04.03.2026evangelisch wuppertal
Die Kraft der Musik
Vor 16 Jahren kam Chioma Igwe von Nigeria nach Deutschland. Ihr Land steht im Fokus des diesjährigen Weltgebetstages der Frauen. Ihnen versucht die Wuppertaler Gospelsängerin mit ihrer Musik eine Stimme zu geben.

Vor 16 Jahren kam Chioma Igwe von Nigeria nach Deutschland. Ihr Land steht im Fokus des diesjährigen Weltgebetstages der Frauen. Ihnen versucht die bekannte Wuppertaler Gospelsängerin auch mit ihrer Musik eine Stimme zu geben.
Afrikanische Frauen, die Körbe, Krüge oder dicke Pakete auf ihrem Kopf tragen: Was in Deutschland immer wieder für Erstaunen sorgt, ist für Chioma Igwe selbstverständlich. „Ich habe auf diese Weise schon Wasserflaschen und Umzugskisten getragen“, erzählt sie. Und zwar nicht nur Nigeria, wo sie aufgewachsen ist, sondern auch in Wuppertal, wo die bekannte Gospelsängerin heute lebt.
„Kommt, bringt eure Last!“ (aus Matthäus 11, 28-30) lautet das Motto des diesjährigen Weltgebetstages der Frauen, der sich mit Nigeria beschäftigt. Dabei geht es auch im übertragenen Sinn um die Lasten, die die Frauen in dem afrikanischen Land tragen müssen – als Opfer sexualisierter Gewalt der Terrorgruppe Boko Haram, als Töchter, denen keine Bildung zugestanden wird oder als alleinerziehende Mütter, die keine Unterstützung erhalten.
Frauen als „Bürgerinnen zweiter Klasse“
„Frauen sind in Nigeria Bürgerinnen zweiter Klasse“, sagt Chioma Igwe. „Wenn sie von Männern missbraucht oder vom Ehemann verlassen werden, gibt man ihnen dafür die Schuld. Sie haben nur wenig Zugang zu Bildung und ihren Beruf dürfen sie nur mit Zustimmung des Ehemannes ausüben.“

Chioma Igwe (Dritte v.l.) mit Kindern in Nigeria
Als die Gospelsängerin vor 16 Jahren nach Deutschland kam, erschienen ihr die sozialen Verhältnisse für Frauen im Vergleich zu Nigeria geradezu „himmlisch“. Dennoch fiel ihr die Auswanderung schwer. In ihrer Heimat hatte sie an der Universität in Lagos Betriebswirtschaft studiert und sich in vielen musikalischen Projekten für Kinder und Frauen engagiert. „Viele haben geweint, als ich gegangen bin.“
Der Liebe wegen nach Deutschland
Die Liebe brachte Chioma Igwe nach Deutschland. In ihrer Heimatkirche in Lagos lernte sie ihren Ehemann bei einem Besuch kennen. Er arbeitete damals in Minden als Zerspanungsmechaniker. Nach der Heirat zog sie zu ihm in die westfälische Stadt. Da er viel als Klavierspieler in afrikanischen Gemeinden in und um Wuppertal unterwegs war, entschloss sich das Paar 2011, nach Wuppertal umzuziehen.
Chioma Igwe bekam vier Kinder, sang in Chören mit und trat hin und wieder auch alleine in den Kirchen als Gospelsängerin auf. Eine Musik, die sie zwar von klein auf kannte, aber in Nigeria selten präsentiert hatte. „Wir haben viele klassische Lieder gesungen“, erzählt sie. „Doch hier habe ich dann gedacht: Die klassischen Lieder gehören den Deutschen. Mit Gospelmusik kann ich viel besser meine Gefühle ausdrücken.“
Karrierenstart in der Coronazeit
An der Hochschule für Musik und Tanz in Köln machte die 40-jährige Sängerin noch eine Ausbildung, um „die Grammatik der Musik zu lernen“ und sie als Chorleitern weiterzugeben. Während der Coronapandemie kam dann ihr Durchbruch als Gospelsängerin. „Im Chor zu singen, war nicht mehr gestattet. Also trat ich in Wuppertal als Solistin auf.“

Im Kirchenchor in Nigeria entdeckte Chioma Igwe (vorne rechts) ihre Liebe zur Musik.
Chioma Igwe kam mit ihrer Gospelmusik so gut an, dass sie immer häufiger angefragt wurde. Mittlerweile ist sie durch TV-Auftritte und Radioproduktionen überregional bekannt – auch in ihrer Heimat Nigeria. Im letzten Advent durfte sie ein Konzert im Nationalstadion von Abuja, der Hauptstadt Nigerias, geben und vor knapp 60 000 Menschen singen.
Vom Hobby zur Profession
Ihre Bekanntheit nutzt die Sängerin, um Frauen in Nigeria zu unterstützen – etwa die Organisation „WYEAHI“ (Women
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