20.02.2026Uli Schmidt
BUGA 2031 trifft Großbaustelle – Erlebnis garantiert
Wer dieser Tage den Artikel der WZ aufmerksam gelesen hat, dem dürfte ein Detail ins Auge gesprungen sein, das offiziell nur wie eine Randnotiz wirkt – politisch und organisatorisch aber hochbrisant ist:
Mitten im Zeitraum der Bundesgartenschau 2031 wird das Sonnborner Kreuz zur Großbaustelle.
Bislang war aus Reihen der BUGA-Geschäftsführung immer wieder zu hören, man stehe im Austausch mit der Autobahn GmbH des Bundes, selbstverständlich werde man Rücksicht nehmen. Das klingt beruhigend. Nur: Die Realität der Bauplanung spricht eine andere Sprache.
Die A 46 wird seit Jahren abschnittsweise saniert – für Wuppertaler nichts Neues. Doch nun geht es nicht um kosmetische Eingriffe, sondern um eine der komplexesten Autobahnknoten Deutschlands: das Sonnborner Kreuz. Zahlreiche Brückenbauwerke, ineinander verschachtelte Verbindungen, topografisch beengt – und das alles genau im Zeitraum der BUGA.
Das ist nicht irgendeine Baustelle.
Das ist ein logistisches Großprojekt.
Baustelle im Herzen der Kernareale
Besonders bemerkenswert: Die BUGA-Kernareale liegen ausgerechnet im Westen der Stadt – also genau dort, wo die verkehrlichen Auswirkungen am stärksten spürbar sein werden.
Je nach Lesart rechnet man mit 1,8 Millionen, manche sprechen gar von 3 Millionen Besucherinnen und Besuchern. Selbst wenn man die niedrigere Zahl zugrunde legt, bedeutet das zusätzliche Verkehrsströme in einem Bereich, der ohnehin durch Großbaumaßnahmen belastet sein wird.
Und nein – wir reden hier nicht von einer kleinen innerstädtischen Maßnahme.
Wir reden von:
Brückenerneuerungen bis 2033
Engpässen am Sonnborner Kreuz
möglichen Einschränkungen auch im nachgeordneten Straßennetz
Auswirkungen auf das Sonnborner Ufer und angrenzende Brückenbauwerke
Denn diese Bauwerke stehen nicht isoliert – sie sind statisch und verkehrlich miteinander verknüpft.
Nachhaltigkeit – Anspruch und Wirklichkeit
Im Bürgerentscheid wurde die BUGA als besonders nachhaltig beworben.
Doch wer sich die jüngsten Ausschreibungen und Konzepte ansieht, erkennt schnell:
Geplant werden Parkhäuser, Parkplätze – teilweise auf der grünen Wiese. Besucherlenkung klingt eher nach „komfortabler Autoanreise“ als nach konsequentem ÖPNV- oder Fahrradkonzept.
Natürlich: Wenn man bequeme Angebote schafft, werden sie genutzt.
Und Bequemlichkeit schlägt Klimabewusstsein – gerade bei Eventpublikum.
Ein paar Euro für einen Parkplatz?
Für viele kein Problem, wenn dafür die Anreise entspannter erscheint.
Verkehrskollaps oder Wirtschaftsfaktor?
Man könnte es auch positiv sehen.
Wenn sich An- und Abreise aufgrund von Baustellen verlängern, Shuttlebusse im Stau stehen und man zweimal über eine Großbaustelle fahren muss, weil kein echter Rundkurs existiert – dann lohnt sich womöglich keine Tageskarte mehr.
Vielleicht braucht es eher eine Dauerkarte.
Und gleich ein Hotelzimmer dazu.
So könnte aus dem Chaos am Ende sogar noch ein wirtschaftlicher Nebeneffekt entstehen.
Ob die Bewertungen in sozialen Netzwerken 2031 ähnlich optimistisch ausfallen werden, bleibt abzuwarten.
Auch der Bau selbst wird betroffen sein
Nicht nur die Besucher, auch die Vorbereitung der BUGA wird unter den Rahmenbedingungen stattfinden müssen. Baumaterial, Ersatzbaustoffe, Anlieferungen – das läuft nicht per Lastenrad.
Gerade größere Mengen für Areale wie Tesche oder Lokschuppen bedeuten LKW-Verkehr. Wenn dieser sich durch Dauerbaustellen bewegt, verlängern sich Wege, steigen Kosten, kalkulieren Unternehmen Risikozuschläge.
„Stau kostet extra“ könnte zur realistischen Klausel werden.
Fazit
Die Brückenerneuerungen an der A 46 sind notwendig – keine Frage. Sicherheit geht vor.
Aber die zeitliche Überschneidung mit der Bundesgartenschau 2031 ist kein Nebenschauplatz, sondern ein zentraler Faktor für die Realisierbarkeit und Wahrnehmung dieses Großereignisses.
Das Erlebnis BUGA 2031 könnte in Wuppertal tatsächlich einzigartig werden.
Ob im positiven oder im sehr verkehrsreichen Sinne – das wird sich zeigen.
Quelle leider plus Artikel A46 bei Wuppertal: Autobahn GmbH baut bis in die 2030er Jahre 20 Brücken neu
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