„Ein Traum ist in Erfüllung gegangen“

Aline Blum erhält inklusive Schauspiel-Ausbildung bei den Wuppertaler Bühnen.

Aline Blum strahlt über das ganze Gesicht: „Ein Traum ist in Erfüllung gegangen!“ Sie erhielt beim Casting für eine inklusive Schauspiel-Ausbildung bei den Wuppertaler Bühnen den Zuschlag. Seit Oktober gehört die 24-Jährige aus der „Villa Handicap“ mit drei weiteren Männern und Frauen mit Behinderung zum inklusiven Schauspielstudio. „Aline hat uns beeindruckt, da sie schnell etwas umsetzen kann und sich gut in eine Rolle einfindet“, berichtet Elisabeth Wahle, Organisationsleiterin des inklusiven Schauspielstudios der Wuppertaler Bühnen. Aline Blum hat seit Oktober unter anderem Schauspielunterricht bei Schauspiel-Intendanten Thomas Braus, Sprecherziehung bei Dörte Bald (bekannt als „Dörte aus Heckinghausen“), Stimmbildung bei der Sopranistin Annika Boos und übt Tanz und Bewegung mit Unterstützung einer Tänzerin des Pina-Bausch-Ensembles.

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„Dass ich meine Begeisterung für das Theater jetzt beruflich umsetzen kann, ist einfach toll“, sagt Aline Blum, die vor ihrer Ausbildung mehr als vier Jahre in der Druckerei der Lebenshilfe gearbeitet hat. Die Lebenshilfe Wuppertal ermöglichte ihr in dieser Zeit immer wieder, von der Arbeit freigestellt zu werden, damit sie an Theaterproben – zum Beispiel bei der Glanzstoffakademie – teilnehmen konnte. Die Glanzstoffakademie unterstützt Menschen mit Behinderung beim Theaterspiel. Dort spielte die 24-Jährige zum Beispiel bei Büchners „Leonce und Lena“ den Leonce.

„Es ist immer wieder ein besonderes Gefühl, auf der Bühne zu stehen“, berichtet Blum. Weitere Theateraufführungen folgten. So war sie bei George Orwells „1984“ in Düsseldorf in der Rolle einer Ballerina zu sehen.

Aline Blum ist vielseitig – mal fröhlich, mal ernst auf der Bühne.Aline Blum ist vielseitig – mal fröhlich, mal ernst auf der Bühne. | Foto: Lebenshilfe Wuppertal

Und wie kam die Begeisterung für das Theater? „Meine Schwester Nele hat bei der Glanzstoffakademie Theater gespielt. Eigentlich wollte ich sie nur nach der Probe abholen, aber es hat mir so gut gefallen, dass ich direkt mitgemacht habe“, berichtet Aline Blum ganz begeistert. Sie liebt es, sich zu verkleiden und in eine andere Rolle zu schlüpfen. „Mal ist man traurig, mal verrückt – um seine Rolle gut zu spielen, muss man sie auf der Bühne richtig fühlen. Und dieses besondere Gefühl darf man nicht verlieren“, erklärt die 24-Jährige.

Das inklusive Schauspielstudio ist dieses Jahr erstmals in Wuppertal mit Hilfe einer Förderung vom Land gestartet. Rund 30 Leute mit Behinderung hatten sich auf die dreijährige Ausbildung beworben, vier wurden genommen. „Unser Ziel ist mehr Inklusion. Wir wollen praxisorientiert miteinander arbeiten“, berichtet Elisabeth Wahle. Im ersten Jahr wird Wolfgang Borcherts „Draußen vor der Tür“ mit fünf bis sechs Aufführungen einstudiert. Im zweiten Ausbildungsjahr sollen die Auszubildenden an einer großen Produktion, die im Theater-Abo zu sehen ist, teilnehmen. „Am Ende der Ausbildung ist es unser Ziel, dass alle Vier in eine Künstlervermittlung aufgenommen werden, um Engagements zu bekommen“, erklärt Wahle.

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