperation mit dem städtischen Team für Verkehrstechnik installiert wurde. „Diese App bietet Auto- und auch Fahrradfahrern in Wuppertal die Möglichkeit, ihr Fahrverhalten vorausschauend anzupassen“, so Frank Meyer, Verkehrs- und Umweltdezernent der Stadt.

Verkehrsabhängige Ampeln

Die besondere Herausforderung bestand in Wuppertal darin, dass hier sämtliche Ampeln „verkehrsabhängig“ geschaltet sind. Das heißt, dass die Steuerung der Ampeln je nach Verkehrsbelastung variiert. So haben zum Beispiel die Anforderungen von Fußgängern (per Taster) oder Bussen (per Funk) stets Priorität und beeinflussen somit unmittelbar die jeweilige Schaltung der nachgelagerten Ampeln. Die damit einhergehende Variabilität stellte auch den Hersteller dieser Anwendung immer wieder vor erhebliche Herausforderungen. Auf Seiten der Stadt musste dazu unter anderem zunächst ein weiterer Hochleistungsserver installiert werden, um allen Verkehrsteilnehmern eine zufriedenstellende, zeitnahe Prognose der jeweils nachgelagerten „Ampel-Schaltung“ übermitteln zu können. Im Rahmen des Förderprojektes war das Prognosesystem „trafficpilot“ zunächst auf die Anbindungen der B 7 an die A 46 begrenzt. Zwischenzeitlich konnte diese Funktionalität jedoch auf das gesamte städt. Gebiet Wuppertals ausgeweitet werden.

Im App-Store

Wer das neue System testen möchte, kann das Programmsystem „trafficpilot“ (Grüne-Welle-Assistent) der Firma GEVAS-Software GmbH aus dem App-Store herunterladen. Das System starten und dann den „Schlüssel“ ef57c9“ unter Einstellungen / Prognosegebiet / Prognoseschlüssel eingeben. Dieser Schlüssel ist vorübergehend noch erforderlich. Mit dem allgemeinen Rollout und der breiten Freischaltung der Anwendung kann die Anwendung „trafficpilot“ dann zukünftig ohne Schlüssel verwendet werden.

Weitere Informationen zum trafficpilot sind im Internet unter https://www.trafficpilot.eu/ ersichtlich.

Wie funktioniert der „trafficpilot“?

Die App zeigt vor den Ampelanlagen im Display des Smart-Phones einen „grünen Teppich“ an. Befinden sich Fahrrad- oder Autofahrende innerhalb dieses grünen Teppichs, können sie an der nächsten Ampel mit hoher Wahrscheinlichkeit mit „Grün“ rechnen. Dabei werden die unterschiedlichen Geschwindigkeitsprofile Rad- und Autofahrender selbstverständlich berücksichtigt. Befinden sich die Fahrer nicht innerhalb des grünen Teppichs, können sie die eigene Geschwindigkeit entsprechend anpassen, um einen Halt vor der nächsten Ampel zu vermeiden. Die App kann dadurch maßgeblich zu einer Verringerung des Kraftstoffverbrauchs und der dem Straßenverkehr entstehenden Emissionen beitragen. Sie ermöglicht zudem ein Fahrradfahren mit weniger Stopps. Der Ampelphasenassistent (trafficpilot) ist außerdem in der Lage, vor der Haltelinie für wartende Fahrrad- oder Autofahrende einen „Countdown“ (verbleibende Zeit bis zur nächsten Grünphase in Sekunden) anzuzeigen. Ziel ist hier, verfrühte Startmanöver der motorisierten Verkehrsteilnehmer zu verhindern.

Funktionalität weiter verbessern

Der „grüne Teppich“ wird aus aktuellen und historischen Verkehrsdaten der entsprechenden Ampelanlage sowie aus der aktuellen individuellen Fahrzeugposition berechnet. Aufgrund der bereits geschilderten Variabilität (Verkehrsabhängigkeit) der Ampelschaltungen lassen sich die nachfolgenden Grünphasen jedoch nur mit einer begrenzten Wahrscheinlichkeit vorhersagen, die aber bei allen in der App angezeigten Ampeln in Wuppertal durchgängig bei über 85 Prozent liegt. Fällt der Wert für die Prognosegüte trotzdem unter den Schwellenwert von 85 Prozent, wird die jeweilige Ampel nicht mehr im Ampelphasenassistenten (trafficpilot) angezeigt. Das heißt aber derzeit leider noch, dass in wenigen Fällen die Prognose auch unzutreffend sein kann. Diese Problematik war dem Entwicklungsteam der App von Anfang an bekannt und lässt sich noch nicht optimal lösen. Das Team der Verkehrstechnik der Stadt arbeitet auch weiterhin in Kooperation mit der Fa. GEVAS-Software GmbH daran, diese Funktionalität zu verbessern.

Vernetztes Fahren

„Unsere Verkehrsingenieurinnen und -ingenieure sehen die Anwendung „trafficpilot“ bereits jetzt als sinnvolle Unterstützung an, deren Nutzen mit fortlaufender Optimierung und Einspeisung auch überregionaler Ampelanlagen weiter zunehmen wird“, erläutert Frank Meyer. „Der Assistent ist zudem ein Schritt zum vernetzten und künftig auch zum automatisierten Fahren. Trotz „trafficpilot“ bleibt natürlich weiterhin maßgebend, was die jeweilige Ampel anzeigt. Derzeit steht diese Anwendung in den Städten Kassel, Düsseldorf, Hannover, Frankfurt am Main, Salzburg, Heusenstamm und Wien zur Verfügung.“

Quelle: Stadt Wuppertal

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Kommentare

  1. N. Bernhardt sagt:

    Früher regelten die grüne Welle ein paar Kontaktschleifen. Heute muß sowas ja unbedingt per Kennzeichenerkennung und Wifi-Spannern an „intelligenten“ Ampeln laufen. Oder per App, um die Autofahrer noch einfacher verfolgen zu können: sie laden sich die Wanze direkt aufs Smartphone.

    Am Finanzamt/Ex-Kasinokreisel wird sogar schon LIDAR getestet, das imgrunde jeden Fußgänger und Kfz-Typ auf 100m Entfernung eindeutig identifizieren kann. Die Technik kommt leider von den Chinesen – ich würde mal bei NSO Group anfragen, die haben bestimmt gleichartiges auf Lager.

  2. Hartmut Faulstich sagt:

    Eine sehr gute Idee!
    Hoffentlich ist sie auch praxistauglich.
    Ich werde dieses Programm testen und wenn es klappt – weiter empfehlen. Viel Erfolg auch bei der evtl. Weiterent-wicklung.

    P. S.: Allen Beteiligten eine schöne und stressfreie Weihnachtszeit!

  3. Susanne Zweig sagt:

    Coole Sache! Querende Fußgänger, Baustellenabsperrungen, einfädelnde Linienbusse, Rückwärtseinparker, Tiere, Bälle, Kinder … alles Probleme von gestern, denn die App zeigt immer die optimale Geschwindigkeit zur nächsten Ampel an.

    Gerade für Radfahrer unerlässlich, zählen doch die Lärm- und Schadstoffbelastung anfahrender Fahrräder und ihre gefürchteten Ampelfrühstarts bekanntlich zu den Hauptursachen verkehrsbedingter Umweltemissionen…

  4. Trottel sagt:

    Also immer schön aufs smart phone gucken, die app regelt es schon. Wenn dieses handeln die polizei mit bussgeld bestraft, einfach das bussgeld mit einer anderen app überweisen.

    Also schön auf dem virtuellen teppich für die pseudoökowelle bleiben und auf funktionierende technik vertrauen, dann klappts auch mit und an der ampel.

    Diese ampelpolitik ist nicht alternativlos.

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