Der häufigste Trommler im Bergischen Wald

Mit einem aktuellen Naturerlebnis-Tipp macht die Natur-Schule Grund auf den Buntspecht aufmerksam, dessen Balz an sonnigen Tagen auch jetzt schon beobachtet und vor allem gehört werden kann.

Stefanie Barzen, Biologin in der Natur-Schule, stellt darin einige Aspekte aus dem Leben unseres häufigsten Spechtes vor.

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Buntspecht im BaumBuntspecht ©Stefanie Barzen / Natur-Schule Grund

Der Buntspecht aus der Familie der Spechte (Picidae) heißt mit lateinischem Namen Dendrocopos major, was treffenderweise mit „großer Baumhämmerer“ übersetzt wird. Hört man sein Hämmern bei einem spätwinterlichen Spaziergang, weiß man, der Frühling ist nicht mehr weit.
Der Buntspecht ist, passend zu seiner Lebensweise, ein Waldbewohner. Außer in Laub- und Nadelwäldern findet man ihn auch in baumreichen Gärten und Parkanlagen.

Ein Buntspecht wird 23 bis 26 cm groß und hat bei achtzig Gramm Gewicht eine Spannweite von 34 bis 39 Zentimetern.
Der auffallend gefärbteVogel erscheint von oben schwarz, beide Flügel zeigen große, weiße Flecken. Der Bauch ist hell, unter dem Schwanz haben beide Geschlechter einen kräftig orangeroten Fleck. Nur beim Männchen zeigt sich ein roter Nackenfleck (Geschlechtsdimorphismus).

Der Buntspecht ernährt sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven, die er mit seinem großen, spitzen Meißelschnabel unter Baumrinde hervorholt. Zu seinem Speisezettel gehören auch Vogeleier, Jungvögel, Beeren, Samen und Früchte. Als sogenannten „Wintersteher“ ist er gerne Gast am Vogelfutterhäuschen, wo er an Meisenknödeln und Nusssäckchen nascht.
Um an das begehrte Innere von Nuss oder Nadelbaumzapfen zu gelangen, bedient er sich geeigneter Astgabeln oder hackt sich Spalten in Äste. In die so entstandenen „Spechtschmieden“ klemmt der Specht die Beute, um sie aufhacken zu können. Gute Spechtschmieden werden mehrfach verwendet, sie verraten sich durch die Hinterlassenschaften, Schalen und Zapfenteile, am Boden.

Im Frühjahr wird der Specht zum Trommler; mit zehn bis fünfzehn Schnabelschlägen innerhalb von zwei Sekunden markiert er sein Revier und balzt um ein Weibchen, das, um die Aufmerksamkeit des Männchens zu erregen, ebenfalls trommelt. Besonders wirksam trommeln lässt sich auf einem guten Resonanzkörper wie z.B. hohlem oder totem Holz, Fensterläden, Wärmedämmungen, Regenrinnen oder Sirenen. Damit diese Aktivität dem Specht keine Gehirnerschütterung beschert, gibt es ein federndesGelenk zwischen Schnabel und Schädel, das die Stöße abfängt. Zudem ist der Schädel mit einer besonders dicken Knochenhülle ausgestattet.

Damit sich der Specht gut an der Baumrinde festhalten kann, sind seine Krallen spitz und gebogen; zwei der Krallen stehen nach vorne, zwei nach hinten. Auch der Schwanz hilft, er dient als Stütze.
In zwei bis zehn Metern Höhe betätigt sich der Buntspecht als Zimmermann, wenn er für die künftige Familie eine Bruthöhle in einen Baumstamm mit weichem oder bereits morschem Holz hackt.
Während der von April bis Juni dauernden Brutzeit legt das Weibchen vier bis sieben weiße Eier, die etwa elf Tage bebrütet werden. Die Jungvögel werden drei bis vier Wochen gefüttert und sind mit ihrem lauten Gezeter gut zu hören.
Die Bruthöhle wird jedes Jahr neu angelegt. Die frei gewordenen Bruthöhlen sind bei Nachmietern wie Blau- und Tannenmeisen, Star, Sperlingskauz, Fledermaus, Siebenschläfer oder Hummeln sehr begehrt.

Ein Buntspecht kann zehn und mehr Jahre alt werden. Seine Feinde sind Uhu, Habicht, Sperber und Mensch, der ihm den naturnahen Lebensraum mit dem notwendigen Alt- und Totholz nimmt.

Der sprichwörtliche „Schluckspecht“ ist der Specht, der im Frühjahr besonders Ahorn oder Birke so mit dem Schnabel bearbeitet, dass er an den zucker- und somit kalorienreichen Baumsaft gelangen kann. Dieser enthält allerdings keinen Alkohol.

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