17.03.2026Uli Schmidt
BUGA 2031: Noch 44.568 Stunden
Im letzten Planungsbeirat zur Bundesgartenschau am 16. März wurde ein Thema aufgerufen, das auf den ersten Blick charmant klingt – auf den zweiten aber auch ein wenig irritiert. Die Idee: Eine Countdown-Uhr, die die Zeit bis zur BUGA 2031 herunterzählt.
Der Vorschlag kam aus der Runde des Beirats. Die Idee dahinter: sichtbar machen, wie die Zeit bis zur großen Ausstellung verrinnt. Eine Uhr also, die öffentlich anzeigt, wie viele Tage, Stunden und Minuten noch bleiben, bis sich in Wuppertal die Tore zur Bundesgartenschau öffnen.
Die Geschäftsführerin der BUGA-Gesellschaft bestätigte, dass eine solche Idee tatsächlich bereits im Raum stehe. Erste Abstimmungen mit dem Stadtmarketing liefen demnach schon. Auch ein möglicher Standort wurde offenbar schon ins Auge gefasst: Im Umfeld von Utopiastadt, im Bereich der Solar-Decathlon-Häuser, könnte eine solche Anzeige stehen.
So weit, so gut.
Allerdings wirft das Ganze auch Fragen auf. Zum Beispiel die nach der Finanzierung. Denn im Budget der BUGA – immerhin rund 129 Millionen Euro – scheint für eine solche Uhr offenbar kein Platz zu sein. Es müsste also ein Sponsor gefunden werden.
Vielleicht lohnt sich hier ein Blick in die nachhaltige Improvisationskiste der Stadt: Die AWG könnte beim nächsten Sperrmülltermin einfach einen alten Fernseher retten, dazu einen Commodore 64 organisieren – und schon ließe sich mit etwas Programmierkunst eine wunderbar retro-nachhaltige Countdown-Anzeige basteln. Ein Reparatur-Café dürfte das vermutlich innerhalb eines Wochenendes hinbekommen.
Der satirische Gedanke zeigt allerdings ein ernsteres Problem: Wenn sich ein Planungsbeirat intensiv mit der Frage beschäftigt, welche Uhr die verbleibenden Stunden bis zur BUGA herunterzählt, entsteht schnell der Eindruck, dass andere – möglicherweise wichtigere – Fragen weniger Raum einnehmen.
Dabei gäbe es durchaus Ideen, die sowohl symbolisch als auch praktisch mehr Mehrwert hätten.
Ein Beispiel: Seit der Eröffnung der Nordbahntrasse hätte sich dort ein sogenanntes Bikeometer angeboten. In vielen Städten stehen solche digitalen Anzeigen am Radweg. Sie zählen, wie viele Radfahrerinnen und Radfahrer täglich oder insgesamt vorbeikommen. Das schafft Sichtbarkeit für nachhaltige Mobilität, liefert gleichzeitig wertvolle Daten für Verkehrsplanung – und hat nebenbei auch noch einen starken Marketingeffekt.
Stattdessen wird nun über eine Uhr diskutiert, die rückwärts läuft.
Zur Einordnung: Von heute gerechnet sind es noch ungefähr 44.568 Stunden bis zur BUGA-Eröffnung im Jahr 2031. Eine Zahl, die sich zweifellos eindrucksvoll anzeigen ließe.
Die entscheidendere Frage bleibt jedoch: Wofür genau nutzen wir diese Stunden eigentlich?
Denn eine Uhr kann zwar die Zeit anzeigen.
Nutzen muss man sie am Ende trotzdem selbst.
Quelle WZ: Der Grunderwerb für die BUGA ist gesichert
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