18.03.2026

BUGA 2031: Optimismus im Planungsbeirat –

doch beim Blick in die Präsentation bleiben Fragen wie bei der Seilbahn



Am 16. März 2026 tagte der Planungsbeirat zur Bundesgartenschau 2031. Die Westdeutsche Zeitung berichtete anschließend von einer optimistischen Stimmung, die bei der Sitzung verbreitet worden sei. Das ist bei Großprojekten nichts Ungewöhnliches – schließlich sollen sie politisch und öffentlich getragen werden.

In der Sitzung stellte BUGA-Geschäftsführerin Susanne Brambora-Schulz den aktuellen Sachstand anhand einer Power-Point-Präsentation vor. Wer das erste Sitzungszimmer im Rathaus kennt, weiß allerdings: Der Monitor ist nicht gerade groß. Gerade bei Tabellen oder Bauzeitplänen ist es schwierig, Details zu erkennen – erst recht, wenn parallel erläutert wird. CDU-Vertreter Luger Kinike merkte während der Sitzung zwar an, dass die Darstellung kaum zu lesen sei, geändert hat das am Moment allerdings wenig.

Mittlerweile wurde die Präsentation veröffentlicht – und ein genauerer Blick darauf ist durchaus spannend.

Wer regelmäßig mit größeren Projekten zu tun hat, erkennt in den Folien einige Punkte, die Fragen aufwerfen. Ein Beispiel ist die geplante Seilbahn, die als zentrale Verbindung der BUGA-Flächen gilt.

In der Präsentation ist vom „Bau einer Seilbahn durch einen Konzessionsnehmer“ die Rede. Das klingt zunächst plausibel: Die Stadt selbst will die Anlage nicht bauen, sondern ein Unternehmen soll Bau und Betrieb übernehmen. Allerdings bedeutet das auch, dass zunächst ein Investor beziehungsweise Betreiber gefunden werden muss. Im städtischen Haushalt ist für die Seilbahn kein eigenes Budget vorgesehen.

Der Zeitplan in der Präsentation sieht für das Jahr 2025 bereits die Erstellung von Gutachten und eine Vorplanung vor. Solche Unterlagen dürften existieren, öffentlich zugänglich sind sie bislang jedoch nicht. Ebenfalls für 2025 ist im Zeitplan die „Ausschreibung und Vergabe Konzessionsteilnehmer“ vorgesehen. Genau dieser Schritt ist bisher jedoch nicht erfolgt.

Damit weicht das Projekt bereits von seiner eigenen Zeitachse ab. Denn laut Planung sollte ab 2026 eigentlich die Begleitung der Projektentwicklung und des späteren Betriebs beginnen – mit dem Ziel, dass zur BUGA im Jahr 2031 eine Seilbahn in Betrieb ist.

Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass bei einem Projekt dieser Größenordnung eine europaweite Ausschreibung erforderlich sein dürfte. Allein die formalen Fristen können mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Gerade deshalb sind Bauzeitpläne normalerweise ein Instrument des Projektcontrollings. Sie müssen regelmäßig angepasst werden, wenn sich Abläufe verschieben. Mit einem Zeitplan, der offensichtlich nicht mehr zum aktuellen Stand passt, in Politik und Öffentlichkeit zu gehen, ist zumindest erklärungsbedürftig.

Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Damit ein privater Betreiber tatsächlich investiert, muss die öffentliche Seite zunächst zahlreiche Voraussetzungen schaffen – etwa bei Planung, Genehmigungen und Flächensicherung. Diese Vorleistungen werden in der Präsentation zwar erwähnt, sind im Zeitplan jedoch kaum sichtbar abgebildet.

Auch bei den notwendigen Genehmigungen scheint nicht alles so reibungslos zu laufen wie ursprünglich angenommen. Für den Bereich Königshöhe sind beispielsweise Bodensondierungen vorgesehen, für die eine Baustraße benötigt wird. Dafür wäre jedoch eine temporäre Umwidmung von Waldflächen erforderlich. In solchen Fällen greifen wiederum naturschutzrechtliche Regelungen wie die Brut- und Setzzeit, die bis in den Herbst reicht. Geplante Probebohrungen im Frühjahr könnten sich dadurch verschieben.

Solche Punkte sind bei komplexen Infrastrukturprojekten grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Sie zeigen jedoch, wie eng die Zeitfenster werden können – besonders wenn zentrale Elemente wie die Seilbahn Voraussetzung für weitere Projekte sind.

Denn ohne Seilbahn dürfte auch die geplante Hängebrücke kaum realisierbar sein.

Der Optimismus aus der Sitzung des Planungsbeirats ist daher nachvollziehbar. Gleichzeitig lohnt es sich, genauer hinzusehen und die offenen Fragen zu stellen – bevor der Zeitplan weiter unter Druck gerät.

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Quellen: 

SessionNet | Planungsbeirat BUGA – 16.03.2026 – 15:30-16:50 Uhr  hier bitte unter Dokumente das PDF  20260316 Planungsbeirat SBS oeffentlicherTeil öffnen. 

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