Gesucht: Hermelin, Mauswiesel, Dachs und Co.

Auch im Bergischen Städtedreieck hat mit dem Jahreswechsel ein neuer BioBlitz begonnen. Für Remscheid sind bereits über 100 Arten gemeldet worden, in Wuppertal sind es erst 23 Arten.

Die Natur-Schule Grund als lokaler Partner des BioBlitz 2026 für Remscheid weist darauf hin, dass seit Jahresbeginn schon über 100 Pflanzen-, Pilz- und Tier-Arten im Stadtgebiet gemeldet wurden. Wuppertal hat erst 23 Arten, aber das wird sich erfahrungsgemäß schnell ändern. Denn, so Jörg Liesendahl, Diplom-Biologe und Pädagogischer Leiter der Natur-Schule Grund, „da geht ja noch viel mehr!“ Beispielsweise sind typische, versteckt lebende Arten wie Hermelin, Mauswiesel oder Dachs bislang noch nicht gemeldet worden; es fehlen aber auch viele andere Arten.
Liesendahl sieht als mögliche Ursache, dass diese Tiere, Waschbären oder andere schnelle Säugetiere sowie Vögel nur schwer zu fotografieren sind und viele Naturfreund:innen glauben, ihre Funde nur mithilfe eines Fotos melden zu können. Das aber sei nicht so. Vielmehr könnten solche Beobachtungen von registrierten Nutzer:innen auch ohne Foto direkt auf der Meldeplattform observation.org hochgeladen werden und würden damit „aktenkundig“ für die Liste der Remscheider Natur. Liesendahl hofft auch auf die Teilnahme von Jäger:innen und Angler:innen, die die Aktion ggf. mit Kleinsäugern und Fischen tatkräftig ergänzen könnten.

Ein Bioblitz ist eine Aktion, bei der auf einem bestimmten Gebiet in einem bestimmten Zeitraum so viele wildlebende Arten wie möglich nachgewiesen werden sollen. Naturbegeisterte in Remscheid und den umliegenden Städten und Kreisen sollen beim „Bioblitz 2026“ versuchen, ihrer Stadt oder ihrem Landkreis zu möglichst langen Artenlisten zu verhelfen. Dies geschieht, indem sie das ganze Jahr 2026 so viele Naturbeobachtungen wie möglich melden – per Smartphone über die Bestimmungs-App ObsIdentify oder über die Webseite Observation.org.
Ziel ist es, Menschen für die Natur zu begeistern und Erkenntnisse über die bedrohte Artenvielfalt in Deutschland zu gewinnen: Die Ergebnisse werden dem Naturschutz und der Grundlagenforschung zur Verfügung gestellt, z.B. zur Erstellung Roter Listen der gefährdeten Arten oder auch für die Naturschutzarbeit vor Ort. Sie fließen auch in internationale Auswertungen ein.

ErdkröteErdkröte ©Jörg Liesendahl / Natur-Schule Grund

So gehts

Durch die Nutzung der kostenlosen App ObsIdentify, die über eine automatische Bestimmungsfunktion verfügt, kann man auch ohne Artenkenntnisse mitmachen. Benötigt wird hierfür lediglich ein Handy mit halbwegs guter Kamera, Zugriff auf die GPS-Daten des Smartphones und ein Nutzeraccount auf www.observation.org (alles kostenfrei).

Die künstliche Intelligenz, das System hinter der App, lernt ständig dazu. Sie erkennt bereits jetzt zahlreiche heimische Pflanzen, Pilze und Tiere wie Schmetterlinge, Wanzen, Libellen und vieles mehr.

Wer sich selbst gut bei der Tier-, Pilz- und Pflanzenbestimmung auskennt, kann auch weitere Apps verwenden, um Funde ohne Foto zu melden, oder direkt die Webseite Observation.org nutzen. Oder auch eindeutige Fehlbestimmungen der KI korrigieren.

Gemeldete Fotos werden durch Fachleute überprüft, so dass am Ende ein Datensatz entsteht, der wissenschaftlichen Ansprüchen genügt.

Wichtig: Bitte keine Selfies, keine Haustiere, keine Zierpflanzen (es sei denn, sie sind verwildert) oder Zuchtpilze einstellen; diese verfälschen das Ergebnis und sind völlig ohne Belang.

Forschungsbeitrag leisten

Bei einem BioBlitz zählt alles, was bestimmbar ist, egal ob Einzeller, Pilz, Pflanze oder Tier. „Wir sind begeistert von der Natur und haben den Wunsch, über zahlreiche Zufallsfunde zu neuen Erkenntnissen beizutragen, die letztlich dem Naturschutz dienen“, erklärt Jörg Liesendahl: „Wir möchten bei möglichst vielen Menschen diese Begeisterung für die Natur entfachen und über den Wettbewerb den Blick auf die Arten schulen“.

Die Natur-Schule ist bei fraglichen Beobachtungen, bei denen die App nicht weiter kommt, natürlich gerne bereit zu helfen.

Für Interessierte stehen weitere Informationen zum BioBlitz auf der Website https://www.lwl-naturkundemuseum-muenster.de/de/wissenschaft/buergerwissenschaft/nrw-punkt-observation-punkt-org/ bereit.
Interessierte finden die Zwischenergebnisse des BioBlitzes 2026 für Remscheid hier: https://observation.org/bioblitz/20358/remscheid-2026/
Und für Wuppertal: https://observation.org/bioblitz/20467/wuppertal-2026/

Anmelden

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert