Solar Decathlon Team Wuppertal zieht Bilanz

Mit Ende des Solar Decathlon 2010 in Madrid ist die große Anspannung bei rund 40 Wuppertaler Studierenden und ihren Professoren Anett-Maud Joppien und Karsten Voss endlich gewichen: Drei Auszeichnungen und den 6. Platz in dem internationalen Wettbewerb der „Net Zero Energy Buildings“ konnten sie mit nach Hause bringen. Jetzt schmieden die Studierenden schon wieder neue Pläne und starten bald mit dem Aufbau ihres Hauses in Wuppertal.

 Ende Juni ging der Wettbewerb für die 17 angetretenen Teams aus aller Welt und ihre zu 100 Prozent solar versorgten Häuser mit der Siegerehrung zu Ende. 190.000 Besucher kamen zur „Solar Village“ unterhalb des Königspalasts im Stadtzentrum von Madrid. Mit einem Punkt vorn: die amerikanische Virginia Polytechnic Institute & State University. Im dichten Feld der Verfolger hatten die Wuppertaler am Ende knapp 5 Prozent weniger Punkte als die Sieger und erreichten so Platz 6.

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Dreimal kam das interdisziplinär besetzte Team der Wuppertaler Studenten aus Architektur, Bauingenieurwesen, Wirtschaftswissenschaft, Design und Maschinenbau in einzelnen Disziplinen aufs Treppchen. Die zweiten Plätze für Architektur und Lichtplanung sowie der dritte Platz für Geräte und Funktionalität wurden nicht nur von den Studierenden, sondern auch von zahlreich angereisten Eltern und Freunden bejubelt. Mit dabei auch viele Vertreter aus Politik und Wirtschaft.

 „Von allen Beteiligten forderte der Weg nach Madrid über zwei Jahre Kreativität, Kraft und Ausdauer“, so Prof. Joppien. Neu für die Studierenden war, das gesamte Projekt bis ins Detail perfekt zu planen und das Haus mitsamt seiner solaren Energietechnik wirklich zu bauen.

Für die Studenten sind mit ihrer Teilnahme am Solar Decathlon jede Menge Erfahrungen verbunden. Hier nur einige Beispiele: „Das eigene Projekt vor Firmen, Gremien und im Wettbewerb zu vertreten, hat meine Fähigkeiten wesentlich erweitert“; „Der Kontakt zu ausführenden Firmen und Sponsoren hat mich überrascht. Ich hatte nicht so viel Herzlichkeit, Kooperation und Kreativität erwartet“; „In der Bauphase habe ich oft miterlebt, dass nicht alles Gezeichnete so funktioniert, wie geplant. Schnell und spontan waren neue Lösungen zu finden und das hat (fast) immer funktioniert.“

Für die Studierenden geht es jetzt vor allem um den erfolgreichen Studienabschluss: „Mit dem Abschluss des Masterstudiums und der Erfahrung vom Solar Decathlon im Rücken kann ich den Übergang ins Berufsleben kaum erwarten. Dabei möchte ich natürlich von meinem Vorsprung gegenüber Mitbewerbern am Arbeitsmarkt profitieren“, so ein Teammitglied.

Die Studentinnen und Studenten werden ihre Erfahrungen bei Vorträgen im In- und Ausland weitergegeben, u.a. auf der Baumesse 2011 in München ihr Projekt zusammen mit allen deutschen Teams vorstellen. Ein gemeinsames Buch zum Solar Decathlon ist ebenfalls bereits in Arbeit. Prof. Voss: „Die Wirkung unserer Teilnahme am Solar Decathlon zeigt sich schon jetzt an deutlich gestiegenen Bewerberzahlen für unseren Masterstudiengang Architektur fürs Wintersemester.“

Nach seinem Aufbau in Wuppertal wird das Europäische Haus des Wuppertaler Teams als experimentelles Wohnlabor für Forschung und Lehre zur Verfügung stehen. Interesse aus der Wirtschaft für Folgeprojekte gibt es bereits. „Vielleicht wird Ferien machen im Nullenergiehaus bald schon Realität“, so Prof. Voss.

Mehrere Filmteams haben die Studierenden beim Wettbewerb begleitet. Das Filmteam des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie BMWi stellt seine Arbeit u.a. im Internet vor (www.enob.info). Das Ministerium hatte das Team von Beginn an unterstützt.

Kontakt:
Solar Decathlon Team Wuppertal
Prof. Dipl.-Ing. M. Arch. Anett-Maud Joppien
Prof. Dr.-Ing. Karsten Voss
E-Mail sdeurope@uni-wuppertal.de

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