Kelchbecherlinge werden gesucht

Die Natur-Schule Grund sucht in Zusammenarbeit mit dem Mykologischen Arbeitskreis Bergisches Land (MAB) öffentlich nach Fundorten von Kelchbecherlingen, um pilzökologische Fragen zu klären.

Jetzt im März erscheinen die Fruchtkörper einer Pilzgattung, die im Bergischen Land offenbar sehr selten ist: Kelchbecherlinge.
Die Natur-Schule Grund, die eng mit dem Mykologischen Arbeitskreis Bergisches Land (MAB) zusammenarbeitet, sucht jetzt öffentlich nach Fundorten dieser Pilze, um pilzökologische Fragen zu klären.

Aktuelle Stellenangebote:
Kelchbecherlinge, die auf vergrabenem Totholz wachsenKelchbecherlinge, die auf vergrabenem Totholz wachsen ©Jörg Liesendahl / Natur-Schule Grund

Jörg Liesendahl, Biologe an der Natur-Schule, erläutert die Charakteristika der gesuchten Arten: „Die Arten der Gattung Sarcoscypha gehören zu den Schlauchpilzen und produzieren ihre Sporen anders als die meisten der als Speisepilze begehrten Ständerpilze. Den drei möglichen Arten gemeinsam ist, dass ihre Fruchtkörper einen gestielten Becher bilden, der innen orangerot ausgekleidet ist. Hier findet sich auch die Fruchtschicht, in der sich die Schläuche mit den Sporen befinden.“

Österreichischer Kelchbecherling an TotholzÖsterreichischer Kelchbecherling an Totholz ©Jörg Liesendahl / Natur-Schule Grund

Die PilzkundlerInnen des Mykologischen Arbeitskreises Bergisches Land (MAB) konnten mindestens die häufigste Art, den Österreichischen Kelchbecherling (Sarcoscypha austriaca), in den letzten Tagen an zwei bisher unbekannten Standorten (je einmal in Wuppertal und Wermelskirchen) nachweisen; ein weiterer Standort in Wermelskirchen und einer nahe Wuppertal-Beyenburg müssen noch untersucht werden. Dazu ist es notwendig, reife Fruchtkörper zu mikroskopieren.

Alle Arten der Kelchbecherlinge leben an totem Laubholz, das gerne auf kalkhaltigem Boden liegen darf. Vielleicht erklärt das auch die Seltenheit der Arten im kalkarmen Bergischen Land. Gerne wachsen sie auf Totholz, das schon weiter fortgeschritten morsch ist und von Moos überwuchert wurde. Eine Art wächst nur an Lindenholz, die anderen an verschiedenen Holzarten, v.a. an Weide.

Österreichischer Kelchbecherling aus WuppertalÖsterreichischer Kelchbecherling aus Wuppertal ©Jörg Liesendahl / Natur-Schule Grund

Erste Fruchtkörper bilden sich bei milden Temperaturen bereits im Herbst, reif werden sie allerdings erst im Endwinter oder im zeitigen Frühjahr. Reife Fruchtkörper können bis zu 5 cm Durchmesser erreichen und strahlen dann mit zahlreichen kleineren Exemplaren rotorange vom Boden aus. Dennoch werden sie gerne übersehen, da es außer den MAB-Mykologen kaum jemanden gibt, der Kelchbecherlinge im Bergischen Land sucht.

Die Natur-Schule Grund, in deren Räumen der MAB seit 2016 Zusammenkünfte abhält, veröffentlicht deshalb jetzt eine Suchanfrage an Menschen, die mit offenen Augen durch das Bergische Land streifen und dabei ggf. auch Kelchbecherlinge finden könnten.
Wo haben Sie / habt Ihr Kelchbecherlinge gefunden und wie sah es da vor Ort aus (bitte zunächst nur die Stadt angeben und gerne ein zwei Fotos in den Kommentaren posten)? Bitte keine Fruchtkörper ausgraben oder vom Holz reißen.
Fundorte mit möglichst genauen Angaben können auch per Mail an die Natur-Schule gemeldet werden: info@natur-schule-grund.de.

Jörg Liesendahl zeigt sich hoffnungsvoll: „Die Jagd ist eröffnet (Mushroom-Hunting)“

Anmelden

Aktuelle Stellenangebote:

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert